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Rezension: Sinfonie 41/Sinfonie 7 (Audio CD)- Herbert von Karajan

Auf diesen beiden CDs hat man Gelegenheit eine vollständige Aufnahme des Konzertes von Herbert von Karajan in der Royal Festival Hall am 6.April 1962, einschließlich der britischen und österreichischen Nationalhymnen zu hören. Dabei sind die Tempi der Sinfonien von Mozart und Bruckner schneller als in irgendeiner Studioaufnahme Karajans.

 Herbert von Karajan hatte seit 1957 die Position des Leiters der Wiener Staatsoper inne. Während seiner siebenjährigen Amtszeit reichte sein Repertoire von Montiverdi bis Pizetti.

In der Londoner Aufführung von Bruckners siebter Sinfonie ist ein Touch der fein herausgearbeiteten Wagner'schen Klangkultur zu vernehmen, konstatierte Richard Osborn zu Recht. Karajans Liveaufnahme beeindruckt gerade deshalb, weil sie nicht so ausgefeilt ist wie die Studienaufnahmen. Dies gilt auch für die Jupiter-Sinfonie.

Die Dauer der hier aufgezeichneten Sinfonien ist kürzer als bei Karajans Studioaufnahmen, teilweise sind sie freier und enthalten dazu noch kraftvolle Momente.

 Die Klangqualität ich ganz hervorragend. Ein absoluter Hörgenuss. 

 Empfehlenswert.

Rezension: Klavierkonzerte (Audio CD)- Florian Uhlig

Der Pianist Florian Uhlig lebt seit 1995 in London, wo er auch studiert hat. Im Alter von 17 Jahren nahm er am Schubertwettbewerb teil. In der Jury saß der Klavierpädagoge Peter Feuchtwanger. Bei ihm hatte er übrigens Meisterkurse belegt. In England wurden Uhlig diverse Stipendien angeboten. Er entschied sich zunächst für das Royal College, dann wechselte er an die Royal Academy of Music. Dort machte er seinen Master und promovierte auch.

Sein Orchesterdebüt gab Uhlig im Londoner Barbican. Das war im Jahre 1997. Seither gab der Künstler viele Konzerte in großen Sälen in Berlin, New York, London und Paris, Hongkong, Reykjavik und Kapstadt. Uhlig konzertierte mit Orchestern wie dem BBC Symphony Orchestra, der Deutschen Radio Philharmonie, der Dresdner Philharmonie und vielen anderen mehr. Als Solist konzertierte er mit international renommierten Dirigenten, unter diesen befanden sich Ariel Zuckermann und Christoph Poppen.

Uhlig erzählt mit den thematisch geordneten Einspielungen ein weites Panorama seelischer Empfindungen und zwar auf betont sinnliche Weise. Sein Klavierton wird durch eine enorme innere Energie unverwechselbar. Bis in die komplexesten Passagen hinein leuchtet sie hell und konzentriert auf.

Begleitet wird der Pianist auf der CD von der Deutschen Radio Philharmonie Saarbrücken unter Leitung des Dirigenten Pablo González.

 Zu hören sind Stücke von Claude Debussy (Fantasie für Klavier und Orchester) Jean Francaix (Concertino für Klavier und Orchester) Francis Poulenc (Klavierkonzert FP 146) und Maurice Ravel (Klavierkonzert G-Dur).

Zu den Stücken kann man im Begleitheft Näheres erfahren.- Hört man die CD aufmerksam, so begreift man vollkommen, wenn Florian Uhlig von sich sagt, dass das eigentliche Leben für ihn die Musik ist. Für den Zuhörer sind die Klänge einfach nur wundervoll. 

 Die Tonqualität ist bestens. 

 Empfehlenswert.

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Rezension: Mozart in C (Klaviersonaten 14+16/+) (Audio CD)

Die Japanerin Seiko Tsukamoto studierte am Conservatoire National Supérieur de Musique de Paris bei Jaques Rouvier. Dort erhielt sie einstimmig den Premier Prix. In der Folge setzte sie ihr Studium an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover bei Arie Vardi fort. Die Pianistin ist Preisträgerin vieler renommierter Wettbewerbe, so etwa dem internationalen Vladimir Horrowitz Wettbewerb in Kiew und dem internationalen Musikwettbewerb Genf. Finalistin war sie zudem beim internationalen Königin Elisabeth Wettbewerb in Brüssel.

Als Solistin und Kammermusikerin gibt Seiko Tsukamoto Konzerte in Europa, den USA, Israel und in Asien. Hervorheben möchte ich, dass sie u.a. als Solistin mit dem Menuhin Festival Orchestra unter Leitung von Sir Yehudi Menuhin auftrat.

Wie man dem Begleittext zur CD entnehmen kann, ist die Sonate No. 14 als Dokument der Trostlosigkeit und Verzweiflung zu verstehen. Im Rahmen von Mozarts 18 Sonaten nimmt sie eine Sonderstellung ein. Bereits der erste Satz bewegt sich in einem Ausdruck leidenschaftlicher Gespanntheit. Dabei führt das weit ausholende Adagio in ganz neue Bezirke des Mozartschen Denkens. Der Schlusssatz nimmt Bezug auf den konfliktgeladenen ersten Satz. Hinzu kommen Dissonanzen, häufige Generalpausen und schroffe Modulationen. Untypisch für Mozart sind der heroische Ernst und die mitunter finstere, geradezu trotzige Grundhaltung dieser Sonate. Zudem stellt er dem Werk ein Präludium voraus, die kurz nacheinander weitere Tonarten berühren. Die Fantasie stellt gewissermaßen eine auskomponierte Improvisation dar. Sechs verschiedene Abschnitte wachsen organisch und mit zwingender Logik zu einem Ganzen zusammen. Am Ende kommt der Anfang wieder und zwar in einer Art Variation, erweitert durch eine kurze Coda.Der Grundcharakter der Fantasie und der Sonate ist ein tragischer.

 Die C-Dur –Sonate KV 45 wurde von Mozart als kleine "Klaviersonate für den Anfänger" bezeichnet. Das ettüdenhafte Passagenwerk soll die manuelle Beweglichkeit fördern. Traumhaft ist die Klarheit dieser Sonate, deren Mittelsatz mit seiner wundervoll fließenden Kantilene besticht.

Seiko Tsukamito beeindruckt durch ihre extreme Sensitivität mit der sie Mozarts Werke dem Zuhörer nahe bringt. Die Klangqualität ist bestens.

Empfehlenswert.
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Rezension: Amore e Tormento - Italienische Arien (Audio CD)

Liebe und Qual

Diese CD enthält Arien, gesungen von dem italienischen Tenor Massimo Giordano, der übrigens ein leidenschaftlicher Schachspieler und Liebhaber der klassischen Kunst ist.

Der Tenor trägt mit seiner atemberaubenden Stimme Arien von nachstehender Komponisten aus folgenden Opern vor: Puccini - Manon Lescaut; Cilea- Adriana Lecouvreur; Giordana- Andrea Chénier; Puccini- Tosca; Verdi- Don Carlo; Cilia- L' Arlesiana; Puccini- Le Villi; Verdi Simon Boccanegra; Puccini- Madame Butterfly; Puccini- Turandot; Ponchielli La Gioconda; Giordano- Marcello.

Die Stimme des Tenors ist einfach unwiderstehlich. Kraftvoll ist sie und dabei voller Liebe. Die ausgewählten Stücke beeindrucken mich sehr, nicht zuletzt weil sie es möglich machen, Giordanos Technik, seine Phrasierung und seine Töne in ihrer Gesamtheit kennen zu lernen, aber auch des Kunstgenusses wegen, an dem man durch diese CD teilhaben kann.

