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EarBook: A Garden Rhapsody

Dieses earBook besticht einerseits durch traumhafte Fotos von englischen Cottage Gärten und andererseits durch eine gelungene Auswahl klassischer englischer Musik, die als Untermalung der bildlichen Impressionen recht gut passen.


Diese CDs gefallen mir wegen ihres hübschen Blumen und Blätterdesigns auch optisch. CD1 enthält Kompositionen von Wilhelm Lawes (1602-1645) und Henry Purcell (1659-1695). Diese beiden Barockmusiker bestechen durch ihre verhaltenen, dezenten, unaufgeregten Klänge. Solche Klänge harmonieren mit der Idee der Gartenruhe. Die 2. CD enthält Songs aus dem 17 Jahrhundert, komponiert von Purcell, Morley und Dowland und die dritte Kompositionen von Elgar und Stanford, sprich von Komponisten aus dem 19. Jahrhundert. Aus dem 19. Jahrundert stammen auch die Kompositionen von Williams, Delius und Britten. "In a Summer Garden" hat mir besonders gut gefallen. Bei solch einer Musik fühlt man sich sicher sehr wohl in einem Liegestuhl und geniesst die Farben, die Formen und den Duft dieser zauberhaften Gärten.


Die Bilder zeigen Blumen und Pflanzen in einer unendlichen Fülle. Stockrosen, Sonnenblumen, Malven und andere Blumen, die bei uns nicht selten alte Bauerngärten in kleine Paradiese verwandeln. Gretel im Grünen tanzt mit rotem Mohn und Englische Rosen, auch Glyzinien zieren die Fassaden von alten Cottages. Gartennelken, deren Duft ich sehr liebe, sehe ich zu Hauf. Storchenschnabel sowie Bartnelken beleben das Grün, Fingerhüte im Hintergrund bilden den Abschluss. Der filigrane rosa Elfenspiegel bildet den Gegensatz zu einem verwitterten Steinbrunnen, während Jelängerjelieber und Kletterrosen ein altes Backsteinhaus zieren. Sehr romantisch. Wie beeindruckend die Dahlienpracht doch ist!



Rittersporn blüht in einem der Gärten, so üppig wie Mohn auf den Feldern. Selten habe ich solche Farbspiele in Blau gesehen. Diese Cottage-Gärten sind ein Traum. Viele wirken verwunschen, voller Geheimnis. Eine alte Holzbank lädt zum Verweilen ein. Fingerhüte bilden einen hübschen Rahmen. Wer hier seinen Liebsten zum ersten Mal küsst, wird es nie vergessen.


Rezension:Händel-Ein Biografischer Bilderbogen...Fotobildband inkl.4 Musik-CDs (earBOOK) (Gebundene Ausgabe)

Georg Friedrich Händel (1685-1759) war einer der großen Komponisten des Barock. Im vorliegenden earBook wird textlich ausführlich auf dessen Leben und Schaffen eingegangen. Händel wurde in Halle geboren. Gleich zu Beginn des Buches wird man - das hat mir sehr gefallen - auch mit der Geschichte der Stadt vertraut gemacht. Händel war zunächst als Geiger in Hamburg, zwischen 1707-10 in Italien, anschließend als Hofkapellmeister in Hannover und seit 1712 meist in London tätig, wo er 1713 Hofkomponist wurde.





1727 erhielt er die englische Staatsbürgerschaft. In seiner zweiten Heimat schuf er eine Fülle hervorragender vokaler und instrumentaler Werke. Von London fühlte sich Händel schon immer angezogen, einer Stadt, deren Menschen voller Lebensfreude waren. 1719 gründete er in London die "Royal Academy of Musik" das königlische Opernhaus, das sich 1728 wegen wirtschaftlicher Misserfolge wieder auflösen musste. Der große Musiker führte in der Instrumentalmusik den italienischen Sonaten- und Konzertstil, auf musikdramatischem Gebiet die italienische Barockoper und das Oratorium zur Vollendung und verschafften ihm als ersten deutschen Musiker Weltruhm.


