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Rezension: Johann Joachim Quantz Flute Concertos

"Der Geist ist leicht zu überzeugen, wenn das Herz gerührt ist."  Friedrich II., der Große (1712 - 1786)

Die Aufnahmen der Flötistin Mary Oleskiewicz und dem Ensemble Concerto Armonico unter der Leitung von Miklós Spányi entstanden nach eingehender Recherche der Aufführungspraxis in Sanssouc. Hier waren Fortepiano und Fagott obligatorisch Bestandteil der Basso­Continuo­
Begleitung.

Über den Ungarn Spányi wird man im Begleitheft kurz aufgeklärt. Aufklärung erfährt man auch über Mary Oleskiewicz und das Conterto,  Armonico Budapest.

Der Barockmusiker Johann Joachim Quantz (1697-1773) stellte sich als der innovativste und produktivste Komponist und Instrumentenhersteller in Sachen Flöte heraus. Hauptveranstaltungsort für seine Konzerte war der Königliche Palast von Sanssouci. Auftraggeber war Friedrich der Große, der bekanntermaßen selbst Flöte spielte und auch komponierte.

Fast 300 Flötenkonzerte stammen aus der Feder von Quantz. Auch die vier hier erstmals eingespielten Flötenkonzerte, die über einen Zeitraum von fünf Jahrzehnten entstanden, zeigen die große technische Vielfalt dieses feinsinnigen Künstlers.

Während ich die CD hörte, schaute ich mir einen Bildband  über Schloss  Sanssouci und hatte den Eindruck, dass durch die Klänge den Fotos Leben eingehaucht wird.  Eine bemerkenswerte Erfahrung.

Empfehlenswert.

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Rezension: Peter J. König: B. B. KING & THE GUITAR LEGENDS In Sevilla, Spain Albert Collins-Robert Cray-Dave Edmunds-Steve Cropper-Bo Diddley

Im Zuge der Expo 92, genauer gesagt am 15. Oktober 1991 kam es zu einem besonderen Treffen der Gitarren-Legenden Albert Collins, Robert Cray, Dave Edmunds, Steve Cropper und Bo Diddley mit einem der Größten in der Soul-Music, dem einzigartigen B.B. King. Jeder für sich ein Virtuose mit der Gitarre, beeindruckt auch jeder mit seinen ganz persönlichen Gesangseinlagen. Zudem verstehen sie es bestens mit ihren Instrumenten, ähnlich wie menschliche Stimmen, ihre aktuelle Stimmungslage auszudrücken. Da wird geflüstert, gedroht, geschmeichelt und geweint. 

Bei gemeinsamer Performance führen die Gitarren die Gespräche, die zweite antwortet unmittelbar auf die erste und je nach Gefühlslage wird konzertiert weitergespielt oder auch sehr heftig und besonders schrill dagegen gehalten. Vieles ist improvisiert und entstammt der momentanen Stimmung und der musikalischen Inspiration des jeweiligen Künstlers. Dies ist ganz hohe Gitarrenkunst, natürlich sensationell von den stimmlichen Einsätzen der Akteure untermauert . Kein Wunder, dass da das Publikum mitgerissen wird, so etwas geht unter die Haut. Entsprechend ist das Feedback, das von unten auf die Bühne zurück geworfen wird. Die Protagonisten und ihre Anhänger verschmelzen zusehends zu einer musikalischen Einheit, das besondere Frage- und Antwortspiel zwischen Bühne und dem Auditorium wird gepuscht.

Um den musikalischen Rahmen auszubauen und abzurunden, ergänzen weitere Instrumente, gespielt von überragenden Meistern ihres Fachs die Runde. Es sind Richard Cousins am Bass, John David am Keyboard, Debby Hastings ebenfalls Bass und Terry Williams Drums. Die Miami Horns werden von Ed Manion, Mark Pender und Richie Rosenberg geblasen. Alle zusammen legen sie eine gelungene Session hin. Natürlich kommt es beim Publikum besonders gut an, wenn die Legenden ihre jeweiligen Hits intonieren. Dabei lässt es sich so fabelhaft mitmachen. Hier nun die einzelnen Musiker mit ihren jeweiligen Stücken:
1. Sabre Dance Dave Edmunds
2. Standing At The Crossroads Dave Edmunds/ Steve Cropper
3. Phone Booth Robert Cray
4. No Love In My Heart Robert Cray
5. The Dream Robert Cray/ Albert Collins
6. Mr Collins Mr Collins Albert Collins/ Dave Edmunds/ Steve Cropper
7. Ice Man Albert Collins/ Dave Edmunds/ Steve Cropper
8. Travellin South Albert Collins/ Dave Edmunds/ Steve Cropper
9. Sittin” On The Dock Of The Bay Dave Edmunds/ Steve Cropper/ Robert Cray
10. Green Onions Steve Cropper/ Dave Edmunds
11. Bo Diddley Bo Diddley/ Steve Cropper
12. I’m A Man Bo Diddley/ Steve Cropper
13. Who Do You Love Bo Diddley/ Steve Cropper/ Dave Edmunds
14. I’m Moving On B. B. King/ Dave Edmunds/ Steve Cropper
15. Back In L.A. B. B. King/ Dave Edmunds/ Steve Cropper
16. The Thrill Is Gone B. B. King/ Dave Edmunds/ Steve Cropper
17. The Tribute Blues All Stars

Weil diese einmaligen Gitarrencracks und Soulfanatiker in dieser Formation wahrscheinlich nie mehr gemeinsam auftreten werden, ist diese DVD ein Musikdokument von ganz besonderem Wert. Gemütswallungen und mitreißende musikalische Freude sind garantiert. 

Empfehlenswert

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Rezension Peter J. König: S U N S H I N E O F Y O U R L O V E Live at Expo Keith Richards Bob Dylan Jack Bruce Phil Manzanera In Sevilla, Spain

Zur Expo 1992 in Sevilla in Spanien wurde den Fans ein ganz besonderes Musikereignis geboten. Unter der Ankündigung: Guitar Legends Expo 92 – Experimental Concert sind vier ganz Große der Musikzunft gemeinsam zu einer erlebenswerten Session auf die Bühne gekommen. Dabei handelte es sich um Keith Richards von den Stones, weltberühmt, um Bob Dylan nicht weniger weltberühmt, Jack Bruce ein Virtuose an der bass-guitar, gleichzeitig Gesang und Phil Manzanera solo-guitar ebenfalls Gesang. Richards und Dylan braucht man nicht extra vorzustellen. Was sie bieten, weiß man seit Jahrzehnten. Bei dieser Starbesetzung zu dem Konzert im Zuge der Expo 92 in Sevilla hat man sich besonders bei den einzelnen Stücken auf die Gitarrenvirtuosität der Künstler konzentriert. 

Begleitet werden die Stars von exzellenten Studiomusikern, die ihrerseits allesamt hervorragende Solisten sind. Sie alle leben den Rock und den Blues. Zusammen haben sie eine eindrucksvolle Performance hingelegt. Das Publikum in der Halle wird kontinuierlich angeheizt, bis es rast. Außergewöhnlich Keith Richards, nicht nur an der Gitarre sondern auch sein Gesangsbeitrag, wobei er seinen ganz eigenen Charme spielen lässt. Es ist nicht verwunderlich, dass er auch heute noch mit den Stones die Rockn“Roller auf der ganzen Welt in den Bann zieht. Bob Dylan wie immer kauzig. Wie eh und je mit der Mundharmonika um den Hals, krächzt er zur Gitarre mit seiner unnachahmlichen Stimme monoton ins Mikrophon. Jack Bruce rockt die Bass-Gitarre, während Phil Manzanera einzigartige Läufe auf seiner Solo-Gitarre zelebriert. Da alles live aufgenommen wurde, kommt die aufgeladene Atmosphäre besonders gut rüber. Dies liegt nicht zuletzt auch an den einzelnen Songs, die ebenfalls seit Jahrzehnten Kultstatus haben. Im Einzelnen: 

1. Sunshine of your Love Jack Bruce
2. Southern Cross Phil Manzanera
3. Sphinx Phil Manzanera 
4. City of Gold Jack Bruce
5. White Room Jack Bruce 
6. All along The Watchtower Bob Dylan 
7. Boots Of Spanish Leather Bob Dylan
8. Along The Borderline Bob Dylan 
9. Answer Me Bob Dylan 
10. Shake Rattle “N” Roll Bob Dylan/Keith Richards 
11. Going Down Keith Richards 
12. Something Else Keith Richards 
13. Connection Keith Richards 
14. Can”t Turn You Loose All Stars 

Bei dem letzten Stück lassen es alle noch einmal richtig krachen, die Musikgiganten nebst Begleitmusiker. Sie legen es darauf an vom frenetischen Publikum nicht so schnell vergessen zu werden. 

