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Petro Antonio Locatelli- L´arte del Violio Op. II- Diego Conti- Gli Archi de Firenze - 3 CD BOX Set

Petro Antonio Locatelli (1695- 1764) war ein italienischer Violinist und Komponist. Der Musiker studierte ab Herbst 1711 in Rom. Es wird vermutet bei Giuseppe Valentini, möglicherweise auch kurz bei Arcangelo Corelli, der im Januar 1713 starb.

Zwischen 1716 und 1722 war #Locatelli  Mitglied der Congregazione generale dei musici di S. Cecilia und wurde von dem adligen Prälaten und späteren Kardinal Camillo Cybo protegiert.

Von 1723 bis 1728 bereiste der Musikerr Italien und Deutschland und gastierte im Mai 1728 am preußischen Hof zu Berlin 

1729 zog Locatelli nach Amsterdam, Dort wurde er sesshaft  und wirkte bis zu seinem Lebensende 

Locatellis Werke lassen sich  in drei Kategorien einteilen: 

-Werke für den eigenen Auftritt als Virtuose 
- repräsentative Werke für größere Ensembles 
- Kammermusik und klein besetzte Werke für das Musizieren im kleinen Kreis 

Zu den virtuosen Werken gehören die hier vorliegenden Violinkonzerte op. 3 mit den dazugehörigen Capricci und die Violinsonaten op. 6 mit einem Capriccio. 

In den Capricci spiegelt sich Locatellis Virtuosität, die sich durch ein Spiel in den höchsten Lagen, durch Doppelgriffe, akkordisches Spiel und Arpeggien in weiten Griffen und mit einem Überstrecken der linken Hand, durch Flageoletts, Triller im zweistimmigen Spielen (Trillo del Diavolo) und Doppeltriller sowie durch mannigfaltige Stricharten und variable Bogenführung  auszeichnete.

Diego Conti spielt  auf  einer Violine von Ansaldo Poggi aus dem Jahre 1931 und dirigiert  das Ensemble  Gli Archi di Firenze.  Vom Ergebnis  ist man einfach begeistert.

Tolle Klangqualität.

Sehr empfehlenswert

Helga König

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Franz Schubert-Vladimir Feltsman- Piano Sonatas Volume 5

Vladimir Feltsmann  ist ein russisch - amerikanischer Pianist, der 1952 in Moskau geboren wurde. Schon im Alter von 11 Jahren debütierte er bei den Moskauer Philharmonikern. Der Musiker studierte u.a. am Moskauer Konservatorium und in Leningrad.

1971 gewann er den Grand Prix beim Marguerite Long International Piano Competition in Paris. Es folgten Tourneen in der ehemaligen Sowjetunion, in Europa und in Japan: Damit begann seine Karriere. 

Wegen seiner wachsenden Unzufriedenheit mit der offiziellen sowjetischen Ideologie und der rigiden staatlichen Kontrolle der Künste beantragte Feltsmann 1979 ein Ausreisevisum aus der Sowjetunion. Als Reaktion darauf wurde ihm sofort verboten, in der Öffentlichkeit aufzutreten. Nach acht Jahren des Kampfes und des virtuellen künstlerischen Exils erhielt er schließlich die Erlaubnis, die Sowjetunion zu verlassen. 

Der Pianist unterrichtet am Mannes College der New School for Music und an der State University von New York New Paltz. Dort ist er Gründer und künstlerischer Leiter des International Festival-Institute Piano Summer. 

Auf den vorliegenden beiden CDs spielt Vladimir Feltsmann Klaviersonaten von Franz Schubert. Diese zählen zum Erhabensten und Kostbarsten, was für das  Klavier komponiert wurde. Ihr Stil, ihr einzigartiger Klaviersatz, in dem sich eine  feine Melodie über einer sanft fließenden Begleitung entfaltet, lässt in jedem Ton den wahren Vollender lyrischen Liedschaffens erkennen, der auch das Klavier zum Singen brachte.