Begleitet wird der Tenor vom Ensemble del Maggio Musicale Fiorentino. Der Dirigent ist Carlo Goldstein

Eine tolle Tonqualität.

Empfehlenswert.


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Rezension: Salsa Rica - Tango Caliente: Eine musikalische Reise durch Lateinamerika (Taschenbuch)

Dr. Cornelius Schlicke hat Musikwissenschaften und Spanisch studiert und konzipiert heute Radiosendungen, Artikel, Vorträge und Lehrveranstaltungen zur Musik Lateinamerikas. Seine Arbeit "SALSA RICA TANGO CALIENTE" ist eine musikalische Reise durch Lateinamerika.

Das Buch thematisiert einige Phänomene der populären Musik Lateinamerikas und befasst sich mit diversen Stilrichtungen, Liedern Tänzen, Rhythmen und Instrumenten. Einbezogen sind dabei auch immer mit die Menschen in ihrer Beziehung zur Musik und zwar nicht bloß die Musiker, sondern auch jene, die sie hören, lieben, verachten, verteidigen und bestreiten, schreibt der Autor im Vorwort. Lateinamerikas Identität ist durch Kreolisierung und Vermischung (mestizaje) begründet, zeitgleich aber zersplittert in viele tausende Subidentitäten. Die Prozesse der Selbstfindung wurden durch die Musik von Anfang an begleitet, kommentiert, in Klang vermittelt. Die fortdauernde Auseinandersetzung zwischen Eigenem und Fremdem hat die vielgestaltige Formenwelt einer genuin lateinamerikanischen Musikfolklore geprägt.

Die enge Wechselbeziehung zwischen Folklore und der populären Musik soll zu den Eigenheiten des lateinamerikanischen Musiklebens gehören. Nicht selten wurde die Weiterentwicklung traditioneller Musikformen durch Migrationsprozesse ausgelöst und häufig schenkt die Musik Einblicke in die sozialen Realitäten und Auseinandersetzungen innerhalb eines Landes. Wie der Autor schreibt, streitet man sich in Lateinamerika nicht selten darüber, ob ein musikalisches Phänomen eher spanische, afrikanische oder indigine Wurzeln hat. Die Entwicklung der lateinamerikanischen Musik wurde auch durch ihre internationale Vermittlung geprägt, nicht zuletzt deshalb, weil das musikalische Geschehen vor Ort zurück wirkte. Oftmals wurden Evergreens erst durch die Fremdinterpretation aus den USA oder Europa bekannt



Die 13 Kapitel des Buches sind als Reiseroute geordnet. Ihren Anfang nimmt die Route in Kuba und dort endet sie dann auch. Als Grund dafür wird genannt, dass dort die Geschichte auf engem Raum in Extremen verlief und eine besonders reichhaltige Musikkultur mit hoher Ausstrahlungskraft prägte. Die Reise verläuft nach einem Abstecher zu den Latino-Vierteln New Yorks weiter über Mexiko, Mittelamerika und Kolumbien über die Gebirgszüge der Anden, hin nach Argentinien, daraufhin dann an die Atlantikseite, erneut nordwärts über Brasilien und Venezuela hinauf zur Karibik...... Selbst über große Distanzen lassen sich übrigens Verbindungen festmachen, so etwa im Hinblick auf die Musikkulturen Kolumbiens und Mexikos oder Brasilien und Kubas.

Im umfangreichen Glossar werden viele Begriffe erläutert, die im Grunde nur Kenner der Musikszene normalerweise mit Inhalt füllen können.

Es führt zu weit, auf die im Buch dargebotene musikalische Vielfalt und die Fülle der Informationen einzugehen. Über die von mir hoch geschätzte Mercedes Sosa (1935-2009) erfährt man nicht zuletzt auch Wissenswertes. Ihr "Gracias a la vida" höre ich fast ebenso oft wie die die Tangos von Astor Piazzolla oder die Rhythmen der Kubaner. 

Über all dies und vieles mehr Hintergrundwissen zu erhalten, hat mich sehr erfreut. Das Buch empfehle ich 
deshalb gerne weiter.

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Rezension: Leonard Bernstein- Kein Tag ohne Musik

Dieses wundervolle Buch hat der Autor Jonathan Cott auf den Weg gebracht. Er war lange  Jahre  hindurch Redakteur des „Rolling Stone“ und schrieb u.a. für die "New York Times".

Man hat Gelegenheit  das viele Seiten umfassende Interview, das er am  20. November 1989 mit  der weltberühmten Persönlichkeit Leonard Bernstein (1918- 1990)  über viele Stunden hinweg realisierte, hier nachzulesen.

Bernstein war Dirigent, Komponist, Pianist, Autor, Musikpädagoge und Menschenrechtsaktivist. Cott schreibt in seinem Präludium, dass der Musiker ein Leben von Byron´scher Intensität führte, das leidenschaftlich, polyamourös, riskant, jenseits aller Konventionen, unaufhörlich produktiv und in jeder Beziehung eindrucksvoll gewesen sei. Bernstein soll von Anfang an so extravagant  und dabei mit einer geradezu rauschhaften Begeisterung dirigiert haben, dass ihm seine Kritiker Exhibitionismus und Gefühlsseligkeit vorwarfen. Sympathisch an ihm  war einfach alles, auch seine klare Entschiedenheit auf keinen Fall seine emotionalen, intellektuellen, politischen, erotischen und spirituellen  Regungen von der musikalischen Erfahrung zu trennen, (vgl.: S.16).

Wie in dem Interview deutlich wird, war  Leonard Bernstein weder arrogant noch herablassend. Er kehrte,  wie Cott anmerkt, niemals den elitären Künstler heraus. Stattdessen war er von entwaffnender Offenheit, sehr humorvoll und sprach sich furchtlos gegen jegliche Art  von politischer und sozialer Heuchelei aus, (vgl.:S 18)

Der Autor berichtet im Vorfeld, wann sein Interesse an Leonard Bernstein geweckt wurde. Ich habe mir zunächst die 15 Fotos von Bernstein, die im Buch eingebunden sind, näher angesehen.  Das erste  stammt aus dem Jahre 1947, das letzte  aus dem Jahre 1988. Welch` ein Mann.  Offenheit, Güte und Weltläufigkeit pur. Alle, die Bernstein kennen lernen durften, müssen begeistert von ihm und seiner Aura gewesen sein.

Ich kann an dieser Stelle  nicht auf alle Facetten des Interviews eingehen. Kurzum Bernstein hatte Cott zum Dinner eingeladen und plauderte mit ihm über Musik und über Gott und die Welt. Musiker wie Mahler und Dichter wie Rilke sind ein Thema, aber auch  die Psychoanalyse und mit ihr deren Vater  Freud kommen zu Sprache. An irgendeiner Stelle  des Gesprächs sagt Bernstein, dass jeder, der, anders als die Menschen seiner Generation, die Möglichkeit  der Zerstörung des Planeten von einem Augenblick zum nächsten für einen Selbstverständlichkeit hält und damit aufgewachsen ist, umso intensiver angezogen wird von der Aussicht auf sofortige Befriedung seiner Bedürfnisse, (vgl.: S.59). Für ihn war klar, dass wir zurückkehren müssen, zu Vertrauen und  Hoffnung und Glauben, weil man nur so  auch Zukunft denken kann.