 Empfehlenswert.

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Rezension:Land of Shadows (+ Bonus DVD) (Audio CD)

Diese Kassette enthält eine DVD und eine CD. Hier kann man den Leadtönen der Jazzpianistin Julie Sassoon lauschen und sie auf der DVD bei ihrem Spiel beobachten. Dort versinkt sie geradezu in ihr Klavier, um die verborgenen Klänge aus der Tiefe zu holen. Bert Noglik meint im Begleitheft, sie reihe die Klänge einzeln auf, fädele sie zu Ketten, bündele sie zu Tontrauben und lasse sie dann wieder in die Stille entgleiten. Dem kann ich nur zustimmen.

Die Pianistin thematisiert mit "Land of Shadows" ihre biografischen Erfahrungen. Dabei steigt sie hinab in die Bereiche des Un- und Unterbewussten und meditiert im Medium der Klänge, tiefer und tiefer, Schicht um Schicht. Man muss diese Musik alleine hören, sich völlig darauf einlassen, dann erspürt man die Geschichten, die Sassoon vielleicht selbst nur erahnt.

Die Pianistin mit jüdischen Wurzeln ist in Manchester geboren, studierte klassische Musik und Malerei an der Universität von Lancaster sowie postgradual Jazz-Piano und indische Violine am Leeds College of Music. Sassoon lebt seit 2009 in Berlin. Mit ihrer Musik erzählt sie auch etwas über ihre Vorfahren, die Wertheimers, die einst im Schwarzwald ansässig waren, bis die Nazis sie ins Konzentrationslager verschleppten.

Ihre Musik sind letztlich Klänge der Nachdenklichkeit und der Hoffnung, die die Basis kreativen Tuns ist.

 Empfehlenswert.

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Rezension:Sir Colin Davis - Staatskapelle Dresden (Audio CD)

Die vorliegende CD-Box enthält 6 CDs. Es spielt die Staatskapelle Dresden unter Leitung des am 14. April 2013 verstorbenen Dirigenten Sir Colin Davis.

Der Dirigent war der Staatskapelle seit 1981 sehr verbunden, kann man dem Begleitheft entnehmen. Deshalb auch ernannte sie 10 Jahre später zum Ehrendirigenten. Sir Colin Davis studierte am Royal College of Music in London Klarinette und beschloss bereit in jungen Jahren Dirigent zu werden. So wurde er im Alter von 30 Jahren 1957 bereits zweiter Dirigent des BBC Scottish Orchestra. Von 1967 bis 1971 war er Chefdirigent des BBC Symphony Orchestra in London. 1980 erhob man ihn in den Adelsstand. Er war übrigens einer der ersten englischen Dirigenten, der bei den Bayreuther Festspielen (Tannhäuser) dirigierte. Später dann war er Chefdirigent des Symphonieorchesters des Bayrischen Rundfunks, hatte zudem zahlreiche internationale Verpflichtungen, arbeite auch mit der Staatskapelle Dresden, wo er Ehrenmitglied wurde und war Chefdirektor und später Musikdirektor des London Symphony Orchesters.

Die Sächsische Staatskapelle in der Dresdner Semperoper musiziert u.a. pro Saison ungefähr 230 Opern und Ballettaufführungen, zudem 50 symphonische und kammermusikalische Konzerte. 2007 erhielt sie als bislang einziges Orchester weltweit den "Preis der Europäischen Kulturstiftung für die Bewahrung des musikalischen Weltkulturerbes"

Zu hören sind auf den CDs wundervolle Kompositionen von Edward Elgar, Hector Berlioz, Felix Mendelssohn Bartholdy, Jean Sibelius, Franz Schubert und Johannes Brahms. Die Klangqualität ist bestens.

Derzeit höre ich die Symphony Nr.3 von Johannes Brahms mit besonderer Vorliebe, aber auch Schuberts Symphony Nr. 8 lege ich immer mal wieder auf, wohingegen die "Große Totenmesse" von Berlioz mich musikalisch nicht so sehr anspricht. Was keineswegs etwas mit der Qualität der CD oder der Interpreten zu tun hat, sondern wohl eher mit meiner Grundgefühlen, die sich lieber mit dem Leben befassen als mit dem Unabänderlichen.

Empfehlenswert.

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Rezension:Die Verdi Edition - (Royal Opera House / Nederlandse Opera) [17 DVDs] (DVD) und die Freuden sind unsagbar." (Verdi)

Vor einigen Tagen habe ich ein Buch rezensiert, das den Titel "Die Opern Verdis" trägt. Dieses Buch habe ich nicht ohne Absicht gelesen, denn ich wollte mich kundig machen, bevor ich mich in die vorliegende Verdi-Edition vertiefe. Verdi-Fans feiern in diesem Jahr Verdis 200. Geburtstag. Deshalb auch hat Opus Arte eine Verdi-Edition auf den Markt gebracht, die 17 DVDs enthält, mittels derer man die Chance hat, sich nachstehende Verdi- Opern anzuhören:

Macbeth, Rigoletto, Il Travatore, La Traviata, Don Carlo, Aida; Ottello, Falstaff, Les Vepres Siciliennes, Simon Boccanaegra, Un Ballo in Maschera und La Forza del Destino. Die 17 DVDs kann man drei an Bücher erinnernde Boxen entnehmen. Zudem gibt es ein Begleitheft.

 Dort sind die Handlungen der Opern alle näher erläutert. Man erfährt u.a. stets, wann die Uraufführung stattfand und aus welchem Jahr die Aufführung auf der jeweiligen DVD ist. Natürlich wird auch stets angeführt, welches Orchester man hört, wer der Dirigent ist, wer die einzelnen Arien singt und vieles andere mehr. Viele namhafte Opernsänger und Sängerinnen wird man gewahr, unmöglich sie alle aufzuführen. Stellvertretend für alle nenne ich Plácido Domingo.

 Das Begleitbuch ist ganz ähnlich aufgebaut, wie Bagnolis Werk, das ich kürzlich rezensiert habe, allerdings, erfährt man dort noch mehr über Kritiken und Inszenierungen vorangegangener Zeiten. Wer diesbezüglich nicht zwingend in die Tiefe gehen möchte, ist also mit dem 107 Seiten umfassenden Begleitheft aus der Editions-Kassette gut beraten.

 Die gesamte Edition befindet sich in einem Schuber, kann also gut aufbewahrt werden und ist eine Anschaffung für das Leben.

Über Verdi und das Drama wird man zu Beginn des Begleitbüchleins bestens aufgeklärt. Die in der Edition zusammengestellten Bühnenaufführungen zeigen, dass es in den letzten beiden Jahrzehnten eine gewisse Bandbreite an Inszenierungen gegeben hat. Sich damit zu befassen, ist natürlich sehr interessant.

Besonders angetan bin ich von den Inszenierungen von "La Traviata" und "Aida". Wohl dem, der eine große Leinwand hat und all die Opern jetzt im Sommer im Garten hören und sehen kann. Diese Edition motiviert zu einer solchen Kinoatmosphären-Investition. 