Auf den beiden CDs  sind zu hören: 
Sonata in B mahor D 575 
Sonata in D mahor D 850 
Sonata in E minor 566 
Sonata in A minor D 845 
D-sharp minor fragment D 571

Nähere Informationen zu den Sonaten finden Sie im Begleitheft des CDs.

Tolle Klangqualität. 

Sehr empfehlenswert 

Helga König

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#Yuko_Mabuchi plays #Miles_Davis- Toyota

#Yuko_Mabuchi begann bereits im Alter von vier Jahren in ihrer Heimatstadt Fukui, Japan, klassisches Klavier zu spielen. Als Teenager begeisterte sie sich für amerikanischem R & B, Hip-Hop und Blues. 

Nachdem sie die Musik einiger Jazzgrößen gehört hatte, verliebte sie sich in #Jazz und begann nach ihrem Abitur mit dem Jazzklavierstudium. Vor Ort trat sie dann bald als Solistin und Mitglied eines örtlichen Jazz-Trios auf. 

2010 ging die Musikerin nach Los Angeles, um ihr Studium fortzusetzen. Sie erhielt die Chance, an einigen der besten Veranstaltungsorte von LA aufzutreten. 2013 kehrte sie nach Japan zurück, trat mit ihrem Trio auf, bis sie 2016 in die USA zurückkam und ihren einzigartigen Performance-Stil weiterentwickelte. 

Auf der vorliegende CD improvisiert sie Stücke von #Miles_Davis, der als einer der bedeutendsten, einflussreichsten sowie innovativsten Jazzmusiker des zwanzigsten Jahrhunderts gilt. 

Es ist keine Musik, die man so nebenbei hören kann. Hier gilt es, sich andächtig  zu vertiefen und eins zu werden mit den Klängen.

Sehr empfehlenswert. 

Helga König 

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#Bill_Coleman- An American in Paris- His 47 finest- 1934-1960 - 2 CDs

#Bill_Coleman "An American in #Paris" besteht aus 2 CDs plus Begleitheft und enthält 47 Hits dieses 1904 geborenen amerikanischen Jazz-Trompeters, der in Frankreich im Jahre 1981 verstarb.

#Coleman gründete im Alter von 16 Jahren bereits seine erste Formation. Erstmals in Frankreich war er  dann mit der Band von Lucky Millinder im Jahre 1933. Nach einem Engagement im Orchester von Teddy Charles ging er 1935 erneut nach Frankreich. Dort nahm er mit eigenen Bands, mit Django Reinhardt/Stéphane Grappelli und mit der Band von Willie Lewis für ein  Label Swing auf.

1938 bis 1940 weilte er mit der Band von Herman Chittison in Ägypten. Nach seiner Rückkehr nach #Paris nahm er mit Dickie Wells und Teddy Hill Hits auf. 

Wegen des Ausbruchs des Zweiten Weltkriegs musste Coleman dann in die Vereinigten Staaten zurückkehren. 1948 ging er jedoch nach Frankreich zurück. Mit eigenen Bands und speziell zusammengestellten All-Star Besetzungen tourte er häufig durch Europa. 

Ab Mitte der 1950er Jahre spielte der frankophile Amerikaner in einem Pariser Club und ab 1961 mit der Bigband von Count Basie in Antibes. 

Seine Autobiographie "Trumpet Story" wurde 1981 in französischer Sprache  veröffentlicht. Darin gibt er als einen wichtigen Grund dafür, den USA den Rücken zu kehren, die dortige Rassentrennung an.

1974  wurde Bill Coleman  mit dem französischen "Ordre national du Mérite" geehrt. 

Zuletzt lebte der Musiker in Südwestfrankreich in Cadeillan (Département Gers). 

Die französische #Académie_ du_Jazz vergab Coleman zu Ehren den #Prix_Bill_Coleman für Alben des klassischen Jazz. 

Die beiden vorliegenden CDs von bester Klangqualität sorgen für gute Laune. Man hört sie immer wieder gerne. Speziell an Wochenenden. 