Die ausführlichen biographischen Erläuterungen im Buch sind in englischer und deutscher Sprache abgedruckt. Bildliche Dokumentationen, darunter Porträtablichtungen von Händel und Persönlichkeiten, die ihm während seiner Lebenszeit begegnet sind, aber auch Stadtansichten aus jenen Tagen, vervollständigen den Eindruck vom Leben dieses Künstlers.


Dieses earBook enthält 4 CDs von bester Klangqualität. C1 gibt Händels "Wassermusik" und die "Feuerwehrmusik" wieder, gespielt vom Rundfunk- Sinfonie-Orchester Berlin unter Leitung von Helmut Koch. Dazu sollte erwähnt werden, dass Freiluftfeste unter Europas Adeligen damals große Mode waren und Händels diesbezügliche Werke damals bereits viel Beifall ernteten. CD2 enthält Highlights aus dem "Messias Oratorium". Händel gründete seinen faszinierenden und prächtigen Messias auf die dramatische Geschichte von Jesus Christus, wie sie die Bibel überliefert hat- eine außergewöhnliche Herausforderung, die der Komponist hier angenommen und souverän gelöst hat, wie man den Highlights sehr gut entnehmen kann. CD3 beinhaltet Lynne Dawsons persönliche Händel Collection. Hier hat mich "Terpiscore" sehr angesprochen. CD4 ist der Orgel-und Kammermusikmusik Händels gewidmet. Besonders an diesen Klängen kann man erkennen wie unorthodox dieser Komponist war, auf welche praktische und phantasievolle Weise er die musikalischen und beruflichen Herausforderungen löste. Ganz wundervoll.



Rezension Berlin ...Fotobildband inkl.4 Musik-CDs (earBOOK) (Gebundene Ausgabe)

Die Berliner Fotografin Petra Horn hat die künstlerisch wertvollen Bilder für das earBook " Berlin" aufgenommen.

Es sind sehr schöne Impressionen von dieser Stadt, die nur selten erahnen lassen, dass es sich um Berlin handelt. Bloß auf einigen, wenigen Fotos wird diese Tatsache unmissverständlich deutlich. Das finde ich bemerkenswert.
Transportiert wird über die Bilder, dass es sich um eine moderne Stadt mit hintergründigem Charme sowie mit vielen unaufgeräumten, jedoch auch ebenso vielen überaus "cleanen", hypermodernen Ecken handelt, die ein großes Faible für moderne Kunst hat.

Sehr schön ist ein Foto, bei dem der Begriff "Zweifel" ein Gebäude beleuchtet. Möglicherweise handelt es sich um einen Firmennamen. Wer zweifelt, hat gute Chancen ein toleranter Mensch zu werden. Wenn der Zweifel ein Grundwesenszug der Berliner ist, spricht dies nicht gegen sie. Ganz im Gegenteil.

Die 4 CDs enthalten u.a. Musik aus den 20er Jahren( CD 1). Hier finde ich den Song der Comedian Harmonists am besten. Das Berlin jener Jahre ist allerdings nur auf wenigen Fotos im Buch wahrnehmbar.
Bei den Berliner Hits auf CD 2 amüsieren mich Ingo Insterburg& Co, auch die Gebrüder Blattschuss. Mit der Berliner Underground-Musik kann ich wenig anfangen. Liebhaber von Punk kommen aber gewiß auf ihre Kosten.
Mein Geschmack findet sich in CD 4 "Clubbing" wieder. Ein Titelverzeichnis der Songs stellt Amazon oben zur Verfügung. Die Klangqualität der CDs ist super.
Die Songs von CD 4 spiegeln die Bilderwelten im Buch am intensivsten wieder, bei denen " Pack die Badehose ein" eher irritierend wirkt....und doch meint man bei genauerem Hinsehen auf einem Bild die kleine Conny im Wannsee schwimmen zu sehen....

Rezension:Carmen's Dance - A Fantasy of Spanish Flamenco & Opera - Fotobildband inkl. 4 Musik-CDs (earBOOK) (Gebundene Ausgabe)

Das  ear Book "Carmen`s Dance" enthält 4 CD`s in traumhafter Klangqualität.