Empfehlenswert.

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Rezension:Die Opern Verdis: Personen, Handlungen, Quellen, Kritiken, Inszenierungen (Broschiert)

Derzeit erfreue ich mich an Opern Verdis, die ich als DVD-Kassette seit geraumer Zeit in meinem Bestand habe. Um mehr über die Personen, Handlungen, Quellen, Kritiken und auch Inszenierungen dieser Opern zu erfahren, habe ich das vorliegende reich bebilderte Buch gelesen, welches seitens Giorgio Bagnoli herausgegeben worden ist.

Nach einer kurzen Einführung hat man Gelegenheit eine tabellarische Biographie über diesen Komponisten zu lesen, der übrigens am 12. Oktober 1813 geboren wurde.

Im Rahmen von Textbeiträgen unterschiedlicher Autoren erfährt man Wissenswertes zu nachstehenden Opern: Oberto, Graf von San Bonifacio, König für einen Tag, Nabucco, Die Lombarden auf dem ersten Kreuzzug, Ernani, Die beiden Foscari, Die Jungfrau von Orleans, Alzira, Attila, Macbeth, Die Räuber, Der Korsar, Die Schlacht von Legnano, Luisa Miller, Stiffelio, Rigoletto, Der Troubadour, La Traviata, Die sizilianische Vesper, Simon Boccanegra, Ein Maskenball, Die Macht des Schicksals, Don Carlos, Aida, Ottello und Falstaff.

In der Einführung bereits wird begründet, weshalb die Opern Verdis von einer kräftigen Dosis Volkstümlichkeit geprägt sind, die sich mit charakteristischen Elementen der italienischen Musik verbindet. Wie Bagnoli betont, blieb der Mensch Verdi neben dem Künstler stets präsent. Dabei beschreibt der Autor ihn als Kind der Romantik, mit Anwandlungen von düsterem Pessimismus und Anflügen von Leidenschaft. Auf die gesellschaftlichen Probleme seiner Zeit soll Verdi sehr sensibel und offen reagiert haben. Sie fanden deshalb auch in seinen Opern ihren Niederschlag.

Die Handlungen der einzelnen Opern lernt man ausführlich kennen, erfährt auch immer, wann sie uraufgeführt wurden und erhält jeweils eine aufschlussreiche Werksbeschreibung.

Heute Abend werde ich "La Traviata" hören und sehen. Diese Oper besteht aus drei Akten. Die Handlung beruht auf dem Roman "La Dame aux camélias" von Alexandre Dumas d. J.. Die Uraufführung fand 1853 in Venedig statt.

Leider ist es nicht möglich all die vielen Infos zu den Verdi- Opern hier wiederzugeben. Sich jeweils über Handlung und Werk vor einem Opernbesuch in Bagnolis Buch kundig zu machen, halte ich für sinnvoll, gerade auch dann, wenn die Gesänge in italienischer Sprache erfolgen und man möglicherweise Gesehenes deshalb fehlinterpretiert.

Die sehr schönen Bühnenbilder sind besonders inspirierend, wenn man die Opern auf CD hört.

Empfehlenswert.

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Rezension Peter J. König: THE SOUTH AFRICAN MEETING OF- V I R A M U N D O GILBERTO GIL - VUSI MAHLASELA

In der Musikszene Brasiliens ist Gilberto Gil die Ikone, eine Berühmtheit, die weltweiten Ruhm und Anerkennung genießt. Bei dem hier vorliegenden Album: "The south african meeting of Viramundo" hat er sich mit den Wurzeln seiner brasilianischen Musik befasst und sich sowohl in Südafrika, als auch in Australien inspirieren lassen. Die so entstandenen Titel zeigen die Verbindung zwischen den lateinamerikanischen und den südafrikanischen Ursprüngen. Bei einem Konzert in Johannesburg wurde er frenetisch gefeiert, instinktiv spürte das Publikum die Nähe dieser musikalischen Verwandtschaft. Deshalb hat Gilberto Gil einige dieser Titel auf diese CD gebracht.

Für das Jazzfestival in Montreux sind weitere Kompositionen am Genfer See entstanden, wo er sich mit einigen namhaften Musikern aus der ganzen Welt zusammen getan hat, unter anderem mit dem südafrikanischen Pianisten Paul Hanmer. Schon die einzelnen Titel zeigen, wohin die Reise gegangen ist:
01. Tempo Rei
02. La Renaissance Africane
03. When You Come Back/ Nakupenda Africa
04. A Raca Humana
05. Estrela
06.The Beauty Of Our Land-Ubuhle Bomhlaba
07. Kao
08. Piece Of Ground
09. Oracao Pela Libertacao Da Africa Do Sul
10. Viramondo

Wie man Gilberto Gil kennt, ist seine Musik einfühlsam, sehr rhythmisch und voll südamerikanischem Temperament. Trotzdem sind die afrikanischen Elemente nicht zu überhören. Diese Musik eignet sich besonders für die warmen Sommerabende hierzulande, erzeugt sie doch das tropische Gefühl, das wir hier an solchen Abenden so sehnlichst vermissen.

Empfehlenswert
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Rezension: Mythos Wagner- 5 CDs

Diese Kassette enthält fünf CDs von bester Qualität mit Orchesterwerken von Richard Wagner, dem ich mich auf diesem Wege und auch im Rahmen einer Doppelbiografie von Eberhard Straub mit dem Titel "Wagner und Verdi" behutsam zu nähern suche.

Anlässlich Richard Wagners 200. Geburtstag hat Naxos diese Box auf den Markt gebracht. Auf den CDs ist Orchestermusik aus seinen populärsten Opern zu hören, aber auch gleichermaßen Raritäten, die vielleicht nur eingefleischten Wagnerfans bekannt sind.

Der Hörgenuss erstreckt sich auf 288 Minuten. Es spielen das Slovak Philharmonic Orchestra unter Michael Halász, das Slovak Radio Symphony Orchestra unter Uwe Mund, das Polish National Radio Symphony Orchestra unter Johannes Wildner, das Hong Kong Philharmonic Orchestra unter Varujan Kojian und das Malaga Philharmonic Orchestra unter Alexander Rahbari .

Man hat Gelegenheit auf der CD 1 Höhepunkte aus "Der fliegende Holländer", aus "Tannhäuser" und aus "Lohengrin" zu hören. Die CD 2 enthält Stücke aus "Der Ring der Nibelungen", u.a. aus Rheingold "Einzug der Götter in Walhall" oder auch aus der Götterdämmerung "Siegfrieds Tod und Trauermarsch".

Die CD 3 (meine Lieblings-CD der Box) enthält die Ouvertüre zu "Die Meistersinger von Nürnberg", auch das "Vorspiel zum 1. Aufzug- Isoldes Liebestod" aus Tristan und Isolde- traumhaft schön-, das "Siegfried-Idyll" sowie das Finale der "Götterdämmerung".

Der CD 4 ist u.a. die Ouvertüre der "Polonia" und die Ouvertüre der "Rule Britannia" zu entnehmen und die CD 5 schließlich enthält Highlights wie die Ouvertüre zu "Das Liebesverbot" oder auch die Ouvertüre zu "Faust".

Im Begleitheft erfährt man Wissenswertes zu Wagner, der als geborener Musikdramatiker gilt, aber sich zunächst der Instrumentalmusik verschrieben hatte.

Moment höre ich Stücke aus Lohengrin und sehe Elsa von Brabant vor mir, die in meiner Vorstellung mit Isolde verschwimmt. Durch Wagners Musik begreife ich beider Tod aus Liebe völlig.

Beste Klangqualität, gutes Preis- Leistungsverhältnis. Empfehlenswert.