Bernstein  hat sich stets seine kindlichen Facetten bewahrt, wie deutlich wird, und er berichtet von Vorlesungen, die er 1973 an der Harvard Universität hielt, wo er  darüber sprach, dass alle Kinder mit sprachlicher und musikalischer Kompetenz auf die Welt gekommen sind. Die Musik ist dabei für ihn ein  nicht geringer Teil der Kommunikation. Er  hebt hervor, dass jedes Kind mit einem Sinn für Rhythmus begabt ist und über die Fähigkeit verfügt, sich auf die Obertonreihe einzustimmen, (vgl.: S. 68).

An anderer Stelle sagt er, dass das Zusammensein mit jungen Leuten ihn lebendig gehalten habe und er versichert glaubhaft, dass er für diese Menschen wahrlich alles tun würde, (vgl.:S.71). Man glaubt es ihm sofort.

Der Menschenrechtsaktivist spricht natürlich auch über Politik und lässt nicht unerwähnt, dass er die größten Staatsmänner Europas kennengelernt habe.  Leonard Bernstein war ein bekennender Liberaler und zwar einer, der an die Menschen glaubte und nicht an irgendein abstraktes Ding, (vgl. :S. 78).

Man erfährt Einiges über seine musikalischen Vorlieben und er rezitiert  ein Sonett von John Keats (wie Cott anmerkt) an diesem Abend auswendig.  In diesem Zusammenhang philosophiert der große Musiker über den rhythmischen Puls, der auch für die große Musik  ein zentrales Merkmal darstellt.

Bernstein plaudert über Proust und über Mozart, auch zur Minimal Music äußert es sich und er sagt mit Nachdruck: "Worauf es ankommt, dass es kein Gesetz  gegen irgendeine Art von Musik geben sollte."

Diese liberale Grundhaltung, nicht nur im Hinblick auf Musik, zeichnete diesen Ausnahmemenschen aus, der es schaffte, den Menschen sofort ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern, weil jeder spürte, dass er seinen Mitmenschen, den Freiraum zubilligte, den er  auch für sich als angemessen erachtete.

Ein Buch, das ich sehr gerne weiterempfehle.

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Rezension:Deep South: The Story of Blues (Fotobildband inkl. 4 Musik-CDs) (Gebundene Ausgabe)


In diesem wahrlich gelungenen earBook wird die Geschichte des Blues erzählt. Nicht nur beim Lesen dieser Story sollte man die dem reich bebilderten Buch beigegebenen vier CDs hören, deren Klangqualität exzellent ist.

Die vier CDs tragen die gleichen Titel wie die Kapitel im Buch. Diese heißen:
ROUGH SOUND FROM THE DELTA.
ROCKIN` THE HOUSE
BLUE NOTES FROM THE COOKBOOK
AMPLIEFIED, YOUNG U. WHITE

CD 1 enthält 20 Stücke des Folk und Classic Blues, C 2 20 Stücke des Piano Blues, CD 3 11 Stücke des Jazz Blues und CD 4 20 Stücke des Electric Blues.

Zu den Interpreten zählen Bessie Smith, Ida Cox, Son House, Willie Brown, Jesse James, Albert Ammons, Pete Johnson, Memphis Slim, Louis Amstrong and his hot Five, Miles Davis, Dave Brubeck Featuring Bill Smith, Chuck Berry, Elvis Presley, John Lee Hooker, B.B. King u .a. mehr.

Die Texte sind in englischer und deutscher Sprache abgedruckt.

Der frühe Blues soll eine sehr emotionale Musik gewesen sein. Erfunden wurden die Texte oftmals spontan. Sie thematisierten die Freuden und Härten des Lebens und der Liebe. Damals begleiteten die schwarzen Bluessänger sich zumeist selbst zur Gitarre. Mitunter auch spielten zwei gemeinsam. Mit der Zeit entstand eine bestimmte Form des Blues mit zwölf Takten und eroberte als eine originäre Schöpfung afro-amerikanische Künstler die Welt. In den ersten Jahren war der Blues der musikalische von Menschen unter harten Lebensbedingungen. Damals war der Blues eher langsam und traurig, später entwickelte sich eine bemerkenswerte Vielfalt. Seitdem kommt er langsam oder schnell, traurig oder fröhlich, einfach oder raffiniert oder auch geistlich oder sexy daher. Man singt ihn, schrummt ihn zur Gitarre, spielt ihn als Boogie-Woogie auf dem Klavier, aber er wird auch von Bigbands oder Rockgruppen präsentiert.

Entstanden ist die erste Blues-Platte 1920. Der "Crazzy Blues" der Sängerin Mamie Smith verkaufte sich in einem knappen Jahr eine Million Mal. Benutzt wurde der Begriff "blues" bereits von Sklaven im Süden Nordamerikas. Man beschrieb damit eine tiefe, gedrückte Stimmung. Musik war für diese Menschen ein zentraler Bestandteil des Alltagslebens, denn Musik machte ihre Arbeit erträglicher.

Das typische Gefühl und der Sound werden in erster Linie durch die so genannten "blue notes" beeinflusst, gemeint sind damit die verminderten dritten, fünften und siebten Töne auf der DUR-Tonleiter. Besagte Bluesnotes wurden auch zum wichtigen Charakteristikum des Jazz.

Das Mississippi- Delta war aber nicht das einstige Territorium umherziehender Musiker, auch in Arkansas, Texas und Louisiana wurde Blues gesungen und gespielt. Man erfährt Wissenswertes über die Blues-Musiker der 1920er Jahre, auch dass Charley Patton einer der einflussreichsten Delta-Musiker war. 1929 machte er die ersten Aufnahmen für Paramouth und schuf einen eigenen Stil des Delta-Blues, der andere Musiker beeinflusste. Ein weiterer legendärer Vater des Folk House Blues ist Son House, über den man auch Näheres erfährt. Sein Einfluss ist in der Musik vieler Blues-Musiker zu hören.

Einige der frühen Blues-Musiker wie Muddy Waters, Howlin Wolf und Lightnin `Hopkins erzielten ihre größte Popularität in den 1950er und 1960er Jahren mit dem Elektrik Blues. Berichtet wird über Bluessängerinnen wie Bessie Smith, die die Kaiserin des klassischen Blues war. Mit diesen Sängerinnen hat der Blues sich verändert. Nun wurde er zur Unterhaltung der verfeinerten Art. Die Ära des klassischen Blues ging mit der Depression zu Ende. Doch der Blues lebte weiter und zwar auf den 88 Tasten des Klaviers.

Der Piano-Blues wurde auf den Rent-Parties gespielt, über die man im Buch auch aufgeklärt wird. Damals wurde Chicago zu einer Hochburg des Boogie-Woogie. Einer der Boggie-Meister war Albert Ammons, von dem man 2 Stücke auf der CD2 hören kann. Die Boggie-Welle erreichte viele Städte in den USA. Eine ganze Reihe von Pianisten machten sich Namen in der Szene. Von ihnen liest man im Buch und hat Gelegenheit ihre Musik auf der CD 2. zu hören. Eine der bekanntesten Aufnahmen der dreißiger Jahre war der "Lonesome Day Blues", den Jesse James mit Klavierbegleitung sang.

Erst nach 1945 legte sich die Begeisterung für den Boogie-Woogie, allerdings verschwand die Musik nicht. Was anschließend kam und welche Musiker jetzt eine Rolle spielten, erfährt man ebenfalls. Der Blues war nun schroffer. Elektrisch verstärkte Instrumente gaben den Ton an. Memphis Slim ging in den 1960er Jahren mit dem American Folk Blues Festival auf Tournee und wurde alsbald zum prominentesten Bluesmusiker. Als Songschreiber spielte damals Willie Dixon eine Rolle. Sein Blues wurde sogar von den Stones gecovert.