Das Bayerische Staatsorchester spielt auf CD 1 Highlights aus der Oper "Carmen" von Bizet.Die Dresdner Philharmonie wartet mit " Spanischen Impressionen " auf. Hier kann man sich auf CD 2 an den Klängen der " Rhapsodie espagnole" von Maurice Ravel , an der " Ibera " von Albinez und an Manuel de Fallas " El Sombreo de tres Picos " erfreuen.

CD 3 und 4, an deren Inhalt ich mich nicht satt hören kann, beherbergen 29 Flamencos. Der andalusisch - maurische Einfluss ist unverkennbar. Einige Stücke enthalten Gesang, teilweise wird der Rhythmus durch Stampfen, Klatschen und Kastagnettenspiel akzentuiert. Besonders angetan bin ich von dem arabisch anmutenden Stück " Danza Arabe- Damasco " von Sabicas, das unweigerlich in Traumwelten führt, in denen Boabdil eine nicht unwesentliche Rolle spielt. Exzellente Flamenco-Gitarristen sorgen für höchsten Hörgenuß.

Das Buch enthält zahlreiche sehr schöne Schwarz-Weiß- Bilder von Flamenco- Tänzerinnen, deren Vorbild Carmen ist, die Dame aus Bizets wundervoller Oper....

Der Blick dieser von Tina Deininger und Gerhard Jaugstetter abgelichteten Spanierinnen ist stolz, herausfordernd, sinnlich und hochkonzentriert. Je intensiver sie sich dem Tanze hingeben, umso entrückter erscheinen die Tänzerinnen. Aufnahmen von Sevilla und Fotos von der Alhambra in Granada spiegeln das sarazenische Flair des Stücks "Danza Arabe- Damasco". Die Tänzerin Maria Angeles Gabaldon zeigt in einer Bilderserie wie sie eins wird mit der Musik. Auch der Tänzer Miguel Vargas visualisiert das Wesen des Flamencos, einer Musik, die die Seele unendlich berührt, einer Musik, die Sommer pur verkörpert.

Ich hörte die ersten Flamencos in Andalusien als 20 jährige, gemeinsam mit Elias, einem jungen Isländer, dessen eisblaue Augen nicht nur die Spanierinnen faszinierten. Ein spanischer Musikstudent spielte nachts am Strand Gitarre und seine Freundin tanzte dazu. Ein Lagerfeuer brannte. " Mia Favorita " . Unvergesslich.

Sehr empfehlenswert. 

Rezension:Salsa ...Fotobildband inkl.4 Musik-CDs (earBOOK) (Gebundene Ausgabe)

Dieses earBook enthält vier CDs mit allerbester Salsa-Musik. Es handelt sich hierbei um eine Titelauswahl aus dem Katalog des weltberühmten New York Salsa Labels Fania Records, das 1964 von dem Musiker Johnny Pacheco und dem Anwalt Jerry Masucci gegründet wurde. Damals brachten zahlreiche junge Latino-Musiker die Musik ihrer Heimat in den Big Apple. Ihre Klänge verschmolzen mit den neuen Sounds aus Spanish Harlem und der Bronx zu einem Mix aus Salza, Boogaloo, Latin R&R und afro-kubanischem Jazz.

In den 70er Jahren beherrschte Fania die Szene und hatte die berühmtesten Salza-Künstler und -Interpreten unter Vertrag. Tito Rodriguez, de Lebron Brothers, Larry Harlow, Willie Colón, Héctor Lavoe, Rubén Blades, Celia Cruz sind übrigens Legenden dieses Musikstils.

Im Vorwort erfährt man, dass die Salsa-Musik in diversen kubanischen Musikgenres wie Son, Mambo, Rumba, den auf Puerto Rico populären Musikrichtungen Bomba und Plena sowie dem Latin Jazz ihren Ursprung hat. Die Vorläufer des Salsa waren Mambo, Cha-Cha-Cha und wie eingangs bereits erwähnt der Boogaloo.