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Rezension:Rhapsody in Blue (Audio CD)

George Gershwins (1898-1937) Erfolgsweg als Komponist und Interpret ernsthafter und unterhaltender Musik führte von der Tin Pan Alley über den Broadway zur Carnegie Hall. Eigentlich war Gershwin ein Songschreiber, doch irgendwann veranlasste der berühmte Jazzbandleader Paul Whiteman ihn "Rhapsody in Blue" zu schreiben.

Aufgeführt wurde sie dann 1924. Die Jazzelemente im Stück kann man wohl als Beschwörung des "Amerikanischen Blues" betrachten.

Seine "Strike up the Band" Ouvertüre gilt der Opener zum gleichnamigen Musical­hit am Broadway. Sein durch eine Zugfahrt inspiriertes Meisterwerk "Rhapsody in Blue" interpretierte Gershwin als "musikalisches Kaleidoskop der Vereinigten Staaten". Die "Promenade" ist als Rekonstruktion eines Film­-Soundtracks von 1937 entstanden. Aus der Oper "Porgy und Bess" kreierte Gershwin seine Konzertsuite mit dem Titel "Catfish Row"

Eine "kühne, schneidige Darbietung mit viel Pep" sowie "eine beeindruckende Brillanz und Tiefe" bescheinigte "Classics Today" der ersten Gershwin­ Folge mit JoAnn Falletta und Orion Weiss. Diesem Urteil schließe ich mich an.

Wundervolle Klänge. Empfehlenswert. 

PS: Dem Begleittext kann man die Beschreibung der Stücke und Porträts von Orion Weiss, John Fullam, dem Buffalo Philharmonic Orchestra sowie JoAnn Falletta entnehmen.

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Rezension: I Cried Out to the Lord (Audio CD)

Die vorliegende CD, die ich soeben gehört habe, enthält sakrale Musik des ukrainischen Musikers Dmitry Bortniansky (1751-1825). Seine Kompositionen hatten übrigens einen starken Einfluss auf die deutsche Kirchenmusik im 19. Jahrhundert. 

Der Musiker studierte in Italien, später wurde er Kapellmeister unter dem russischen Zaren. Sein Chor soll einst weltberühmt gewesen sein.

Die Texte zu "I cried out to the Lord- Hymns and Choral Concertos" sind dem Begleitheft in russischer und deutscher Sprache zu entnehmen. Die Leitung des Ensembles Cherubim hat Marika Kuzma.

 Das besondere an der vorliegenden Aufnahme ist die Tatsache, dass die Konzerte erstmals in kirchenslawischer Aussprache des frühen 19. Jahrhunderts authentisch wieder hergestellt worden ist.

Auf mich wirken die Gesänge geradezu engelsgleich. Eine CD, mit der man sich auf kirchliche Feiertage, wie den heutigen einstimmen kann. 

 Empfehlenswert.

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Rezension: Reger - Orgelwerke Vol.13- Christian Barthen

Der Organist und Kirchenmusiker Christian Barthen studierte an der Hochschule für Musik Saar, in den Orgelklassen von Wolfgang Rübsam und Andreas Rothkopf und in den Klavierklassen von Robert Leonardy und Jean Micault. 

Barthen hat bereits eine Fülle von Preisen erhalten und kann eine umfangreiche Konzerttätigkeit nachweisen. Am 1.September 2013 gibt er übrigens in Aachen ein Konzert. 71 Minuten lang spielt Barthen ungemein faszinierend Orgelwerke von Max Reger (1873-1916) in der Christuskirche, Mannheim (Monologe Nr. 7­12, Sonate Nr. 1 in fis ­Moll, Fantasie und Fuge in c­ Moll). 

Reger gilt seit Bach als der größte Orgelkomponist seit Bach. Obschon er katholisch war, fand er in der lutherischen Tradition einen musikalischen Quell, aus dem er die Inspiration für seine Choralvorspiele, Choralfantasien und andere Werke zog. 

 Die "Fantasie" schrieb er aus dem Geiste Bachs, gleichwohl spricht sie die Sprache Regers und mündet in eine beeindruckende Fuge zu vier Stimmen. Über all die Stücke auf der CD erfährt man im Begleitheft Näheres. Ich höre diese CD gerne, weil die Musik zutiefst spirituell ist und für eine gewisse Zeit jedem Raum, in dem sie aufgelegt wird, eine beinahe klösterliche Ruhe verleiht, die uns neue Kraft schenkt.

 Empfehlenswert.

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Rezension: Bunte Blätter/Fantasiestücke (Audio CD) - Robert Schumann

Die Pianistin Idil Biret wurde in Ankara geboren und begann im Alter von drei Jahren Klavier zu spielen. Studiert hat sie am Pariser Konservatorium bei Nadia Boulanger und schloss im Alter von 15 Jahren ihr Studium mit drei Preisen ab. Biret vervollständigte ihre Ausbildung bei Alfred Cortot.

Ab ihrem 16. Lebensjahr konzertierte Idil Biret in den bedeutesten internationalen Konzerträumen u.a. mit dem London Symphonie Orchester, dem Boston Symphonie Orchester, dem Leningrader Philharmonischen Orchester, dem Leipziger Gewandhaus Orchester, der Dresdner Staatskapelle, dem Orchester Suisse Romande, dem Tokyo Philharmonischen Orchester, dem Orchestre National de France und dem Sydney Symphonie Orchester.

 Die Pianistin ist hochgeehrt. Das zeigt sich an der Fülle von Auszeichnungen, unter diesen befinden sich: der Lily Boulanger Gedenkpreis in Boston; die Harriet Cohen / Dinu Lipatti Goldmedallie in London; der polnischen Preis für künstlerische Verdienste; der französische, nationale Ritterverdienstorden; Adelaide Ristori Preis (Italien). Mitglied war sie von Preisrichterjurien bei mehreren Klavierwettbewerben, so u.a. bei dem von Van Cliburn (USA), Königin Elisabeth (Belgien), Montreal (Canada), Liszt (Weimar) und von Busoni (Italien).

 Die vorliegende CD enthält traumhafte Stücke von Robert Schumann, genannt "Bunte Blätter", OP. 99 und "Fantasiestücke", Op 12.

Es ist ein großes Vergnügen Biret spielen zu hören, denn von ihren Klängen geht eine ungeheure Leichtigkeit aus, die dem Romantiker Schumann eine ganz neue Qualität verleiht, weniger melancholisch, dafür um so mehr Heiterkeit. Hätte er Idel Biret hören können, hätte er gewiss nie geäußert: "Mir träumte, ich wäre im Rhein ertrunken." Fasziniert von ihrem Können, hätte er den Tod aus seinen Träumen verbannt.

Empfehlenswert.

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Rezension: Ballet Russes - Roman Rabinovich

"Der Tanz ist das stärkste Ausdrucksmittel der menschlichen Seele." (Thomas Niederreuther) 

 Der israelische Pianist und Maler Roman Rabinovich gewann 2008 den Arthur Rubinstein International Piano Master-Wettbewerb und erhielt zudem vier Auszeichnungen, darunter den renommierten Mezzo Award. Konzertiert hat der 25 jährige Künstler bereits weltweit in den besten Häusern.

Geborenen wurde der hochbegabte junge Mann in Taschkent in Usbekistan. Mit seiner Familie wanderte er 1994 nach Israel aus, wo er bei Irena Vishnevitsky und später bei Arie Vardi studierte. Rabinovich absolvierte das Curtis Institute of Music als Schüler von Seymour Lipkin und erwarb seinen Master an der Juilliard School. Finanziell gefördert wurde er von Tzfunot Tarbut sowie mittels Stipendien der America-Israel Cultural Foundation 1996-2004.

Bemerkenswert ist die Tatsache, dass Rabinovich nicht selten seine Konzerte mit Ausstellungen seiner Gemälde kombiniert. Seine Arbeiten kann man übrigens auf seiner Website bewundern.

Die CD enthält zehn Stücke für Klavier, Op. 75 aus Romeo und Julia von Sergei Prokofiev, zwei Sätze aus Daphne und Chloe von Maurice Ravel arrangiert von Roman Rabinovich und drei Sätze aus Petrushka von Igor Stravinsky.

