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Rezension: Peter J. König: Bigbands Live; Benny Goodman Orchestra, Feat.

Dieses einmalige Dokument einer der größten Swing- Master aller Zeiten wurde auf der Deutschland- Tournee am 15. Oktober 1959 in der Stadthalle Freiburg aufgenommen und ist ein Live-Mitschnitt des damaligen Südwestfunks. Um wen es sich dabei handelt, ist schnell ausgemacht. Der begnadete Band-Leader und Klarinetten-Virtuose Benny Goodman hat mit einer Vielzahl ebenfalls phantastischer Musiker, die zum Teil selbst eigenen Orchestern vorstanden, diese legendäre Deutschland-Visite unternommen. Sie war ein überwältigender Erfolg. Swing war angesagt und dieser war vom Feinsten.

Obwohl mittlerweile fast 55 Jahre her, hat die Musik von ihrer Faszination nichts verloren, ganz im Gegenteil. Kaum wird das erste Stück angespielt, fällt der geneigte Hörer in den entsprechenden Swing-Modus. Welche Frische, welche Leichtigkeit, aber auch welcher Sex-Appeal. Dafür sorgen nicht nur die Klarinette von Benny Goodman und die genialen Orchestermitglieder, sondern es ist vor allen Dingen die einmalige Performance von Anita O`Day der Sängerin mit der wundervollen Stimme, die den Zuhörer in höhere Sphären trägt. Welches Erlebnis muss es für die Fangemeinde gewesen sein, damals in Freiburg, speziell im Umfeld der aktuellen Zeitgeschichte.

Jetzt wird es aber erst einmal Zeit, die einzelnen Musiker mit Namen vorzustellen. Benny Godman und Anita O`Day wurden bereits genannt. Hinzu kommen: Russ Freeman, Red Norvo, Jack Sheldon, Flip Philipps, Bill Harris, Jerry Dodgion, Jimmy Wyble, Red Wooton und John Markham.

Swing war angesagter Kult zu jener Zeit und Benny Goodman war der „King of Swing“. Wie sehr er gefeiert wurde, machen die Aufnahmen eindrucksvoll deutlich. Ekstatischer sollte es nur noch einige Zeit später werden, als der Rock n`Roll eine neue Musik- Ära einleitete. Trotzdem wird der Swing heute noch so geliebt, wie eh und je und wer die Festivals in Montreux oder das Baltic Jazz Festival besucht, wird dies mehr als bestätigt finden. Um nicht nur trocken theoretisch zu bleiben, hier nun die angesagten Stücke:

1. Let`s Dance (Joseph Bonime, Gregory Stone)
2. Air Mail (B. Goodmann, C. Christian, J. Mundy)
3. Raise The Riff (Fred Karlin)
4. Honeysuckle Rose (Fats Waller)
5. Come Rain Or Come Shine (Harold Arlen)
6. Let Me Off Uptown (Earl Bostic, Red Evans)
7. Gotta Be This Or That (Sonny Sylar)
8. Body And Soul (John W. Green)
9. Whispering (V. Rose, R. Coburn, J. Schoenberger)
10. Medly: Not For Me, Four Brothers, Blues
11. Breakfast Feud (Benny Goodman)
12. Memories Of You (Eubie Blake)
13. Don`t Get Around Much More (Duke Ellington)
14.Ten Bone (Alan F. Cohn)
15. Medley: Don`t Be That Way, Stompin` At The Savoy, Sunny Side Of The Street, In A Mellow Tone, Moonglow, Bei mir bist du scheen.

Diese CD hat es wirklich in sich. Wer einen gemütlichen Abend zuhause verbringen möchte, wird beim Anhören überrascht sein, wie viel musikalisches Feuer in ihm entfacht wird. Dann bleibt es nicht nur beim Wippen mit dem Fuß, er wird sich ertappen bei dem Gedanken, wie schön es jetzt doch wäre eine kesse Sohle auf`s Parkett zu legen. Also nicht lange gewartet, denn den anderen Swing- Liebhabern geht es genauso. Sollte man allein sein, wird ein Solo draus.

Empfehlenswert

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