Die Texte der Salsa-Songs der 60er und 70er Jahre sind zum Teil sehr sozialkritisch und politisch konnotiert. Für die Latino-Bevölkerung in den USA wurden sie damals sehr rasch zu Hymnen. Der Salsa verbreitete sich damals von New York über Miami , Kuba, Kolumbien und in den süd-mittelamerikanischen und den karibischen Raum aus. Für die Latinos wurde er Ausdruck ihrer eigenen kulturellen Identität.

Die im Buch enthaltenen CDs mit den Titeln " Roots of Salsa", "Salsa Dancers", "Salsa Romantica" und "Salsa Greats" verschaffen dem Zuhörer " einen umfassenden Eindruck dieses einzigartigen, mitreißenden und zum Tanzen animierenden Latino-Sounds" verspricht das Vorwort. Ich habe gestern Abend alle vier CDs "abgetanzt" und kann diese CDS insofern auch für Partys empfehlen. Eine supertemperamentvolle Musik. Wem es da nicht in den Füßen kribbelt ist leider schon tot.

Die Fotos im Buch vermitteln Salsa-Gefühl pur. Man hat Gelegenheit viele schöne Salsa-Tänzer und -Tänzerinnen zu bewundern. Die fröhlichen Gesichter sprechen für sich. Natürlich ist dieser Tanz betont körperlich. Er eignet sich bestens dazu sich vorübergehend die Seele aus dem Leib zu tanzen und dabei " Dancers High" zu verspüren. Sehr schön sind die Fotos von einer Beach-Party in Kuba und einer weiteren in Brasilien. Alle Fotos dokumentieren Temperamentsausbrüche und ausgelassene Fröhlichkeit. Ich bin begeistert.

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Rezension: Roads of Jazz (Fotobildband inkl. 6 Musik-CDs) (Gebundene Ausgabe)

Dieses wunderbare earBook enthält 6 CDs von bester Klangqualität, auf denen man die verschiedenen Stilrichtungen des Jazz kennenlernt. CD 1 ist dem Classic Jazz gewidmet, CD 2 dem New York Swing, CD 3 dem New York Be-Bop, CD 4 dem New York Modern Jazz, CD 5 dem Cool & Westcoast Jazz und CD 6 dem Jazz in Europe. Musik von allen Jazz-Größen wird wiedergegeben, beginnend bei Louis Armstrong, weiterführend über Duke Ellington, Fletcher Henderson, Benny Goodman, Lionel Hampton, Miles Davis, Clifford Brown und endend mit Serge Chaloff und Dave Brubeck, um nur einige zu nennen.

Wie man die Stücke und Musiker auf den CDs musikalisch einzuordnen hat erfährt man, wenn man im Buch die Geschichte des Jazz aufmerksam liest. Diese Geschichte, die am Anfang des 20. Jahrhunderts begann, wird mit vielen Fotos illustriert und dokumentiert auf diese Weise auch den jeweiligen Zeitgeist, der im Jazz vorherrschte.Das Buch ist untergliedert in: New Orleans, Chicago, Kansas City, New York ; Cotton Club, Carnegie Hall, Onyx, Famous Door, Savoy Ballroom; To Be Or Not To Bop; Swinging Hard & Funky; Lighthouse Café, Sardi`s , Blackhawk, The Haig, Melody Room; Paris, London; Berlin.

Der Jazz ist in allen Abschnitten seiner Geschichte mit den Namen großer Musiker verbunden gewesen und wurde von den Lebensumständen der Zeit geprägt, in der sie spielten. Erklärbar wird dies alles über die Roads of Jazz, über die Städte, in denen bestimmte Stilrichtungen vorherrschten, über die Clubs und Bars, die Tanzschuppen und Konzertsäle, in denen die Bands auftraten. Der Jazz eroberte innerhalb nur eines Jahrhunderts die Welt. Jeder kennt Namen wie Louis Armstrong, Coleman Hawkins, Benny Goodman und Oscar Peterson. Begonnen hat der Jazz in New-Orleans, einem besonders lebensfreudigen Ort, an dem sich die Temperamente und Kulturen der unterschiedlichsten ethnischen Gruppen ballten, die alle ihre Musik hervorbrachten. Hieraus entstand geradezu zwangsläufig etwas Neues. Jazz war und ist demnach ein Lebensgefühl.