 Bei der vorliegenden CD handelt es sich um eine Debuteinspielung des hoffnungsvollen und talentierten Nachwuchskünstlers. Es sind wahrlich wundervolle Klänge, die in eine Zauberwelt entführen, in der durch Tanz auf vielfältige Art der Liebe und der körperlichen Nähe zwischen uns Menschen subtil gehuldigt wird.

 Dem Begleitheft kann man Wissenswertes zu den vorgestellten Stücken entnehmen. Die CD hat eine tolle Klangqualität.

 Empfehlenswert.
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Rezension: Debussy -Klaviermusik Vol.2 (Audio CD)- Michael Korstick

Der Pianist Michael Korstick studierte bei Hans Leygraf in Hannover und bei Tationa Nikolaieva in Moskau, um dann nach einem Studienaufenthalt an der New Yorker Juillard School bei Sacha Gorodnitzki sein Examen zu machen. Korstick ist Preisträger bedeutender internationaler Klavierkonzerte und hat sich auch aufgrund seiner preisgekrönten CD-Einspielungen als einer der führenden deutschen Pianisten einen Namen gemacht.

 Im Begleittext zur CD schreibt Korstick eingangs, wann seine Liebe zu Kompositionen des französischen Komponisten Debussy ihren Anfang nahm und erwähnt in diesem Zusammenhang die Suite "Pour le Piano", deren Klangwelt für ihn eine Mischung aus Archaik, Neobarock und farbiger Harmonie verkörpert.

Mittlerweile befasst sich der Künstler vier Jahrzehnte mit dem französischen Komponisten und bringt nicht nur in Worten, sondern hauptsächlich durch die vorliegende CD-Einspielung seine Freude darüber zum Ausdruck. Dabei soll nicht unerwähnt bleiben, dass Korsticks Virtuosität und die farbeinreiche Sonorität immens effektvoll sind.

Über sämtliche Klavierwerke Vol 2 von Debussy wird man im Begleittext zur CD sehr gut aufgeklärt. Großartige Klänge, beeindruckend vorgetragen.

Empfehlenswert.

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Rezension:Go-Between-Zwischen Tanz und Traum (Audio CD)

Die rumänische Pianistin Raluca Stirbat zählt zu den herausragendsten Vertreterinnen der jungen rumänischen Klaviergeneration und kann bereits auf bemerkenswerte internationale Erfolge verweisen. Ihren hohen künstlerischen Stellenwert hat sie mittels ihrer brillanten Technik und einer beachtlich reichhaltigen Palette an Klangfarben erarbeitet. Diese versteht Stirbat meisterhaft zu verbinden. Die Künstlerin selbst betrachtet als Kernstück ihrer Interpretationen die Herauserarbeitung der im Werk versteckten dramaturgischen Gestalt. Die Pianistin verfügt hörbar über viel Temperament. Sie ist stilsicher und besitzt technische Bravour. All dies macht es ihr möglich, Interpretationen voller Energie und natürlicher Ausdruckskraft zu entwickeln.

Schon im Alter von sechs Jahren erhielt Stirbat Klavierunterricht und gab mit zehn ihr Debüt als Konzertpianistin mit Haydns Klavierkonzert in D- Dur. Von da an galt sie in Rumänien als Wunderkind und trat mit allen wichtigen Orchestern ihres Heimatlandes auf. In Wien studierte die Musikerin an der dortigen Musikuniversität und schloss bei Prof. Jürg von Vintschger im Klavier-Konzertfach als Magister Artium ab. Sie trat anschließend in vielen bedeutenden Konzerthäusern auf und nahm an zahlreichen Meisterkursen teil. Stirbat ist Preisträgerin diverser nationaler und internationaler Wettbewerbe und beeindruckt durch eine lange Liste von künstlerischen Tätigkeiten als Solistin und Kammermusikpartnerin, aber auch durch eine Fülle von Konzerten mit Orchester.

Für ihre künstlerischen Leistungen und ihr soziales Engagement wurde sie im März 2013 vom Innenministerium der Republik Österreich zum Integrationsbotschafter ernannt. Go-­Between ­ - Zwischen Raum und Tanz- enthält Werke von César Franck, Claude Debussy, George Enescu, Mihail Jora, Béla Bartók. Pianistin ist Raluca Stirbat. Die Künstlerin stellt übrigens Komponisten aus ihrer Heimat Rumänien in den Mittelpunkt der CD.

 Des Weiteren werden Werke zweier Vertreter der französischen Musik: César Franck und Claude Debussy spannend gegenübergestellt.

 Zu den Komponisten und den Stücken wird man ausführlich im Begleitheft informiert. Vom Können Racula Stirbats bin ich hingerissen. Die Klangfarben, die sie hervorbringt, berühren die Seele auf vielfältige Weise.

 Sehr empfehlenswert.

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Rezension: Sinfonie 41/Sinfonie 7 (Audio CD)- Herbert von Karajan

Auf diesen beiden CDs hat man Gelegenheit eine vollständige Aufnahme des Konzertes von Herbert von Karajan in der Royal Festival Hall am 6.April 1962, einschließlich der britischen und österreichischen Nationalhymnen zu hören. Dabei sind die Tempi der Sinfonien von Mozart und Bruckner schneller als in irgendeiner Studioaufnahme Karajans.

 Herbert von Karajan hatte seit 1957 die Position des Leiters der Wiener Staatsoper inne. Während seiner siebenjährigen Amtszeit reichte sein Repertoire von Montiverdi bis Pizetti.

In der Londoner Aufführung von Bruckners siebter Sinfonie ist ein Touch der fein herausgearbeiteten Wagner'schen Klangkultur zu vernehmen, konstatierte Richard Osborn zu Recht. Karajans Liveaufnahme beeindruckt gerade deshalb, weil sie nicht so ausgefeilt ist wie die Studienaufnahmen. Dies gilt auch für die Jupiter-Sinfonie.

Die Dauer der hier aufgezeichneten Sinfonien ist kürzer als bei Karajans Studioaufnahmen, teilweise sind sie freier und enthalten dazu noch kraftvolle Momente.

 Die Klangqualität ich ganz hervorragend. Ein absoluter Hörgenuss. 

 Empfehlenswert.

Rezension: Klavierkonzerte (Audio CD)- Florian Uhlig

Der Pianist Florian Uhlig lebt seit 1995 in London, wo er auch studiert hat. Im Alter von 17 Jahren nahm er am Schubertwettbewerb teil. In der Jury saß der Klavierpädagoge Peter Feuchtwanger. Bei ihm hatte er übrigens Meisterkurse belegt. In England wurden Uhlig diverse Stipendien angeboten. Er entschied sich zunächst für das Royal College, dann wechselte er an die Royal Academy of Music. Dort machte er seinen Master und promovierte auch.

Sein Orchesterdebüt gab Uhlig im Londoner Barbican. Das war im Jahre 1997. Seither gab der Künstler viele Konzerte in großen Sälen in Berlin, New York, London und Paris, Hongkong, Reykjavik und Kapstadt. Uhlig konzertierte mit Orchestern wie dem BBC Symphony Orchestra, der Deutschen Radio Philharmonie, der Dresdner Philharmonie und vielen anderen mehr. Als Solist konzertierte er mit international renommierten Dirigenten, unter diesen befanden sich Ariel Zuckermann und Christoph Poppen.

Uhlig erzählt mit den thematisch geordneten Einspielungen ein weites Panorama seelischer Empfindungen und zwar auf betont sinnliche Weise. Sein Klavierton wird durch eine enorme innere Energie unverwechselbar. Bis in die komplexesten Passagen hinein leuchtet sie hell und konzentriert auf.

Begleitet wird der Pianist auf der CD von der Deutschen Radio Philharmonie Saarbrücken unter Leitung des Dirigenten Pablo González.