Nachdem Jazzmusiker den Blues zu einem wesentlichen Teil ihrer Musik machten, hoben sie ihn auf eine neue Stufe der Entwicklung. Hier liest man dann von Louis Armstrong, auch von Coleman Hawkins, Lester Young und anderen mehr. Liest vom Bebop und dass der Blues in seiner bekannten Form und harmonischen Struktur eine gute Basis für Improvisationen darstellt und es im Bob in erster Linie um Improvisation geht.

Miles Daves bleibt nicht unerwähnt und man lernt schließlich den Elektrik Blues kennen, der in Detroit populär war. Dort arbeitete der von mir hoch geschätzte John Lee Hooker fast während seiner gesamten Karriere. Berichtet wird auch vom Gründervater des britischen Blues, Alexis Korner, aber auch von Eric Clapton, John Mayall oder Eric Burdon. Sie alle spielten den Blues, wie auch der durch Korner angeregte Mick Jagger mit seinen Rolling Stones.

Ein tolles Buch mit vier unglaublich guten CDs. Für Blues-Liebhaber ein Leckerbissen, den man sich nicht entgehen lassen sollte.

Empfehlenswert.


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Rezension: La Dolce Vita (Buch inkl. 2 CDs) (Gebundene Ausgabe)

Dieses earBook enthält zwei CDs mit italienischen Hits aus den späten 1950er und den 1960er Jahren mit Interpreten wie Adriano Celentano, Rocco Granata, Marino Marini.

An die meisten Songs kann ich mich vage erinnern, weil sie während meiner Kindheit im Radio zu hören waren, so etwa "Marina", "Como Prima", "Tintarella die luna". Ich assoziiere diese Hits ganz konkret mit Besuchen in italienischen Eisdielen in den frühen 1960ern, wenn meine Tante mir dort ein Eis spendierte und ich mir stets grünes Schirmchen auf dem Erdbeereis wünschte. Das war übrigens mein kindliches "Dolce Vita" in den Sommermonaten. Der Original Soundtrack "La dolce vita" ist auf der CD 1 in sehr guter Qualität zu hören.

Das Buch enthält eine Fülle von Schwarz-Weiß-Fotos, auf denen berühmte Schauspieler aus der Ära, für die Fellinis Film "La dolce vita" bezeichnend ist, abgelichtet sind. Hauptstadt des einstmals angesagten Hedonismus war Rom, damals die Stadt der großen Zeit der berühmten "Cinecittà-Studios". Durch Fellinis "La dolce vita" der dort gedreht wurde, war Rom plötzlich für eine kurze Zeit der Nabel der Filmwelt. Dies wird anhand der Fotos sehr gut verdeutlicht.

Zu sehen ist zunächst die aus ihrem Apartment winkende Sophia Loren, aufgenommen im Jahre 1962, der eine Fülle anderer sehr attraktiver Schauspielerinnen und Schauspieler folgen, darunter die schöne Anita Ekberg, in Abendrobe in der Via Veneto, Brigit Bardot mit Zöpfen (1961), die traumhaft schöne Liz Taylor, die aparte Audrey Hepburn und natürlich Marcello Mastroianni, der "Latin Lover" schlechthin. Ein hübsches Foto der jungen Jane Fonda und ein weiteres, das u.a. Claudia Cardinale und Alain Delon zeigen, machen auf mich den Eindruck, als habe diese jungen Schauspieler sich bereits ein wenig von italienischen Lifestyle jener Tage abgewandt. Sie lachen entspannter und getrauen sich jetzt, das "Dolce Vita" wirklich zu leben.
Natürlich kann man die CDs beim Anblick der Bilder hören, besser aber man hört sie beim Eisessen an einem schönen Frühlingstag wie heute. Das macht wirklich gute Laune.

Auf den letzten Seiten erfährt man kurze biografische Fakten zu den abgelichteten Personen. Dass Simone Signoret in Wiesbaden geboren wurde, wusste ich bislang nicht.

Empfehlenswert.

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Rezension:Sylt Sounds (Gebundene Ausgabe)

"Sylt Sounds" ist ein wunderschönes earBook, mit beeindruckenden Fotos der Insel Sylt, realisiert von dem Diplomgeografen Hans Jessel. Ferner sind dem Buch 3 CDs beigegeben. Auf einer sind typische Geräusche von Sylt, wie Meeresrauschen, Möwenlaute, Glockengeläut etc., auf den anderen beiden Elektro- und Loungemusik zu hören, bei der ich übrigens sehr gut am Computer arbeiten kann.

Die Fotos im Buch sind den einzelnen Jahreszeiten und auch Originalsounds auf den CDs zugeordnet. So sieht man beispielsweise einen Watvogelschwarm über den Sandinseln östlich des Rantum-Beckens und hat Gelegenheit das, was man auf dem Bild wahrnimmt, entsprechend auf der CD "Pure Sounds" auch zu hören.

Es ist wirklich faszinierend, nicht nur einen visuellen Eindruck vom Strand von Westerland zu haben, sondern auch den Möwen dort lauschen zu können.

Verliebt habe ich mich in ein Foto, das den Titel "Pforte am Watt" trägt und bei dem ich am liebsten Chopin hören würde, weil es in mir eine Erinnerung wachruft, aber ich höre einen Elektrosound und komme so auf andere, weniger melancholische Gedanken. Traumhaft auch ist die Abendstimmung am Roten Kliff und die Blidselbucht im Morgenrot, deren Geräuschkulisse man auf "Pure Sounds" ebenfalls hören kann.

Es sind die Herbst- und Winterbilder, die mich am meisten faszinieren, so etwa die Holzpfahlbuhne im Morgennebel in Rantum-Nord und das vereiste Watt auf Höhe Sansibar. Wer wissen möchte, wie die Geräusche bei Winterlicht über St. Severin sich anhören, hat die Chance sich auf der CD zu informieren.


 
Ein gelungenes earBook. Nicht nur für Freunde dieser Insel, ein besonderer Leckerbissen

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Rezension:Black and White: The Jazz Piano (Audio CD)

Dieses earBook wird alle Freunde des Jazz entzücken, denn es enthält nicht nur eine Fülle von Sachinformationen im Hinblick auf die Geschichte des Jazz und eine ebensolche Fülle von Fotos bekannter Jazzpianisten, sondern des Weiteren vier CDs mit exzellenten Stücken namhafter Künstler. Die Klangqualität ist bestens.

Auf der CD 1 hat man Gelegenheit sich des Blues und Boogie-Woogie zu erfreuen. Hier hört man Interpreten, wie Pete Johnson, Jimmy Yancey, Jabo Williams u.a.m.

Auf CD 2 "Nobility at the Keybord" haben mir die Stücke von Benny Goodman, Duke Ellington and his famous Orchestra und Teddy Wilson and his Trio am besten gefallen.

Meine Lieblings-CD ist CD3 "Small Group, Great Sounds". Der von mir geschätzte Nat King an his Trio sind ein Traum und das Dave Brubeck Quartett ebenfalls.

Derzeit höre ich CD4 "Funky kind of Blues" und bin hingerissen vom Miles Davis Sextet.

Im Buch erfährt man, dass die Wurzeln des Jazz bis ins 19. Jahrhundert zurückreichen. Man nannte diese Musik Ragtime. Das war der unmittelbare Vorläufer zum Jazz. Schwarze Pianisten mit guter musikalischer Ausbildung schufen den Ragtime und stellten die wichtigsten Vertreter dar. Später dann wurde in der Mischung mit Blue Notes und dem Geist einer neuen Freiheit aus Piano-Rag der Piano Jazz. Dabei entstand der Blues in den ländlichen der Gegenden des tiefen Südens der USA, lange bevor Jazz gespielt wurde und wurde später in seiner typischen Form und seiner harmonischen Struktur zu einem wesentlichen Element in der Entwicklung des Jazz.