Einen nicht unwesentlichen Anteil an der Entwicklung des frühen Jazz hatten kreolische Musiker, die nicht selten besser ausgebildet waren, also demnach auch vielfach Noten lesen konnten. Am Beginn des Weges, den die Roads of Jazz markieren, gab es in New Orleans mehr als drei Dutzend Bands, die auf Straßen, Lokalen und Bordells spielten. Die meisten Musiker waren Afro-Amerikaner und Kreolen, aber auch Weiße bildeten Orchester, um den großen Bedarf an unterhaltender Musik zu befriedigen. So erfährt man u.a., dass in New Orleans Begräbnisse nicht selten eine Gelegenheit waren, dem Tod durch entsprechende Musik eine heitere Seite abzugewinnen. Natürlich liest man über Louis Amstrong und die "King Oliver`s Jazz Band". Diese Band um den Trompeter Paul Mares, den Klarinettisten Leon Rappolo und den Posaunisten George Brunis war eine der erfolgreichsten Gruppen des weißen New Orleans Jazz. Louis Armstrong, "Satchmo", war der personifizierte Jazz schlechthin. Seine technisch brillanten, fantasievoll swingenden Improvisationen haben ganze Generationen von Musikern beeinflusst. Er war ein herausragender Trompeter mit makelloser Technik und sattem Ton, aber auch ein liebenswerter Entertainer.

Man lernt Bix Beiderbecke kennen, auch den Pianisten Jelly Roll Morton, der der erste war, der jazzmäßig komponierte und erfährt, dass in Kansas City ein früher orchestraler Swing gespielt wurde, der durch Riffs, einen flüssigen, bouncenden Beat und starke Blues-Elemente gekennzeichnet war. Saxophone spielten eine bedeutende Rolle, die Arrangements waren zumeist nur abgesprochen. Aufgrund der wirtschaftlichen Depression ging die große Zeit der Bands in Chicago dann zu Ende. Viele Musiker, wie Benni Goodman, Eddie Condon und Count Basie waren in New längst gelandet, auch Armstrong und Fletcher Hendrikson spielten nun dort. New York war damals ein Hexenkessel in dem sich Neues anbahnte. Darüber wird im Buch ausführlich berichtet.

Neben Flechter Henderson und Duke Ellington lernt man eine Reihe anderer namhafter Jazz-Musiker jener Tage kennen, wird mit dem Swing in der Folge vertraut gemacht und hier auch mit der ersten Goodman-Bigband. Ella Fitzgerald wird erwähnt, man liest vom Cotton Club, dem Saxophonisten Johnny Hodges, der Carnegie Hall, wo viele berühmte Musiker auftraten wie etwa Benny Goodman, Duke Ellington u.a.. Der Swing wird sehr schön fokussiert , aber schon auf dem Höhepunkt seiner Ära erklangen neue Töne, so Benny Goodman Sextett, das er 1939 bildete und in dem der Gitarist Charlie Christians schon hörbar neue Wege suchte. Billie Holliday bleibt nicht ausgespart im Bericht, bevor man sich thematisch immer weiter ins Jetzt bewegt.Unmöglich an dieser Stelle alle Musiker und Sänger zu nennen, die in dem Buch vorgestellt werden und sich über alle Stilrichtungen auszulassen

Sehr bemerkenswert war das Können von Clifford Brown, der sich durch einen warmen Ton und brillante Technik auszeichnete, natürlich auch von Miles Davis, der wohl einer der wichtigsten Musiker auf der Roads of Jazz war. Der Tenorsaxophonist Bob Cooper erregte Aufsehen als er bei den Lighhouse All-Stars zum ersten Mal die im Jazz ungewohnte Oboe einsetzte und mit Bud Shanks Flöte zusammen spielte. Dave Brubeck wird nicht vergessen und auch Django Reinhardt nicht. Reinhard hat in seinem sehr rhythmischen Spiel Zigeunermusik, französische Folklore und Jazz-Elemente verschmolzen.