Sehr empfehlenswert 

Helga König 

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Rezension: Pop und Populismus- über Verantwortung in der Musik- Jens Balzer- Edition Körber

Jens Balzer, der Verfasser dieses Buches, arbeitet als Autor und Kolumnist u.a. für DIE ZEIT, den Deutschlandfunk, Rolling Stone und den rbb-Sender Radio Eins. Mit Tobi Müller gemeinsam moderiert er den monatlichen Popsalon am Deutschen Theater. Des Weiteren hat er als Kurator an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz und bei den Münchener Kammerspielen gearbeitet und ist künstlerischer Berater des Donaufestivals. 

Das vorliegende, zehn Kapitel umfassende Werk reflektiert die Verantwortung in der Musik. Diese scheint offenbar leider nicht immer gegeben zu sein. Das wird bereits klar, nachdem man den ersten Satz des Buches gelesen hat: "Mit stumpfem Sprechgesang schwingen die einen ihre überzüchteten Trizeps über die Bühne, predigen Hass auf Frauen, Schwule und Juden, während die anderen, völkische Deutschrocker, mit grobem Gitarrengeschrubbe patriotische Gefühle beschwören."

Der Autor zitiert eingangs den Kulturkritiker #Georg_Seelßen, der verlauten lässt, dass fast in jedem musikalischen Genre, jeder Mode, jedem Medium sich ein dezidiert rechtes bis faschistoides Segment herausgebildet habe und geht in seinem Werk der Frage nach, ob diese Diagnose zutreffend ist. Er will wissen, ob der Pop heute zu einem Medium des rechten Populismus geworden sei und falls ja, in welchem Sinne. Auch geht es ihm darum, zu recherchieren, mit welchen musikalischen und sprachlichen Mitteln die Botschaften des Populismus verbreitet werden und worin der Wesenskern dieser Botschaften besteht. 

Im ersten Kapitel befasst sich der Szenenkenner mit den Ereignissen rund um den #Echo_2018 und fragt, weshalb zuvor kaum jemand bemerkt hatte, welchen Grad der Verrohung die Sprache im deutschen Straßen- und #Gangsta_Rap erreicht habe.

Im 2. Kapitel dann berichtet Balzer von der Entwicklung des #Maskulinismus, der #Homophobie und #Misogynie seit dem Debüt des prägenden deutschen Gangsta-Rappers #Bushido im Jahr 2003. Balzer zitiert aus den abgründigen Songtexten, in denen Frauen vor allem als Nutten und Huren angesprochen werden und Männer ihren Lustgewinn aus der Erzeugung von Schmerzen, die sie Frauen zufügen, gewinnen. 

Popmusik sei auf diese Weise zum Medium von sexistischem und homophobem Hass geworden. Dennoch seien die Konzerthallen von Boshido, Sido und Konsorten voll. Der Autor interpretiert dies damit, dass Jugendliche die Rapper dafür lieben, dass ihnen jene Werte nichts bedeuten, die Jugendschützer, Eltern und Lehrer hochhalten. 

Bemerkenswerterweise werde Bushido vom rechten Flügel der deutschen Konservativen geschätzt, was im Grunde nicht verwundert. Bushido sei einer der ersten gewesen, der die Grenze des Unsagbaren verschoben habe, speziell, was das Vokabular der Erniedrigung und des Hasses anbelangt. Damit war die Büchse der Pandora geöffnet. Zwischenzeitlich sind Sexismus, Misogynie und Homophobie zur Konstanten in der Rhetorik des HipHop geworden, der in die deutschen Hitparaden regiert. 

Im Folgekapitel geht es dann um die fortschreitende Durchsetzung besagter Musik mit antisemitischen Stereotypen, der ebenso schockiert, wie die sexuelle Gewalt und der Missbrauch von Macht in der Branche Musikerinnen gegenüber. In der Popmusik-Branche seien die Geschlechtsverhältnisse ähnlich ungleich strukturiert wie in der Filmbranche und sexuelle Übergriffe offenbar geradezu Programm. Frauenverachtung und -unterdrückung sind so  in den gesellschaftlichen Alltag zurückgekehrt. 