Man lernt Bessie Smith, Willie "The Lion" Smith und Pete Johnson näher kennen, der ein versierter Pianist und Innovator war und einen enormen Einfluss auf die Entwicklung des Jazz und auf andere Pianisten hatte. Der Blues allerdings wurde schon lange gespielt, bevor James P. Johnson und Jelly Roll Morton ihn mit anderen Elementen verschmolzen und einen neuen Sound schufen.

Man liest nicht nur von Ragtime und Blues, sondern auch von Boogie und der Generation von Pianisten, die für die Boogie-Woogie-Welle verantwortlich. Erst während des Revivals der dreißiger und vierziger Jahre war der Boogie-Woogie so populär, dass er keineswegs nur auf das Piano beschränkt blieb, sondern sogar Bandleader infizierte, (vgl.: S. 31).

Zur gleichen Zeit, als Pianisten wie James P. Johnsen die Beschränkungen des Ragtime überwandten und Fats Waller zu swingen begann, gab Earl Hines dem Pianospiel eine neue Richtung. Er entwickelte ein neues Konzept der Improvisation auf den 88 Tasten und wurde damit zum ersten großen Jazz-Pianisten, (vgl.: S.41). Über ihn erfährt man im Buch Näheres. Armstrong war damals der König einer aufregend neuen Art von swingendem Jazz und Hines sicherte sich den Ruf als einer der größten Stilisten dieser Musik.

Art Tatum bleibt nicht unerwähnt, der einen unbeirrbaren Sinn für Rhythmus und eine Begabung für extravagante Harmonisierungen hatte. Es ist unmöglich all die Künstler, die im Buch vorgestellt werden, hier kurz zu erwähnen. Duke Ellington und Teddy Wilson auf der CD2 treffen meinen Geschmack. Wilson war der wichtigste Pianist der Swing-Ära, wie man liest. Man erfährt Näheres zu dem Goodman-Orchester, auch zu Freddie Green und zu Ellington, der selten ein Solo spielte, wenn er mit seiner Band arbeitete. Das Klavier spielte er mit einem üppigen resonanten Ton und dirigierte und inspirierte seine Band, doch wenn einer seiner Musiker ein Solo spielte, hielt er oft still.

Über meinen Lieblingsjazzpianisten und Sänger Nat King Cole wird man sehr gut informiert. Er spielte einen eleganten, kreativen Swing und war vielen Zeitgenossen melodisch und harmonisch weit voraus. Bei allem überschattete Coles Erfolg als Sänger seine Bedeutung als Jazzpianist, das will ich nicht unerwähnt lassen.

Man liest weiter von Milt Jackson, dessen temperamentvolle Improvisationen mit plötzlichen Ausbrüchen schneller Phasen einen spannenden Gegensatz zu John Lewis`feinem und sparsamen Pianospiel bildeten, (vgl.: S.101). Ausführlich wird man mit Miles Davis vertraut gemacht und mit Lennie Tristano, der den Bebob zu überwimden suchte, erfährt auch, dass Tadd Dameron einer der talentiertesten Arrangeure der Bebob-Ära war und 1949 eine Band leitete, der Davis als Solist angehörte.

Die Texte sind in deutscher und englischer Sprache abgedruckt.

Das earBook empfehle ich gerne. Die Auswahl der Stücke ist überaus gelungen. Ich bin begeistert.

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Rezension:Kurioses aus Venedig: Mit einer Vivaldi-CD - Il Complesso Barocco (Gebundene Ausgabe)

Donna Leon wartet mit einem netten kleinen Gruß aus Venedig auf. Bei diesem Gruß handelt es sich um ein Büchlein mit sieben kuriosen Geschichten aus dieser Stadt, sowie Ablichtungen von beeindruckenden Gemälden mit Venedig-Motiven aus dem 16. und 18. Jahrhundert, bei deren Anblick man meint, Klänge von Vivaldi zu vernehmen.

Diesem Büchlein ist übrigens eine CD mit 7 Konzerten dieses Komponisten belegt worden. Alle Stücke wurden von "Il Complesso Barroco" unter der Leitung von Riccardo Minasi für diese CD eigens eingespielt.

Die Spieldauer der CD beträgt 67 Minuten. Die Klangqualität ist bestens.

Man liest über Casanova, über Vivaldi, über venezianische Dirnen und hier auch über Veronica Franco, die im Alter von 40 Jahren beschloss ihr Leben zu ändern, indem sie in einem Frauenhaus Prostituierten Zuflucht bot, sofern diese wie ihre Schutzherren ein anderes Leben führen wollten...

Über all dieses und vieles mehr berichtet Donna Leon sehr kurzweilig, während man im Hintergrund Konzerte von Vivaldi hören kann. Wahre Musikliebhaber hören Musik, wie wir alle wissen, nicht nur nebenbei, sondern konzentrieren sich völlig auf den Hörgenuss und lesen das Büchlein hinterher, wenn sie musikalisch in die italienische Barockzeit eingestimmt sind.

Empfehlenswert.

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Rezension: Maksim: The Piano Player (Audio CD)

Den kroatische Pianisten Maksim Mrvica habe ich im vergangenen Jahr auf "Youtube" kennengelernt und mich sofort in seine Klavierinterpretationen verliebt. Jetzt erst habe ich mir die CD "The Piano Player" gekauft und bin noch immer begeistert von Maksims temperamentvollem, zugleich aber höchst sensiblem Spiel.

Maksim Mrvica hat in Zagreb, Budapest und Paris studiert und bereits viele Preise für sein Können erhalten. Seine Spezialität besteht darin, Klassik mit Rock- Pop- und Technoelementen zu mixen.

Mich begeistert das flinke Fingerspiel dieses Pianisten, nicht nur beim "Hummelflug", aber hier besonders. Meine Lieblingsstücke auf der CD sind "Sarabande" und die "Etüde moll", die so wie Maksim sie spielt, mein Herz völlig aufwühlt.

Maksims Spiel ist unglaublich gegenwärtig, lässte kaum Träumereien zu, erzeugt aber bei "Sarabande" trotzdem ein unendliches Gefühl der Sehnsucht.

Wie macht er das? Durch Präsenz, unglaubliche Präsenz und einem absoluten Gefühl dafür, was die Komponisten einzelner Stücke wirklich gemeint haben. Maksim schafft es, die Seelenkomponenten der Stücke freizulegen und in ihrer Vielfalt erklingen zu lassen.
Ich bin begeistert.
 
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Rezension:Lendvay (Audio CD)

Der ungarische Stargeiger Jozsef Lendvay hat hier eine außergewöhnliche CD bespielt. Zuerst gilt es den jungen Mann vorzustellen. Er hat eine klassische Geigenausbildung genossen und danach seinen eigenen Stil weiterentwickelt. Das macht ihn zu einem unverwechselbaren Interpreten dieses Instrumentes.

Die Komponisten der einzelnen Stücke, die auf dieser CD vorgestellt werden, stammen aus unterschiedlichen Epochen, als da sind Vivaldi, Tschaikowsky, Brahms, Paganini und Rimski-Korssakoff aber auch, der größte argentinische Tangokomponist Astor Piazzolla. Natürlich gehören auch Komponisten von traditioneller Zigeunermusik dazu.

Jozsef Lendvay vereint sie alle mit seiner persönlichen Art der musikalischen Interpretation, die eine große Bandbreite entwickelt. Einfühlsame Töne, zart gespielt, wechseln sich mit stakkatohaftem Tanz auf den Violinsaiten ab und nehmen die Csárdás-Jünger mit in die Musikwelt der Zigeuner.