Die Fotos im Buch finde ich faszinierend, natürlich auch hochinformativen Texten und die tollen Musikauswahl. Während des Schreibens hörte ich New York Swing, Musik also, die ins Blut geht und gute Laune macht.



Rezension:Bordello (earBOOK) (Gebundene Ausgabe)

Dieses wunderschöne ear Book enthält vier CDs mit französischen Chansons, vorgetragen von Marlene Dietrich, Damia, Berthe Sylvia, Rina Ketty, Jean Sablon, Charles Aznavour, Yvette Guilbert, Maurice Chevalier, Mistinguett, Yvette Giraud, Edith Piaf, Yves Montand, Lucienne Delyle, Charles Trenet, Frehel, Lucienne Boyer, Line Renaud, Francis Lemarque, Tino Rossi, Leo Marjane, Josephine Baker und Mouloudji.
Chansons wie " Jezebel " (Charles Aznavour), " Les amants de Paris " (Edith Piaf) , " Quant l`amour meurt " ( Marlene Dietrich), " Tristesse " (Tino Rossi) , " Plaisier d`amour " (Yvonne Printemps) aber auch " Lili Marlene "(Suzi Solidor) handeln nicht selten von der Liebe.

Die körperliche Liebe haben Männer in allen Jahrhunderten immer wieder auch in Bordellen gesucht.
Der Fotograf Vee Speer zeigt im Buch Bordellschönheiten. Lagerfeld schreibt im Vorwort " Das Zwielicht in den großartigen Fotografien schöner Frauen Vee Speers lässt den Betrachter mit der gefangenen Umgebung verschmelzen und versetzt ihn in eine traumartige Vision einer oft nur billigen Realität ". Für Lagerfeld gilt, dass Lust und Schönheit bei den Fotografien Vee Speers in Bezug zueinander bleiben. Das möchte ich nach dem Studium der Fotos bestätigen.

Dem Betrachter werden fast ausschließlich Schwarz - Weiß - Bilder entgegengebracht, die mit den Chansons im Hintergrund auf geheimnisvolle Art zu leben beginnen. Die Frauen sind wirklich sehr schön. Ich habe sie heute in ihrer Nacktheit den ganzen Abend betrachtet. Die Körper sind wohlgeformt und die Brüste schauen aus wie appetitliche kleine Äpfel. Es wird der Eindruck erweckt in die 20er Jahre zurückversetzt zu sein. Die Frisuren deuten darauf hin, die Dessous, die Korsagen, aber auch die unrasierten Venushügel.
Die Augen sind Kajal umrandet. Keine der Schönen hat einen frivolen Ausdruck, alle wirken entweder sinnentrückt oder nachdenklich.

Einige Bilder deuten leicht lesbische Neigungen der Frauen an. Auf den wenigen Farbbildern tragen die Schönen rote Korsagen und schwarze Seidenstrümpfe. Ihr Blick gebietet Distanz. Betörend schön ist eine über zwei Buchseiten sich räkelnde Frau mit straff nach hinten gekämmten, zusammengebundenen Haaren und geschlossenen Augen. Ihre Lippen sind formvollendet. Ihr schöner, nackter Körper ist von einem schwarzen Spitzentuch bedeckt. Nie käme man auf die Idee hier eine Prostituierte vor sich zu haben. Hier ruht eine Göttin der Liebe.