 Zu hören sind Stücke von Claude Debussy (Fantasie für Klavier und Orchester) Jean Francaix (Concertino für Klavier und Orchester) Francis Poulenc (Klavierkonzert FP 146) und Maurice Ravel (Klavierkonzert G-Dur).

Zu den Stücken kann man im Begleitheft Näheres erfahren.- Hört man die CD aufmerksam, so begreift man vollkommen, wenn Florian Uhlig von sich sagt, dass das eigentliche Leben für ihn die Musik ist. Für den Zuhörer sind die Klänge einfach nur wundervoll. 

 Die Tonqualität ist bestens. 

 Empfehlenswert.

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Rezension: Mozart in C (Klaviersonaten 14+16/+) (Audio CD)

Die Japanerin Seiko Tsukamoto studierte am Conservatoire National Supérieur de Musique de Paris bei Jaques Rouvier. Dort erhielt sie einstimmig den Premier Prix. In der Folge setzte sie ihr Studium an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover bei Arie Vardi fort. Die Pianistin ist Preisträgerin vieler renommierter Wettbewerbe, so etwa dem internationalen Vladimir Horrowitz Wettbewerb in Kiew und dem internationalen Musikwettbewerb Genf. Finalistin war sie zudem beim internationalen Königin Elisabeth Wettbewerb in Brüssel.

Als Solistin und Kammermusikerin gibt Seiko Tsukamoto Konzerte in Europa, den USA, Israel und in Asien. Hervorheben möchte ich, dass sie u.a. als Solistin mit dem Menuhin Festival Orchestra unter Leitung von Sir Yehudi Menuhin auftrat.

Wie man dem Begleittext zur CD entnehmen kann, ist die Sonate No. 14 als Dokument der Trostlosigkeit und Verzweiflung zu verstehen. Im Rahmen von Mozarts 18 Sonaten nimmt sie eine Sonderstellung ein. Bereits der erste Satz bewegt sich in einem Ausdruck leidenschaftlicher Gespanntheit. Dabei führt das weit ausholende Adagio in ganz neue Bezirke des Mozartschen Denkens. Der Schlusssatz nimmt Bezug auf den konfliktgeladenen ersten Satz. Hinzu kommen Dissonanzen, häufige Generalpausen und schroffe Modulationen. Untypisch für Mozart sind der heroische Ernst und die mitunter finstere, geradezu trotzige Grundhaltung dieser Sonate. Zudem stellt er dem Werk ein Präludium voraus, die kurz nacheinander weitere Tonarten berühren. Die Fantasie stellt gewissermaßen eine auskomponierte Improvisation dar. Sechs verschiedene Abschnitte wachsen organisch und mit zwingender Logik zu einem Ganzen zusammen. Am Ende kommt der Anfang wieder und zwar in einer Art Variation, erweitert durch eine kurze Coda.Der Grundcharakter der Fantasie und der Sonate ist ein tragischer.

 Die C-Dur –Sonate KV 45 wurde von Mozart als kleine "Klaviersonate für den Anfänger" bezeichnet. Das ettüdenhafte Passagenwerk soll die manuelle Beweglichkeit fördern. Traumhaft ist die Klarheit dieser Sonate, deren Mittelsatz mit seiner wundervoll fließenden Kantilene besticht.

Seiko Tsukamito beeindruckt durch ihre extreme Sensitivität mit der sie Mozarts Werke dem Zuhörer nahe bringt. Die Klangqualität ist bestens.

Empfehlenswert.
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Rezension: Amore e Tormento - Italienische Arien (Audio CD)

Liebe und Qual

Diese CD enthält Arien, gesungen von dem italienischen Tenor Massimo Giordano, der übrigens ein leidenschaftlicher Schachspieler und Liebhaber der klassischen Kunst ist.

Der Tenor trägt mit seiner atemberaubenden Stimme Arien von nachstehender Komponisten aus folgenden Opern vor: Puccini - Manon Lescaut; Cilea- Adriana Lecouvreur; Giordana- Andrea Chénier; Puccini- Tosca; Verdi- Don Carlo; Cilia- L' Arlesiana; Puccini- Le Villi; Verdi Simon Boccanegra; Puccini- Madame Butterfly; Puccini- Turandot; Ponchielli La Gioconda; Giordano- Marcello.

Die Stimme des Tenors ist einfach unwiderstehlich. Kraftvoll ist sie und dabei voller Liebe. Die ausgewählten Stücke beeindrucken mich sehr, nicht zuletzt weil sie es möglich machen, Giordanos Technik, seine Phrasierung und seine Töne in ihrer Gesamtheit kennen zu lernen, aber auch des Kunstgenusses wegen, an dem man durch diese CD teilhaben kann.

Begleitet wird der Tenor vom Ensemble del Maggio Musicale Fiorentino. Der Dirigent ist Carlo Goldstein

Eine tolle Tonqualität.

Empfehlenswert.


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Rezension: Salsa Rica - Tango Caliente: Eine musikalische Reise durch Lateinamerika (Taschenbuch)

Dr. Cornelius Schlicke hat Musikwissenschaften und Spanisch studiert und konzipiert heute Radiosendungen, Artikel, Vorträge und Lehrveranstaltungen zur Musik Lateinamerikas. Seine Arbeit "SALSA RICA TANGO CALIENTE" ist eine musikalische Reise durch Lateinamerika.

Das Buch thematisiert einige Phänomene der populären Musik Lateinamerikas und befasst sich mit diversen Stilrichtungen, Liedern Tänzen, Rhythmen und Instrumenten. Einbezogen sind dabei auch immer mit die Menschen in ihrer Beziehung zur Musik und zwar nicht bloß die Musiker, sondern auch jene, die sie hören, lieben, verachten, verteidigen und bestreiten, schreibt der Autor im Vorwort. Lateinamerikas Identität ist durch Kreolisierung und Vermischung (mestizaje) begründet, zeitgleich aber zersplittert in viele tausende Subidentitäten. Die Prozesse der Selbstfindung wurden durch die Musik von Anfang an begleitet, kommentiert, in Klang vermittelt. Die fortdauernde Auseinandersetzung zwischen Eigenem und Fremdem hat die vielgestaltige Formenwelt einer genuin lateinamerikanischen Musikfolklore geprägt.

Die enge Wechselbeziehung zwischen Folklore und der populären Musik soll zu den Eigenheiten des lateinamerikanischen Musiklebens gehören. Nicht selten wurde die Weiterentwicklung traditioneller Musikformen durch Migrationsprozesse ausgelöst und häufig schenkt die Musik Einblicke in die sozialen Realitäten und Auseinandersetzungen innerhalb eines Landes. Wie der Autor schreibt, streitet man sich in Lateinamerika nicht selten darüber, ob ein musikalisches Phänomen eher spanische, afrikanische oder indigine Wurzeln hat. Die Entwicklung der lateinamerikanischen Musik wurde auch durch ihre internationale Vermittlung geprägt, nicht zuletzt deshalb, weil das musikalische Geschehen vor Ort zurück wirkte. Oftmals wurden Evergreens erst durch die Fremdinterpretation aus den USA oder Europa bekannt



Die 13 Kapitel des Buches sind als Reiseroute geordnet. Ihren Anfang nimmt die Route in Kuba und dort endet sie dann auch. Als Grund dafür wird genannt, dass dort die Geschichte auf engem Raum in Extremen verlief und eine besonders reichhaltige Musikkultur mit hoher Ausstrahlungskraft prägte. Die Reise verläuft nach einem Abstecher zu den Latino-Vierteln New Yorks weiter über Mexiko, Mittelamerika und Kolumbien über die Gebirgszüge der Anden, hin nach Argentinien, daraufhin dann an die Atlantikseite, erneut nordwärts über Brasilien und Venezuela hinauf zur Karibik...... Selbst über große Distanzen lassen sich übrigens Verbindungen festmachen, so etwa im Hinblick auf die Musikkulturen Kolumbiens und Mexikos oder Brasilien und Kubas.