Man liest aber auch von emanzipatorischen Statements im Bereich des Schlagers, die ein breites Massenpublikum erreichen, sogar bei Helene Fischer. Immerhin gib es das auch noch.

Im 6. Kapitel dann geht es um die die völkisch geprägte,  horrible Heimatbeschwörung im neuen Pop. Liest man sich in die Songtexte ein, schreit einem populistische Ideologie entgegen.

Kein Musiker der Popmusik, die von rechten und rechtspopulistischen Menschenbildern geprägt sei,  bekenne sich allerdings ausdrücklich zu der entsprechenden politischen Bewegung. Der einzige deutsche Popmusiker mit höherem Bekanntheitsgrad, der mehrfach Sympathien für die hiesigen Rechtspopulisten bekundet habe, sei Bushido gewesen. 

Offenbar möchten die Musiker für eine politische Haltung nicht die Verantwortung übernehmen.

Die Popkritik muss hellwach sein,  darf nichts relativieren, denn der  Pop der Gegenwart harmoniert in weiten Teilen mit dem Weltbild des neue Populismus.

Wie verändert sich das Bewusstsein von Menschen, die mit Verachtungs- und Hasstexten zugemüllt werden? Was bedeutet es langfristig, wenn solchen Sängern zugejubelt wird? Auf was steuert die Gesellschaft zu?

Sehr empfehlenswert 

Helga König

Im Fachhandel erhältlich

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Pop und Populismus: Über Verantwortung in der Musik

#Tango Argentino- #Trio_Pantango- Arcmusic

Das #Trio_Pantango setzt sich aus den Musikern #Guillermo_Destaillats, #Fernando_Rubin_Saglia und #Michael_Elvermann zusammen. 

#Guillermo_Destaillats ist der Bandoneónspieler des Trios. 1970 in Buenos Aires, Argentinien geboren, begann er im Alter von 16 Jahren am #Conservatorio_National Klavier zu studieren. Erst später lernte er #Bandoneon zu spielen und gründete 1993 #Pantango mit Fernando Rubin Saglia. 

Der Gitarrist Fernando Rubin Saglia ist ebenfalls in Buenos Aires geboren. Auch er studierte Musik u.a. Conservatorio National und an der Escuela de Música Popular de Avellaneda. 

Der Klarinettist Michael Elvermann  kam in Deutschland zur Welt, studierte an der Musikschule in Dorsten und später am Staatlichen Konservatorium für Musik in Bremen. Seit Mai 1993 gehört er dem Trio Pantango an. 

Dieses Trio trägt auf der CD leidenschaftliche Tangos unterschiedlicher Komponisten vor, unter diesen #Piazzolla, #Troilo, #Arolas sowie andere mehr. Dabei beeindruckt das Stilgefühl der Interpreten, die den typischen Flair des Tangos feinfühlig auf der CD  einfangen.

FAZIT: Ideale Klänge an einen warmen Sommerabend in angenehmer Gesellschaft bei einem Glas argentinischen Rotwein aus Mendoza.

Sehr empfehlenswert

Helga König

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#AKA_Trio- #Joy-bendigedig

#AKA_Trio ist ein internationales musikalisches Gipfeltreffen drei weltbekannter Virtuosen: #Antonio_Forcione (Italien), #Seckou_Keita (Senegal) und #Adriano_Adewale (Brasilien).  

Diese kommen aus drei verschiedenen Kontinenten: #Europa, #Afrika und #Südamerika. 

Antonio, Seckou und Adriano sind also in drei verschiedenen Landschaften aufgewachsen. Sie sprechen drei verschiedene Sprachen. Dabei wurden sie von drei verschiedenen Kulturen und musikalischen Traditionen beeinflusst. Alle diese Unterschiede sind im #AKA_Trio zusammengekommen. Das Produkt daraus ist #JOY, das neue Album des AKA Trios. 