Dieser Künstler und seine Mannen spielen mit ganz starker Ausdruckskraft. Keine Seele bleibt unberührt, wenn die Töne des Geigers das Instrument verlassen haben.

Bei der Tango-Komposition von Piazzolla hat die Geige das Originalinstrument des Bandoneons vorzüglich ersetzt, beide erzeugen tiefe Sehnsüchte.

Die Zigeunerweisen, die Jousef Lendvay vorträgt, erinnern mich an einen Abend in Budapest vor vielen Jahren als ich mit ungarischen Freunden, die "Fortuna", ein klassisches, ungarisches Restaurant in der Nähe der Fischerbastei besucht habe, in dem die besten Zigeunerkapellen der Stadt spielen. Mit fortschreitendem Abend und nach dem einen oder anderen Glas Wein, das die Kapelle von den Gästen spendiert bekommen hat, wurde das Spiel immer emotionaler bis der Hauptgeiger zu seinem eigenen Spiel zu weinen begann. Zweifellos ist Lendvay genauso in der Lage seine Zuhörer derartig zu berühren.

Empfehlenswert.
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Rezension:Experience Hendrix: the Best of Jimi Hendrix (Audio CD)

Mit dieser CD begeben wir uns in göttliche Gefilde. Jimi Hendrix ist der Gitarrengott und so ist auch die Handhabung seines Lieblingsinstrumentes überirdisch. Ich sage nur: "Purple haze" oder "The wind cries Mary" oder "Hey Joe".

Eine ganze Generation von Musikbesessenen lag ihm zu Füßen. Natürlich sind diese drei soeben erwähnten Stücke auch auf dieser "Best-of" - CD.

Sein Gitarrenspiel ist virtuos und dann seine Stimme dazu. Die Zeitschrift "Rolling Stone" hat ihn zum besten Gitarrenspieler aller Zeiten gekürt.

Keiner rockt die Seiten seines Instrumentes so genial wie er, keiner entreisst der E-Gitarre solche experimentellen Klänge wie der Meister selbst.
Alles dieses ist auf dieser CD in hervorragender Klangqualität zu hören. Der wahnsinnige Sound durchdringt jede Zelle des Körpers. Zurück bleibt nur Faszination.
Sind die 21 Stücke abgeebbt, überkommt den Elektrisierten große Traurigkeit. Mit 27 Jahren starb das Musikgenie. Getreu dem Motto des Clubs der 27 "Live Fast, Love Hard, Die Young ".
Ein Muss für Musikfreaks.

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Rezension:Spiritual Music of the Incas (Audio CD)

Welch` ein wunderbares Klangerlebnis! Die vorliegende CD "Spiritual Music oft the Incas" legt Zeugnis davon ab, dass dieses untergegangene Volk nicht nur hervorragende Baumeister waren, sondern, dass sie auch einen Musikstil pflegten, der außergewöhnlich war.

Das rhythmische Flötenspiel ist so ausdrucksstark, dass schon nach wenigen Klängen ganz bestimmte Bilder aus den Anden sich vor dem geistigen Auge ausbreiten. Man sieht die Indios in ihren bunten Ponchos über den weiten Hochebenen der peruanischen Anden wie sie immer andere Melodien spielen.
Der Wind trägt die spirituellen Weisen hinauf auf die Höhen der alten Ruinenstadt der Inkas "Machu Picchu" und immer wird das Spiel von Sehnsucht begleitet, der Sehnsucht auf den Schwingen des Condors über die mächtigen Berge der Anden hinwegzugleiten. Ja, sie weckt Sehnsüchte, die Musik der Inkas.

Die beiden CDs sind guter Klangqualität. Insgesamt werden 40 Einzelstücke vorgetragen.
Empfehlenswert.

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Rezension: Seine Schönsten Hits (Audio CD) - Angelo Branduardi

Angelo Branduardi gilt als der Poet unter den italienischen Musikern. Geboren in der Nähe von Mailand im Jahre 1950, hat er sich schon früh mit der Ausbildung an der Violine beschäftigt. Während seines Studiums, er belegte Philosophie in Mailand, begann er eigene Gedichte zu vertonen und diese, begleitet von seiner Gitarre, vorzutragen.

Die vorliegende CD "Seine Schönsten Hits" umfasst 18 einzelne Songs, die in einem Stilmix daher kommen. Dieser reicht von der italienischen Renaissancemusik bis hin zum argentinischen Tango. Dabei legt Branduardi stets großen Wert auf die textlichen Inhalte. So erzählt er in diesen Liedern Sagen und Gedichte, die, vorgetragen mit seiner engelsgleichen Stimme, vorzüglich harmonieren.

Man muss sich Branduardi vorstellen wie er am geöffneten Fenster eines Renaissancepalastes steht, eines seiner gefühlsbetonten Liebeslieder vorträgt und sich selbst mit einem Instrument aus der Renaissance begleitet. Die Melodie weht hinaus in das üppige Grün des toskanischen Gartens, wo junge adelige Damen verstohlen zu ihm hinaufschauen und dabei versuchen diese wunderbaren Lieder nachzusummen.
Diese CD ist unerlässlich, wenn man zur Minne schreitet:-))

Empfehlenswert.

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Rezensionen:Olympia 1964-Remastered (Audio CD)

Die vorliegende CD wurde 1964 bei einem Konzert des belgischen Chansoniers in einem der berühmtesten Musiktempel der Welt, dem Pariser Olympia, aufgenommen. Wie wir wissen, hat es 1964 noch keine CDs gegeben, somit ist dieses Konzert viele Jahre später auf die silberne Scheibe in einer hervorragender Qualität übertragen worden.

Wer war Jacques Brel? In gut situierten Verhältnissen in der Nähe von Brüssel aufgewachsen, sollte er ursprünglich das Familienunternehmen weiterführen. Dies war so gar nicht in seinem Sinne. Seine Liebe galt dem Theater und der Musik. Auf Umwegen kam er in Paris an, um als Chanson- Sänger in Bistros und kleinen Kellertheatern seine selbstkomponierten Lieder vorzustellen. Den Weg nach oben hat er auch Juliette Greco zu verdanken, die ein Chanson von ihm vortrug und er somit einem größeren Publikum bekannt wurde. Jetzt erst wurden die Pariser auf den Mann mit der einprägsamen Stimme aufmerksam. Ein neuer Stern am Chanson- Himmel war aufgegangen.

Die CD zeigt, zu welchen musikalischen Glanzpunkten Jaques Brel fähig war. Seine Stimme umwirbt das Publikum dermaßen, dass die Menschen, die ihm zuhören, völlig in seinen Bann gezogen sind. Wenn er, wie auch auf der CD zu hören, seinen großen Hit "Amsterdam" anstimmt, branden Jubelstürme auf. Jedoch nicht nur seine bekannten Chansons offenbaren die Seelentiefe dieses faszinierenden Chansoniers, sondern auch temperamentvolle Momente nehmen uns gefangen.

Jacques Brel, ein ganz Großer seiner Zunft, der leider viel zu früh als 49 jähriger verstarb.

Empfehlenswert.

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Rezension:Blues Corner-the Best of Blues (Audio CD)

Diese Doppel-CD mit 32 Blues-Interpretationen ist eine gelungene Zusammenstellung von vielen Größen aus der Blues-Szene. Dabei ist Gary Moore mit seinem Welthit "Still Got The Blues" einer der bekanntesten Akteure.