Nur wenige Male tauchen Männer auf den Fotos auf. Der eine ist bekleidet, spricht mit zwei ihn animierenden Frauen. Man kann sich vorstellen, wie im Hintergrund französische Chansons gespielt werden. Der andere posiert mit nacktem Oberkörper allein auf einem Foto. Ein dritter Mann kniet nackt vor einer völlig bekleideten Nonne. Hier wird wohl der Madonnen -Huren - Komplex von Männern visualisiert. Aparte Frauen mit gespreizten Beinen auf Louis XVI - Sesseln...., eine sehr schöne Frau mit schwarzer Korsage, rittlings auf einem Bidet sitzend, eine andere ebenfalls mit Korsage bekleidet, schwarzen langen Handschuhen und schwarzen Seidenstrümpfen leicht nach vorne gebeugt lassen sicher die Pupillen männlicher Betrachter größer werden. Man kann das Gesicht der Schönen zumeist nur erahnen. Wenn man einen Blick erhascht, dann ist er fast immer sehr verschreckt. Bordellschöne in Paris in der 1920ern, dazu die Klänge der wundervollen Chansons, die von aller Welt geliebt werden. L`amour toujour...die große Illusion....

Sehr gut ausgewählte Chansons und traumhafte Bilder.

Empfehlenswert.


Rezension: Fado- Bildband mit 4 Audio-CDs (earBOOK) (Gebundene Ausgabe)

Das vorliegende earBook führt den Leser sowohl akustisch als auch visuell nach Portugal. Die im Buch enthaltenen 4 CDs bringen den Zuhörer den Fado näher. Fado bedeutet auf Portugiesisch " Schicksal " und wird für sehr gefühlvolle, traurig gestimmte Lieder, in denen die Liebe und der Verlust besungen werden, synonym verwendet. Der Fado, der in Portugal einst in den Armenvierteln entstand, wurde Ende der 20er Jahre des 19.Jahrhunderts gesellschaftsfähig.

Eine Fadogruppe besteht aus mindestens 3 Musikern: einem Gitarristen für die spanische Gitarre, einem für die portugiesische Gitarre und einer Fadosängerin. Zu den Musikern und Sängern, die man auf den CDs hören kann, zählen Meister wie Antonio Chainho, auch wie Paulo Braganca , Lenita Gentil , Ada de Castro, Diamantina, Filipe Duarte, Maria Jose da Guia, Nuna da Camara Pereira, Joa Braza, Maria da Fe, Ana Maria u . a. Einsteiger erhalten einen guten Überblick in diese Musikrichtung.

Der Fotograf Luis Pavao hat zwischen 1981-1986 und zwischen 1992- 1995 im beliebten Ausgehviertel Lissabons " Bairro Alto " in Kneipen und Gaststätten authentische Bilder festgehalten, die die Atmosphäre in der Fados gesungen werden dokumentieren. Nicht alle Sänger singen professionell. In einfachen Kneipen singen Fadosänger nur zum Vergnügen oder um ihren Schmerz auf diese Weise mitzuteilen. Pavao hat die Künstler bei ihrem Tun fotografiert. Die Sängerinnen sind teilweise nicht mehr jung und sehr dick. Was zu zählen scheint ist ausschließlich die Stimme.

In Hinterzimmern der Kneipen singen und spielen in die Jahre gekommene Männer den Fado, manche von Ihnen sind bereits zahnlos. Hier wird Alter ungeschminkt dokumentiert, wie man es im jetzigen Jahrtausend nur noch bei den Armen in Drittländern kennt. Modische Schick gibt es nicht. Jüngere Frauen tragen weiße Sommerschuhe, die schon lange keinen Schuster mehr gesehen haben, auf blickdichte, schwarze Strümpfe. Ältere Frauen hüllen sich in schwarze Kittelschürzen, um ihre Kleidung zu schonen. Auffallend ist, dass Männer und Frauen in jenen Jahren in Portugal offenbar in Frauen- und Männergesellschaften lebten. Die Tavernen, in denen sich die Männer abgelichtet wurden, sind in einem völlig morbiden, schlimmer noch in einem desolaten Zustand. Vor den Türen wird Fisch gegrillt, der Rotwein wird aus Flaschen getrunken, während man Domino spielt.

Die meisten Aufnahmen sind schwarz - weiß, wenige nur farbig. Hier allerdings fallen die hübschen " Azulejos " an den Wänden auf, für die das portugiesische Handwerk bekannt ist. Die Fotos verklären nichts, sondern spiegeln den traurigen Ausdruck, den diese wehmütigen, rastlosen Lieder haben. Vergessen wir nicht, dass noch lange über die Nelkenrevolution hinaus, in der die Diktatur Salazars abgeschafft und die Großgrundbesitzer enteignet wurden, Portugal das Armenhaus Europas war. Dies wird auf den Fotos drastisch dokumentiert.