Der italienische Gitarrist und Komponist Antonio Forcione hat in mehr als zwei Jahrzehnten zwanzig Alben veröffentlicht und arbeitete mit vielen großen Künstlern zusammen. Unter diesen waren u.a. Charlie Haden, Trilok Gurtu, Angélique Kidjo und vielen andere.

Seckou Keita aus dem Senegal ist einer der weltweit führenden #Koraspieler. Als solcher ist er an zahlreichen internationalen Projekten beteiligt, einschließlich seines bahnbrechenden Duos mit dem walisischen Harfenisten Catrin Finch, Africa Express mit Blur-Sänger Damon Albarn und seinem Projekt Transparent Water mit dem kubanischen Pianisten Omar Sosa.

Der brasilianische Perkussionist und Komponist Adriano Adewale hat mit Bobby McFerrin, Joanna McGregor und Benjamin Taubkin zusammengearbeitet. Komponiert hat er Musik für Orchester und Tanztheater. 

Dies ist ein wirklich beeindruckendes Album, das von drei großartigen Musikern erstellt wurde, jeder einzelne ein Virtuose auf seinem Gebiet. Im hochwertigen Begleitbüchlein mit vielen Fotos erfährt man nicht nur mehr über die Musiker, sondern auch über die Stücke, an denen man sich nicht satt-hören kann. 

Wunderschön. Tolle Klangqualität.

Ein Fest für die Ohren.

Sehr empfehlenswert.

Helga König 

BR Klassik- Schumann Symphonie Nr.1, Schubert Symphonie Nr.3- Symphonieorchester des Bayrischen Rundfunks-Mariss Jansons

Der in Riga geborene Mariss Jansons ist Sohn des Dirigenten Arvids Jansons. Er studierte die Fächer Violine, Klavier und Dirigieren am Leningrader Konservatorium und vervollständigte seine Ausbildung bei Hans Swarowsky in Wien und  bei Herbert von Karajan in Salzburg. 

Bereits 1971 wurde er Preisträger beim Karajan-Wettbewerb in Berlin und begann seine enge Zusammenarbeit mit den heutigen St. Petersburger Philharmonikern. Von 1979- 2000 stand der Dirigent dem Philharmonischen Orchester Oslo als Musikdirektor vor und leitete zudem von 1997 bis 2004 das Pittsburgh Symphony-Orchestra. 

2016 leitete er zum dritten Mal das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker und dirigierte zudem diverse führende Orchester in den USA und Europa. 

Seine Diskographie umfasst zahlreiche preisgekrönte Aufnahmen, u.a. einen Grammy. 2007 und 2008 erhielt er den ECHO Klassik und 2013 das "Große Bundesverdienstkreuz mit Stern".

Die Salzburger Festspiele verliehen ihm 2018 die Festspielnadel mit Rubinen. Alle anderen Ehrungen können Sie dem Begleitheft der CD entnehmen.

Das Symphonieorchester des Bayrischen Rundfunks wurde 1949 gegründet und entwickelte sich zu einem international renommierten Orchester. 2008 wurde das Symphonieorchester von der britischen Musikzeitschrift "Gramophone" zu den zehn besten Orchestern der Welt gezählt. 

Zwei Orchesterwerke sind auf der neuen CD von BR Klassik zu hören, mit denen die beiden Urheber sich als Sinfoniker ausprobierten: Die dritte Symphonie von Schubert wurde erst 1881 in London vorgestellt aber sogleich enthusiastisch aufgenommen. Robert Schumanns Sinfonie Nr. 1 in B-Dur op. 38 galt als großer Wurf und gleichzeitig ein eindrucksvoller Erfolg für den 31- jährigen Komponisten. 

NAXOS merkt an:: "Beide Werke strahlen jugendliche Frische und eine zutiefst positive Haltung aus: wie Robert Schumanns "Frühlingssinfonie, die in vier Tagen "in feuriger Stunde geboren" wurde, hätten die Zeitgenossen auch Franz Schuberts dritte Sinfonie, die in neun Tagen entstanden ist und ganz von tänzerisch-volksliedhafter und sprudelnder Bewegung lebt, mit einem ähnlichen Beinamen versehen können."  