Sein Gitarrenspiel ist in der Blues-Szene einzigartig, ein Markenzeichen. Jedoch auch die anderen Bands, sollten Sie dem interessierten Zuhörer nicht geläufig sein, sind Weltklasse.

Blues wurde von den Farbigen in den Südstaaten der USA entwickelt, um sich in ihrem elenden Dasein als Arbeitssklaven zu artikulieren. Es war der Blues, der sie für einige Zeit vergessen ließ, wie trostlos sie ihr Leben fristen mussten. Allein diese Musik hat sie ihr Leben lang hoffen lassen.

Die unterschiedlichen Bands interpretieren natürlich diesen Musikstil auf ihre jeweils eigene Weise. Allen ist jedoch gemeinsam, dass die stimmlichen als auch instrumentalen Klänge bis in die Seele durchdringen. Alles drum herum verschwindet ins Nichts. Der Blues ist ganz Mittelpunkt.

Empfehlenswert.

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Rezension:Nina de Fuego (Audio CD) -Concha Buika

Die spanische Sängerin und Komponistin Concha Buika, deren familiäre Wurzeln in Äquatorialguinea liegen, ihre Familie stammt von dort, während sie in Palma de Mallorca geboren wurde, wuchs bei Zigeunern auf.

Ihre unverwechselbare Stimme berührt den Hörer mit einer rauchigen Tiefe, die erotische Anziehung ausstrahlt.

Im Jahre 2008 war sie mit dem vorliegenden Album zum "Latin Grammy Award" nominiert.
Das Album ist eine aus Mischung aus Jazz, Funk, Soul und Flamenco-Interpretationen.

Diese zutiefst eindringliche Stimme ist es wert, einem noch größeren Publikum publik gemacht zu werden. Wir dürfen uns auf weitere gelungene CDs freuen.
Empfehlenswert.

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Rezension: Nat King Cole- En Espanol

Ein Name, eine Weltkarriere, ein unsterblicher Sänger: Nat King Cole war schon zu Lebzeiten eine Legende. Zweifellos ist er einer der größten Musiker des 20. Jahrhunderts.

Seine Musik wird auch in den nächsten Jahrhunderten weiterleben. Dazu trägt auch die CD "Nat King Cole - En Espanol", eine CD mit 16 Einzelinterpretationen, die zum Teil in spanischer Sprache aufgenommen worden sind, bei.

Wer Nat King Cole kennt und alle Menschen, die an moderner Musik interessiert sind, haben sich schon einmal von seiner Stimme verzaubern lassen, kann sich bestimmt vorstellen, wie gut die Verbindung zwischen der Stimme des Amerikaners und dem Temperament der Sprache der "Latinos" zusammenpasst.

Die einzelnen Stücke sind in der genannten Kombination besonders ausgewählt. Sie verführen den interessierten Zuhörer aus der Tristesse eines verregneten mitteleuropäischen Augustabends in die tropische Wärme einer karibischen Sommernacht.  Im Hintergrund glaubt man die Wellen des Meeres zu hören, die an den Palmenstrand gespült werden.

Empfehlenswert.

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Rezension: Crazy Love (Hollywood Edition) (Audio CD)

Der Kanadier Michael Bublé hat auf dieser Doppel-CD "Crazy Love (Hollywood Edition)" wieder einmal bewiesen, welch großartiger Sänger er ist und mit welcher phänomenalen Stimme er gesegnet wurde.

Dieses musikalische Ausnahmetalent hat eine rasante Weltkariere hingelegt, von Auftritten in Clubs in Vancouver bis zu gefeierten Konzerten in allen heiligen Musikhallen dieser Welt ist ihm ein schneller Aufstieg gelungen.

Dazu haben sowohl die eindrucksvollen Arrangements in Swing und Rock seiner Lieder beigetragen, jedoch ist es in erster Linie seine einfühlsame Stimme, die den Zuhörer einnimmt. Seine Balladen lassen die Herzen der vielen weiblichen Fans glühen.

Die Doppel-CD umfasst 22 Einzelinterpretationen. Wie immer bei Michael Bublé trägt er sein gesamtes Repertoire vor. Dabei hören wir bekannte Welthits wie "Georgia on my mind" und "Me & Mrs. Jones".

Die Cover-line zeigt schon an, worum es in dieser CD auch geht: es werden nämlich einige Musikstücke aus berühmten Hollywoodfilmen auf Michael Bublés ureigene Weise interpretiert und zum Genießen vorgetragen.

Empfehlenswert.

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Rezension:The Very Best Of Diana Krall (Audio CD)

Heute möchte ich eine erfolgreiche, gut aussehende kanadische Sängerin mit ihrem "The very best of"- Album vorstellen. Aber es ist nicht ihre attraktive Erscheinung, die hier gelobt werden soll, sondern es ist ihre facettenreiche Stimme, die den Hörer in den Bann zieht.

Als Jazzinterpretin hat sich Diana Krall weltweit Achtung verschafft, nicht zuletzt auch durch ihre Auftritte bei den großen Jazz-Festivals rund um den Globus. Ihre Stimme betört sowohl durch einfühlsame Interpretationen von Love-Songs als auch durch mitreißende Jazz-Rhythmen.

Die vorliegende CD belegt das soeben erwähnte Repertoire und wird durch 15 unterschiedliche Songs dokumentiert. Insgesamt strahlt die Zusammenstellung der Scheibe eine durchgängige Leichtigkeit aus, wobei die Stimme jedoch alles andere als oberflächlich wirkt. Stücke wie "The look of love" verzaubern sofort den interessierten Zuhörer und führen ihn in einen angenehmen Schwebezustand, der nur noch dadurch gesteigert werden kann, in dem er das zarte Funkeln in den Augen einer gefühlsintensivierten Mithörerin sieht. Diese Stimmung muss dann unbedingt durch ein Glas Champagner gekühlt werden.:-))

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Rezension:Gracias a la Vida (Audio CD)

Die in Spanisch singende, mit einer unverwechselbaren Stimme ausgestattete Frau gilt als die wohl bekannteste Sängerin Südamerikas. Mit ihren Liedern ist sie um die ganze Welt gezogen. Sie hat in den berühmtesten Musiktempeln unseres Globus ihre einfühlsame Stimme erklingen lassen, so wie im Olympia in Paris, in der Royal Albert Hall in London als auch in der Philharmonie in Berlin.

Das vorliegende Album zeigt die große Bandbreite der argentinischen Musik. So hören wir den Tango, auch beeindruckende Weisen aus dem Hochland der Anden und feurige Lieder, die von einer wunderbaren spanischen Gitarre begleitet werden.

Diese Musik eignet sich hervorragend für stimmungsvolle Sommerabende, wenn der Wein seine erste Wirkung getan hat und sehnsüchtige Gedanken über den Südatlantik hinüberwehen und vor dem geistigen Auge die zutiefst beeindruckenden Landschaften von San Miguel de Tucuman, Mendoza oder Patagoniens erscheinen.
Die Stimme dieser großartigen Sängerin hat schon nach den ersten Tönen das Ohr des Zuhörenden geöffnet, um dann nach und nach bis in die Seele vorzudringen. Zurück bleibt nur noch Sehnsucht.

Sehr empfehlenswert.

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Rezension:Darf ich bitten: Von rauschenden Bällen, heißen Rhythmen und nimmermüden Füßen: (Gebundene Ausgabe)

Claudia Teibler befasst sich in diesem Buch mit einer Tätigkeit, die vielen Menschen in allen Zeiten Vergnügen gebracht hat: mit dem Tanz und seinen zahlreichen Ausdrucksformen.