Empfehlenswert.

Rezension: A Venetian Concert - Fotobildband inkl. 4 Musik-CDs (earBOOK) (Gebundene Ausgabe)

Ear Books sind meine derzeitigen Favoriten, weil durch sie mehrere Sinne zeitgleich angesprochen werden und sie sich ganz hervorragend zur Meditation aber auch zum Träumen eignen.

Das vorliegende ear Book " A Venetian Concert " beinhaltet 4 CDs mit primär italienischer Renaissance Musik der Komponisten Biagio Marini, Giovanni Battista Buanamente, Giovanni Picchi ,Dario Castello , Salome Rossi, Girolamo Frescobaldi, Giovanni Battista Fontana, Ludivico Fogliano, Paolo Scoto , Bartholomeo Trimbonico, Andrea Antico, Francesco Patavino, Giorgo Mainerio, Giovanni da Nola, Gabrielle Falamero, Johannes Hieronymus Kapsberger, Giovanni Felice Sances, Angelo Botari, Giovanni Stefani, Giovanni Battista Ricci, Guisseppe Giamberti, Vicenzo Calestini, Barabara Strozzi, Francesco Turini, Giovani Maria Trabaci, Claudio Monteverdi, Dario Castello und einigen namentlich nicht bekannten Komponisten.

Die Viola Gamba, die Blockflöte, die Querflöte und andere Instrumente aus jener Zeit verzaubern den Zuhörer und bilden den idealen musikalischen Hintergrund, um sich in die Fotografien namhafter Architekturfotografen wie Paolo Marton und Florian Monheim zu vertiefen, die dem Betrachter venezianische Villen der Spätrenaissance entgegenbringen. Auf begleitende Texte wird bei den Fotos verzichtet. Sie würden bei der Meditation letztlich auch stören.

Für das im Buch abgelichtete Umfeld wurde die Musik einst komponiert, hier hielten sich die Patrizier im Sommer auf, natürlich auch die schönsten Frauen Venedigs sowie die Maler, die Dichter und nicht zuletzt die etablierten Musiker . Sie alle lebten von ihren Mäzenen und suchten folglich der Nähe.

Die Außenfassaden der Villa Dall` Aglio , der Casa del Petrarca ( hier verbrachte der Dichter der Laura-Lyrik die Sommermonate und hier verstarb er auch) , Fassaden der Villa Spesa, der Villa Foscari, der prachtvollen Villa Poiana, die Loggia der Villa Pisna, die wunderschönen Fresken u.a. von Tiepolo und Fasalo in den Räumen dieser Villen und beeindruckende Gartenaufnahmen mit klassischen Skulpturen lassen den Rahmen erahnen, in dem die damalige Highsociety das Leben genoss.

Man sieht vor dem geistigen Auge edel bekleidete Damen die Buchswege entlang wandeln, ahnt wie die kostbaren Murano -Lüster Abendgesellschaften in weiches Licht tauchten und die Damen noch schöner machten. Beindruckend, die vielen Skulpturen auf den Dächern, die die alten Villen zu behüten scheinen, die in zartes Blau und Rosa gehüllten Innenräume und immer wieder die kunstvollen Fresken und Skulpturen, die dem Schönen in ebensolcher Weise huldigen wie die Musik aus jenen Tagen.

Während ich immer noch diesen Klängen lausche, vertiefe ich mich erneut in die beiden Fotos von Petrarcas Villa, bewundere die Fresken am offenen Kamin dort und überlege, ob er hier einst saß als ihm die Sentenz " Es ist ein großer Unterschied, ob ich etwas weiß, oder ob ich es liebe; ob ich es verstehe, oder ob ich nach ihm strebe " in den Sinn kam. Welche Erfahrungen und Gedanken mochten dieser Sentenz vorausgegangen sein?


Sehr empfehlenswert.