 Tolle Klangqualität und ein Hörgenuss nicht nur im Monat Mai.

Sehr empfehlenswert

 Helga König

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Franz Liszt- Sonate h-Moll. Paganini-Etüden. Zwei Konzertetüden- Martin Ivanov- Gramola

Der bulgarische Konzertpianist #Martin_Ivanov (geb. 1990) begann als Kind einer Musikerfamilie schon im Alter von vier Jahren mit seinem Klavierstudium. Von 2001 bis 2009 hat er an 50 Klavierwettbewerben in Bulgarien und im Ausland teilgenommen und zwar mit großem Erfolg. 

2006 wurde er vom Direktor der Jeunesses Musicales Bukarest, #Luigi_Gageos, entdeckt und eingeladen an einer dreijährigen Tournee durch verschiedene europäische Länder teilzunehmen. Martin Ivanov spielte mehrere Klavierkonzerte mit dem Philharmonischen Orchester der Stadt Sibiu. 2008 wurde er mit dem Preis "Ruse XXI. Jahrhundert" (Bulgarien) für außerordentliche Leistungen im Bereich der Musik ausgezeichnet. 

2009 studierte Ivanov bei Professor #Oleg_Maisenberg und seit 2013 bei Professor #Stefan _Vladar an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. 

Während seiner musikalischen Ausbildung hat der Künstler an vielen Meisterkursen und Festivals in Europa teilgenommen. 

2011 lernte er die bulgarische Geigerin Maria Ramalchanova kennen. Von da an spielten sie als Kammermusik-Duo gemeinsam in diversen Ländern Europas. 2015 heirateten die beiden. Seither ist sie Martin Ivanovs Managerin und als solche für seine Engagements zuständig. 

2017 begann er mit den Walzern Fréderic Chopins seine Zusammenarbeit mit dem größten Musiklabel Österreichs #Gramola. 2018 erschien seine zweite CD "Fantasiestücke und Novelletten" von Robert Schumann und nun in 2019 die vorliegende dritte CD, Ivanovs erstes Liszt-Album.

Hier präsentiert er Liszts wohl bedeutendstes Werk für Klavier, die Sonate in h-Moll, S 178, die gerne in die Nähe des "Faust"- Stoffes  gerückt wird, denn viele sehen in den drei unterschiedlichen musikalischen Themensträngen die Figuren  Faust, Gretchen und Mephisto repräsentiert. 

Daneben finden sich auf diesem Album als fulminanter Auftakt die zwei Konzertetüden S 145 (Waldesrauschen und Gnomenreigen) sowie als kraftvoller Abschluss Liszt die Grandes études de Paganini S 141. 

Ich teile die Meinung des Labels Gramalo: "Martin Ivanov ist einer der stärksten jungen Pianisten weit und breit: Rein nach Qualitätskriterien beurteilt, sollte diesem Mann eine Weltkarriere bevorstehen. Unbedingt antesten!"

Tolle Klangqualität.  Maximal empfehlenswert 

Helga König

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Franz Schubert- Piano Sonata in B-flat Major, D 960- Stefan Stroissnig-paladino music

Der Pianist #Stefan_Stroissnig, geboren 1985 in Wien, studierte dort an der Universität für Musik und darstellende Kunst bei Oleg Maisenberg und am Royal College of Music in London bei Ian Jones. Von renommierten Pianisten wie Daniel Barenboim und Dmitri Bashkirov erhielt er weitere künstlerische Impulse. 

Als Solist und Kammermusiker konzertierte er auf allen Kontinenten und auch in den wichtigsten Konzerthäusern Europas. Besondere Aufmerksamkeit gewann er durch seine Interpretationen von Werken Franz Schuberts sowie der Musik des 20. und 21. Jahrhunderts. 

Neben seiner Konzerttätigkeit unterrichtet er an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Graz und war Gastprofessor an der Toho Orchester Akademie in Toyama (Japan). 