Im umfangreichen Glossar werden viele Begriffe erläutert, die im Grunde nur Kenner der Musikszene normalerweise mit Inhalt füllen können.

Es führt zu weit, auf die im Buch dargebotene musikalische Vielfalt und die Fülle der Informationen einzugehen. Über die von mir hoch geschätzte Mercedes Sosa (1935-2009) erfährt man nicht zuletzt auch Wissenswertes. Ihr "Gracias a la vida" höre ich fast ebenso oft wie die die Tangos von Astor Piazzolla oder die Rhythmen der Kubaner. 

Über all dies und vieles mehr Hintergrundwissen zu erhalten, hat mich sehr erfreut. Das Buch empfehle ich 
deshalb gerne weiter.

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Rezension: Leonard Bernstein- Kein Tag ohne Musik

Dieses wundervolle Buch hat der Autor Jonathan Cott auf den Weg gebracht. Er war lange  Jahre  hindurch Redakteur des „Rolling Stone“ und schrieb u.a. für die "New York Times".

Man hat Gelegenheit  das viele Seiten umfassende Interview, das er am  20. November 1989 mit  der weltberühmten Persönlichkeit Leonard Bernstein (1918- 1990)  über viele Stunden hinweg realisierte, hier nachzulesen.

Bernstein war Dirigent, Komponist, Pianist, Autor, Musikpädagoge und Menschenrechtsaktivist. Cott schreibt in seinem Präludium, dass der Musiker ein Leben von Byron´scher Intensität führte, das leidenschaftlich, polyamourös, riskant, jenseits aller Konventionen, unaufhörlich produktiv und in jeder Beziehung eindrucksvoll gewesen sei. Bernstein soll von Anfang an so extravagant  und dabei mit einer geradezu rauschhaften Begeisterung dirigiert haben, dass ihm seine Kritiker Exhibitionismus und Gefühlsseligkeit vorwarfen. Sympathisch an ihm  war einfach alles, auch seine klare Entschiedenheit auf keinen Fall seine emotionalen, intellektuellen, politischen, erotischen und spirituellen  Regungen von der musikalischen Erfahrung zu trennen, (vgl.: S.16).

Wie in dem Interview deutlich wird, war  Leonard Bernstein weder arrogant noch herablassend. Er kehrte,  wie Cott anmerkt, niemals den elitären Künstler heraus. Stattdessen war er von entwaffnender Offenheit, sehr humorvoll und sprach sich furchtlos gegen jegliche Art  von politischer und sozialer Heuchelei aus, (vgl.:S 18)

Der Autor berichtet im Vorfeld, wann sein Interesse an Leonard Bernstein geweckt wurde. Ich habe mir zunächst die 15 Fotos von Bernstein, die im Buch eingebunden sind, näher angesehen.  Das erste  stammt aus dem Jahre 1947, das letzte  aus dem Jahre 1988. Welch` ein Mann.  Offenheit, Güte und Weltläufigkeit pur. Alle, die Bernstein kennen lernen durften, müssen begeistert von ihm und seiner Aura gewesen sein.

Ich kann an dieser Stelle  nicht auf alle Facetten des Interviews eingehen. Kurzum Bernstein hatte Cott zum Dinner eingeladen und plauderte mit ihm über Musik und über Gott und die Welt. Musiker wie Mahler und Dichter wie Rilke sind ein Thema, aber auch  die Psychoanalyse und mit ihr deren Vater  Freud kommen zu Sprache. An irgendeiner Stelle  des Gesprächs sagt Bernstein, dass jeder, der, anders als die Menschen seiner Generation, die Möglichkeit  der Zerstörung des Planeten von einem Augenblick zum nächsten für einen Selbstverständlichkeit hält und damit aufgewachsen ist, umso intensiver angezogen wird von der Aussicht auf sofortige Befriedung seiner Bedürfnisse, (vgl.: S.59). Für ihn war klar, dass wir zurückkehren müssen, zu Vertrauen und  Hoffnung und Glauben, weil man nur so  auch Zukunft denken kann.

Bernstein  hat sich stets seine kindlichen Facetten bewahrt, wie deutlich wird, und er berichtet von Vorlesungen, die er 1973 an der Harvard Universität hielt, wo er  darüber sprach, dass alle Kinder mit sprachlicher und musikalischer Kompetenz auf die Welt gekommen sind. Die Musik ist dabei für ihn ein  nicht geringer Teil der Kommunikation. Er  hebt hervor, dass jedes Kind mit einem Sinn für Rhythmus begabt ist und über die Fähigkeit verfügt, sich auf die Obertonreihe einzustimmen, (vgl.: S. 68).

An anderer Stelle sagt er, dass das Zusammensein mit jungen Leuten ihn lebendig gehalten habe und er versichert glaubhaft, dass er für diese Menschen wahrlich alles tun würde, (vgl.:S.71). Man glaubt es ihm sofort.

Der Menschenrechtsaktivist spricht natürlich auch über Politik und lässt nicht unerwähnt, dass er die größten Staatsmänner Europas kennengelernt habe.  Leonard Bernstein war ein bekennender Liberaler und zwar einer, der an die Menschen glaubte und nicht an irgendein abstraktes Ding, (vgl. :S. 78).

Man erfährt Einiges über seine musikalischen Vorlieben und er rezitiert  ein Sonett von John Keats (wie Cott anmerkt) an diesem Abend auswendig.  In diesem Zusammenhang philosophiert der große Musiker über den rhythmischen Puls, der auch für die große Musik  ein zentrales Merkmal darstellt.

Bernstein plaudert über Proust und über Mozart, auch zur Minimal Music äußert es sich und er sagt mit Nachdruck: "Worauf es ankommt, dass es kein Gesetz  gegen irgendeine Art von Musik geben sollte."

Diese liberale Grundhaltung, nicht nur im Hinblick auf Musik, zeichnete diesen Ausnahmemenschen aus, der es schaffte, den Menschen sofort ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern, weil jeder spürte, dass er seinen Mitmenschen, den Freiraum zubilligte, den er  auch für sich als angemessen erachtete.

Ein Buch, das ich sehr gerne weiterempfehle.

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Rezension:Deep South: The Story of Blues (Fotobildband inkl. 4 Musik-CDs) (Gebundene Ausgabe)


In diesem wahrlich gelungenen earBook wird die Geschichte des Blues erzählt. Nicht nur beim Lesen dieser Story sollte man die dem reich bebilderten Buch beigegebenen vier CDs hören, deren Klangqualität exzellent ist.

Die vier CDs tragen die gleichen Titel wie die Kapitel im Buch. Diese heißen:
ROUGH SOUND FROM THE DELTA.
ROCKIN` THE HOUSE
BLUE NOTES FROM THE COOKBOOK
AMPLIEFIED, YOUNG U. WHITE

CD 1 enthält 20 Stücke des Folk und Classic Blues, C 2 20 Stücke des Piano Blues, CD 3 11 Stücke des Jazz Blues und CD 4 20 Stücke des Electric Blues.

Zu den Interpreten zählen Bessie Smith, Ida Cox, Son House, Willie Brown, Jesse James, Albert Ammons, Pete Johnson, Memphis Slim, Louis Amstrong and his hot Five, Miles Davis, Dave Brubeck Featuring Bill Smith, Chuck Berry, Elvis Presley, John Lee Hooker, B.B. King u .a. mehr.

Die Texte sind in englischer und deutscher Sprache abgedruckt.