Unmittelbar nach der Einführung hat die Autorin eine Passage aus Molières "Der Bürger als Edelmann" in ihr Buch eingebunden, in der es an einer Stelle heißt: "Ein Mensch, der nicht tanzt, taugt zu nichts." Nimmt man Molieres Satz ernst, lässt sich gewiss darüber streiten. Dies allerdings finde ich unergiebig.

Mir fiel in jungen Jahren stets auf, dass junge Männer, die nicht tanzen wollten, zumeist ein wenig verklemmt waren und Angst vor Tuchfühlung, aber auch vor freier Bewegung hatten. Ich kannte auch Frauen, die sich vor dem Tanzen fürchteten, nicht so sehr die falschen Schritte zu machen, sondern weil sie befürchteten durch den Tanz ihr Inneres nach außen zu bringen und es unverhohlen (nein, nicht exhibitionistisch:-)) zu zeigen.

Beim Tanz sieht man wie frei man im sexuellen Miteinander ist, ob man will oder nicht. Über diese Tatsache lässt sich m.E. nicht streiten.:-)) Der freie Tanz in unserer Gesellschaft begann mit der sogenannten sexuellen Revolution. Uschi Obermaier beherrschte in ihrer Generation diese Tanzform wie keine zweite und war nicht grundlos die Geliebte von berühmten Musikern wie Jimmy Hendrix und Mick Jagger und Keith Richards. Sie vermochte die musikalischen Lockrufe dieser Herren körperlich hemmungslos umzusetzen. Das war eines ihrer Geheimnisse.
Zum Buch: Zweihundert Jahre ist es erst her seit sich Paare aus der Formation von Gruppentänzen wie Quadrille oder Contredanse lösten und allein auf die Tanzfläche traten und zwar umgeben von anderen Paaren. Alle, - so die Sicht der Autorin und auch meine-, wollten die Welt um sie herum für ein paar kurze Momente vergessen. Teibler ist der Meinung, dass das Solotanzen keine Liebesgeschichte zu erzählen vermag, die klassischen Paartänze, nicht zuletzt der Tango, hingegen durchaus. Die Geschichte des Tanzens sei immer eine Geschichte der Sehnsucht und zwar nach Schwerelosigkeit, Selbstvergessenheit, Glück, (vgl.: S.9). Genauso ist es. Das ungehemmte Tanzen lässt uns den inneren Raum spüren, den eigenen, den des Tanzpartners und aller die auf der Tanzfläche wirklich selbstvergessen tanzen.

Die Autorin erklärt zunächst, weshalb wir das Tanzen als Rausch empfinden. Wichtig finde ich, dass sie erwähnt, dass der ständige Wechsel von körperlichen Spannungs- und Entspannungsmomenten, ohne den kein Tanz auskommt, nicht nur die vorher aufgespannte Spannung löst, sondern vielmehr auch Anspannungszustände aus dem Alltag, (vgl.: S. 15).

Man erfährt, wann der Mensch das Tanzen erlernt hat, welche Funktionen der Tanz einst hatte und wie sich die Entwicklung vom Reigen zum Paartanz gestaltete. Noch im Mittelalter war das Tanzen primär ein Gemeinschaftserlebnis, erst in Folgezeiten veränderte sich dies. Bis der Tanz sogar als Sportevent anerkannt wurde, mussten freilich einige Jahrhunderte vergehen.

Übrigens war die Provence die Wiege der Tanzkultur, hierzu kann man auf Seite 33 Wissenswertes in Erfahrung bringen. Die Tänze einzelner Epochen, wie das Mittelalter, die Renaissance, das Barockzeitalter etc., werden vorgestellt. Man kann sich nicht zuletzt in eine nette Anekdote um die königliche Elisabeth I. vertiefen, die im Alter von 69 Jahren im April 1602 eine Gaillarde in einer körperlichen Disposition tanzte, die offenbar die Zuschauer in ein solches Erstaunen versetzte, das man heute noch davon schreibt, (vgl.: S.35).

Man liest über den Walzer, der einst alle Regeln sprengte. Dieser Tanz erlaubte einen Körperkontakt, der zwischen Mann und Frau einst in allen anderen gesellschaftlichen Situationen undenkbar gewesen wäre. Der Walzer war der erste Tanz überhaupt, der ausschließlich in einer geschlossenen Paarhaltung getanzt wurde. Alle Welt jubelte Johann Strauß zu dessen Lebzeiten zu. Noch heute ist der Walzer der einzige Tanz mit einer über 200 jährigen Geschichte, der in den Ballsälen aller Welt auf Begeisterung stößt,(vgl. S. 44).

Man hat Gelegenheit in der Folge Aufschlussreiches über den ersten Modetanz- die Polka-, auch über Calkewalk , die "Roaring Twenties" und über die Veränderung des Kulturverständnisses aufgrund der Entwicklung des Grammophons zu lesen. An Josephine Baker wird erinnert, die den Berlinern den Charleston schenkte und auch an den Twist und seine Folgen.

Über das Erlernen von Tänzen liest man Wissenswertes, auch über Goethes Tanzstunden in Straßburg. "Tanz und Tabu" ist ein Thema. So galten der Cancan und andere Modetänze der Zwanziger Jahre als Tabubruch und gezielte Provokation der bürgerlichen Moral,(siehe: "Die anstößigen Tänze der Zwanziger Jahre").
Ein großes Lob für den Beitrag "Tanzporträt. Tango " im Kapitel "Tanz und Konvention" und dessen spezielles Augenmerk auf das "Bandoneon", das beim Urtango noch keine Rolle spielte. Eine Passage aus dem brillant geschriebenen Roman "Der Tangotänzer" von Eloy Martinez kann man auf den Seiten 82-83 nachlesen, bevor man sich ausgiebig mit dem Kapitel "Tanz und Kommunikation" beschäftigen kann. Ja, es stimmt, ein Tanz sagt mehr als tausend Worte. Weshalb dies so ist, erklärt die Autorin bestens.

Man liest von den einstigen Tanzvergnügungen an der Dorflinde hin zu den Ballsälen bis zur Disco. Ausgiebig informiert Teibler vom Ball, der immer mehr war und ist als ein Fest mit Musik und Tanz, auch der Wiener Opernball kommt zur Sprache und die Zeichensprache, die man kennen musste, um einen Handschuh- oder auch Fächer-Flirt auszuüben.

Über Tanz und Erotik schreibt Teibler einen aufschlussreichen Beitrag, der sich im Resümee mit dem deckt, was auch ich meine: die Entwicklung der Erotik beim Tanz geht mit dem Wandel der allgemeinen Sexualmoral einher, (vgl: S.108).

Sehr gut ist übrigens das Tanzporträt "Rumba", ein Tanz, den ich seit meinem Tanzunterricht, der mir im zarten Alter von 15 widerfuhr, nicht mehr getanzt habe, im Gegensatz zu den anderen lateinamerikanischen Tänze wie Samba, Paso doble und Tango, über die im Buch ebenfalls berichtet wird.

Zum Schluss kann man noch Vieles über ein Ballkleid lesen. Hier auch ist eine kleine Abbildung eines Werkes von Franz Xaver Winterhalter zu sehen, das die Kaiserin Eugenie und ihre Hofdamen zeigt. Ein Bild, das wie kaum ein anderes den Traum eines Ballkleides visualisiert. Der Ballsaal wird auch zum Thema gemacht und auch die Traumtänzer Rudolph Valentino, Fred Astaire und John Travolta geraten als Krönung von allem in den Fokus.
Die informativen Texte werden von unzähligen schönen Bildern begleitet, die ich mir bei unterschiedlicher Musik (je nach Stimmungslage) immer wieder gerne betrachte.
Empfehlenswert.

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