Wie der Künstler im Begleitheft zur CD seine Zuhörer wissen lässt, entstand die hier vorliegende Aufnahme unmittelbar nach einer Konzerttournee in Japan und Südamerika. Bei dieser Tournee allerdings stand nicht die Sonate auf dem Programm, sondern die Impromtus in As-Dur und B-Dur des zweiten Bandes (D 935, Nr. 2 und 3), die ebenfalls auf der CD zu hören ist.

Es war ein besonderes Anliegen Stefan Stroissnigs für die gesamte Einspielung, möglichst große, musikalisch zusammenhängende Teile ohne Schnitte zu belassen, um so nahe wie möglich an die Atmosphäre eines Live-Erlebnisses heranzukommen. Das ist ihm vollkommen gelungen. Das Impromptu in As-Dur, kommt, so der Pianist, sogar ohne einen einzigen Schnitt aus. 

Stefan Stroissnig spielt sehr einfühlsam und mit großem Können zur großen Freude aller Zuhörer.

Maximal empfehlenswert.

Helga König

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Mucic around the bauhaus- Dabringhaus und Grimm Audiovision GmbH

Über das Bauhaus habe ich einige Bücher rezensiert: Siehe Rubrik Kunst. 

Bei der vorliegenden CD geht es um eine außergewöhnliche Einspielung, die diese Phase deutscher Kulturgeschichte beleuchtet und zwar wie sie derart enzyklopädisch auf einem Album kaum einmal dargestellt wurde.

Es handelt sich um eine Kollektion ausgesuchter Komponisten der Bauhaus -Bewegung, gespielt von dem Pianisten Steffen Schleiermacher. Er hat seine Reputation als Spezialist für die Musik unserer Zeit stets aufs Neue untermauert, nicht zuletzt durch mehrere ECHO Klassik-Auszeichnungen. 

Joseph Matthias Hauer arbeitete sein ganzes Leben an synästhetischen Konzepten. Die Trennung von Malerei, Architektur und Musik war ihm ein Gräuel. Sein wacher Geist schuf allein 1000 sogenannte "Zwölftonspiele"... und begeisterte damit Künstlerkollegen wie auch den späteren Musikwissenschaftler Hans Heinz Stuckenschmidt, von dem ebenfalls ein Werk auf diesem Album vertreten ist.

Neben solchen Karikaturen findet sich eine Sammlung  faszinierender befremdlicher Musikstücke, die allesamt abseits des großen, müden Stroms der Musikgeschichte komponiert wurden: ein morbider Tango von Stefan Wolpe, ein Klavierstück mit dem klangvollen Titel einsames Getröpfel von Wladimir Vogel oder die Sonatine Tod der Maschinen aus der Feder George Antheils. 

Diese musikalische Reise in die 1920er-Jahre erhält die packende Gestalt nicht nur in der Zusammenstellung von kompositorischen Raritäten – rund wird sie erst durch Künstlergestalten wie Steffen Schleiermacher, der nicht nur als Pianist, sondern auch als Leiter des Ensembles Avantgarde sich für die zeitgenössische Musik einsetzt

Näheres über die Musik am Bauhaus kann man dem Begleitheft entnehmen.

Sehr empfehlenswert

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Helga König

Clara Schumann and Her Family Ira Maria Witoschynskij- Piano Music- CD-

Clara Schumanns Geburtstag jährt am 13.9.2019 zum 200. Mal. Die Musikerin war die bedeutendste Pianistin des 19. Jahrhunderts. Auf zahllosen Klavierabenden rund um den Globus  trug sie dazu bei, dass das Klavierspiel nicht nur virtuos, sondern auch interpretatorisch Neuland betrat.

Die Künstlerin soll die erste Interpretin im modernen Sinne gewesen sein, lässt Naxos seine Leser wissen.

Das vorliegende Album, das ursprünglich 1997 erstveröffentlicht wurde, fasst Musik von ihr selbst und ihrem direkten familiären Umfeld zusammen. Dabei handelt es sich zumeist um Ersteinspielungen. Sie zeichnen ein exaktes und sehr erhellendes Bild ihrer kompositorischen Kompetenz und der künstlerischen Atmosphäre im engsten Kreis ihrer Familie.