Der frühe Blues soll eine sehr emotionale Musik gewesen sein. Erfunden wurden die Texte oftmals spontan. Sie thematisierten die Freuden und Härten des Lebens und der Liebe. Damals begleiteten die schwarzen Bluessänger sich zumeist selbst zur Gitarre. Mitunter auch spielten zwei gemeinsam. Mit der Zeit entstand eine bestimmte Form des Blues mit zwölf Takten und eroberte als eine originäre Schöpfung afro-amerikanische Künstler die Welt. In den ersten Jahren war der Blues der musikalische von Menschen unter harten Lebensbedingungen. Damals war der Blues eher langsam und traurig, später entwickelte sich eine bemerkenswerte Vielfalt. Seitdem kommt er langsam oder schnell, traurig oder fröhlich, einfach oder raffiniert oder auch geistlich oder sexy daher. Man singt ihn, schrummt ihn zur Gitarre, spielt ihn als Boogie-Woogie auf dem Klavier, aber er wird auch von Bigbands oder Rockgruppen präsentiert.

Entstanden ist die erste Blues-Platte 1920. Der "Crazzy Blues" der Sängerin Mamie Smith verkaufte sich in einem knappen Jahr eine Million Mal. Benutzt wurde der Begriff "blues" bereits von Sklaven im Süden Nordamerikas. Man beschrieb damit eine tiefe, gedrückte Stimmung. Musik war für diese Menschen ein zentraler Bestandteil des Alltagslebens, denn Musik machte ihre Arbeit erträglicher.

Das typische Gefühl und der Sound werden in erster Linie durch die so genannten "blue notes" beeinflusst, gemeint sind damit die verminderten dritten, fünften und siebten Töne auf der DUR-Tonleiter. Besagte Bluesnotes wurden auch zum wichtigen Charakteristikum des Jazz.

Das Mississippi- Delta war aber nicht das einstige Territorium umherziehender Musiker, auch in Arkansas, Texas und Louisiana wurde Blues gesungen und gespielt. Man erfährt Wissenswertes über die Blues-Musiker der 1920er Jahre, auch dass Charley Patton einer der einflussreichsten Delta-Musiker war. 1929 machte er die ersten Aufnahmen für Paramouth und schuf einen eigenen Stil des Delta-Blues, der andere Musiker beeinflusste. Ein weiterer legendärer Vater des Folk House Blues ist Son House, über den man auch Näheres erfährt. Sein Einfluss ist in der Musik vieler Blues-Musiker zu hören.

Einige der frühen Blues-Musiker wie Muddy Waters, Howlin Wolf und Lightnin `Hopkins erzielten ihre größte Popularität in den 1950er und 1960er Jahren mit dem Elektrik Blues. Berichtet wird über Bluessängerinnen wie Bessie Smith, die die Kaiserin des klassischen Blues war. Mit diesen Sängerinnen hat der Blues sich verändert. Nun wurde er zur Unterhaltung der verfeinerten Art. Die Ära des klassischen Blues ging mit der Depression zu Ende. Doch der Blues lebte weiter und zwar auf den 88 Tasten des Klaviers.

Der Piano-Blues wurde auf den Rent-Parties gespielt, über die man im Buch auch aufgeklärt wird. Damals wurde Chicago zu einer Hochburg des Boogie-Woogie. Einer der Boggie-Meister war Albert Ammons, von dem man 2 Stücke auf der CD2 hören kann. Die Boggie-Welle erreichte viele Städte in den USA. Eine ganze Reihe von Pianisten machten sich Namen in der Szene. Von ihnen liest man im Buch und hat Gelegenheit ihre Musik auf der CD 2. zu hören. Eine der bekanntesten Aufnahmen der dreißiger Jahre war der "Lonesome Day Blues", den Jesse James mit Klavierbegleitung sang.

Erst nach 1945 legte sich die Begeisterung für den Boogie-Woogie, allerdings verschwand die Musik nicht. Was anschließend kam und welche Musiker jetzt eine Rolle spielten, erfährt man ebenfalls. Der Blues war nun schroffer. Elektrisch verstärkte Instrumente gaben den Ton an. Memphis Slim ging in den 1960er Jahren mit dem American Folk Blues Festival auf Tournee und wurde alsbald zum prominentesten Bluesmusiker. Als Songschreiber spielte damals Willie Dixon eine Rolle. Sein Blues wurde sogar von den Stones gecovert.

Nachdem Jazzmusiker den Blues zu einem wesentlichen Teil ihrer Musik machten, hoben sie ihn auf eine neue Stufe der Entwicklung. Hier liest man dann von Louis Armstrong, auch von Coleman Hawkins, Lester Young und anderen mehr. Liest vom Bebop und dass der Blues in seiner bekannten Form und harmonischen Struktur eine gute Basis für Improvisationen darstellt und es im Bob in erster Linie um Improvisation geht.

Miles Daves bleibt nicht unerwähnt und man lernt schließlich den Elektrik Blues kennen, der in Detroit populär war. Dort arbeitete der von mir hoch geschätzte John Lee Hooker fast während seiner gesamten Karriere. Berichtet wird auch vom Gründervater des britischen Blues, Alexis Korner, aber auch von Eric Clapton, John Mayall oder Eric Burdon. Sie alle spielten den Blues, wie auch der durch Korner angeregte Mick Jagger mit seinen Rolling Stones.

Ein tolles Buch mit vier unglaublich guten CDs. Für Blues-Liebhaber ein Leckerbissen, den man sich nicht entgehen lassen sollte.

Empfehlenswert.


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Rezension: La Dolce Vita (Buch inkl. 2 CDs) (Gebundene Ausgabe)

Dieses earBook enthält zwei CDs mit italienischen Hits aus den späten 1950er und den 1960er Jahren mit Interpreten wie Adriano Celentano, Rocco Granata, Marino Marini.

An die meisten Songs kann ich mich vage erinnern, weil sie während meiner Kindheit im Radio zu hören waren, so etwa "Marina", "Como Prima", "Tintarella die luna". Ich assoziiere diese Hits ganz konkret mit Besuchen in italienischen Eisdielen in den frühen 1960ern, wenn meine Tante mir dort ein Eis spendierte und ich mir stets grünes Schirmchen auf dem Erdbeereis wünschte. Das war übrigens mein kindliches "Dolce Vita" in den Sommermonaten. Der Original Soundtrack "La dolce vita" ist auf der CD 1 in sehr guter Qualität zu hören.

Das Buch enthält eine Fülle von Schwarz-Weiß-Fotos, auf denen berühmte Schauspieler aus der Ära, für die Fellinis Film "La dolce vita" bezeichnend ist, abgelichtet sind. Hauptstadt des einstmals angesagten Hedonismus war Rom, damals die Stadt der großen Zeit der berühmten "Cinecittà-Studios". Durch Fellinis "La dolce vita" der dort gedreht wurde, war Rom plötzlich für eine kurze Zeit der Nabel der Filmwelt. Dies wird anhand der Fotos sehr gut verdeutlicht.

Zu sehen ist zunächst die aus ihrem Apartment winkende Sophia Loren, aufgenommen im Jahre 1962, der eine Fülle anderer sehr attraktiver Schauspielerinnen und Schauspieler folgen, darunter die schöne Anita Ekberg, in Abendrobe in der Via Veneto, Brigit Bardot mit Zöpfen (1961), die traumhaft schöne Liz Taylor, die aparte Audrey Hepburn und natürlich Marcello Mastroianni, der "Latin Lover" schlechthin. Ein hübsches Foto der jungen Jane Fonda und ein weiteres, das u.a. Claudia Cardinale und Alain Delon zeigen, machen auf mich den Eindruck, als habe diese jungen Schauspieler sich bereits ein wenig von italienischen Lifestyle jener Tage abgewandt. Sie lachen entspannter und getrauen sich jetzt, das "Dolce Vita" wirklich zu leben.
Natürlich kann man die CDs beim Anblick der Bilder hören, besser aber man hört sie beim Eisessen an einem schönen Frühlingstag wie heute. Das macht wirklich gute Laune.

Auf den letzten Seiten erfährt man kurze biografische Fakten zu den abgelichteten Personen. Dass Simone Signoret in Wiesbaden geboren wurde, wusste ich bislang nicht.

Empfehlenswert.

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