Neben Werken von #Clara_Schumann, ihrem Ehemann Robert und ihrem lebenslangen Freund und Vertrauten #Johannes_Brahms, enthält das Album auch Musik ihres Halbbruders #Woldema_Bargiel. 

Bargiel, lange unterschätzt, wurde nach Stationen in Köln und Rotterdam 1874 Lehrer an der Berliner Musikhochschule, wo er über 20 Jahre tätig war.

Die aus Saarbrücken stammende Pianistin #Ira_Maria_Witoschynskyj, deren familiäre Wurzeln in die Ukraine reichen, studierte in Köln und Amsterdam. Nach frühen Wettbewerbserfolgen machte sie sich mit zahlreichen Rundfunkaufnahmen und Konzerten in Europa und Asien einen Namen als temperamentvolle und gleichzeitig sensible Pianistin.

Eine CD, die man immer wieder gerne hört.

Die Klangqualität ist hervorragend.

Helga König

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Bach 3- Volume 3- Richard Lester-Harpsichord- Nimbus Records

Der britische Musiker Richard Lester (* 1945) ist Cembalist, Organist, Fortpianist und Musikwissenschaftler. Er besuchte die Whitton Secondary School in Middlesex und das London College of Music. Dort realisierte er seinen Abschluss als Fellow. Klavier studierte er bei Bernard Roberts, Orgel bei David Lang und Cembalo bei George Malcolm. 

Als Organist gab er Konzerte in zahlreichen Kathedralen, darunter St. Paul's, Ely, Coventry, Westminster Cathedral und dem King's College Cambridge. 2013 dann gab er Recitals an den St. Mark's in Venedig sowie in der Kathedrale von Bergamo. 

Im Jahr 2018 wurde Richard zum Associate Organist in der Buckfast Abbey ernannt.

Lesters umfangreiche Diskografie für Nimbus Records wird weltweit gefeiert. 

Über das Richard Lesters Bach-Projekt, das auf den beiden CDs zu hören ist,  erfährt man im Begleitheft mehr. 

Disc 1 
Partina in B minor (French Ouverture) BWV 831 
Partina No 2 in C minor BWV 826 

Disc 2

English Suite No. 2 in A minor BWV 807 
French Suite No in E flat major BWC 815

Nicht nur für  Bachliebhaber ein absoluter Hörgenuss.

Sehr empfehlenswert.

Helga König

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The Art of Emotions- C. Ph. E. Bach- Haydn- Mozart-Beethoven: Yuko Inoue - Fortepiano- NAXOS

Yuko Inoues Karriere als Cembalistin und Fortepianistin basiert auf einer künstlerisch reichen und kreativen Kindheit und Jugend. Als Sechsjährige führten ihre Begabung und ihr Talent bereits zu öffentlichen Auftritten. 

Nach ihrem Bachelor-Abschluss an der Hochschule für Musik in Tokio war sie Preisträgerin bei mehreren Klavier- sowie Kammermusikwettbewerben und entwickelte großes Interesse an historischen Tasteninstrumenten. Aus diesem Grund studierte sie in ihrem Master of Music das Fach Cembalo und Hammerklavier bei Prof. Yoshio Watanabe. 

Seit ihrem Debüt-Konzert im Jahr 2004 hat #Yuko_Inoue viele Auftritte als Cembalistin und Fortepianistin als Solistin und Kammermusikerin in Japan und in Europa. Das dokumentieren Auftritte z.B. mit der Klassischen Philharmonie Bonn, mit dem Kölner Kammerorchester, dem Norwegian Baroque Orchestra und beim Utrecht Festival voor Oude Muziek. Ihr spezielles Interesse gilt der Musik von Carl-Phillip Emanuel Bach und der Bach-Familie. 

Yuko Inoue lebt in Köln. Dort absolviert sie ein Aufbaustudium in Alter Musik bei Prof. Ketil Haugsand. Neben ihren Solo-Konzerten und CD-Einspielungen ist die Künstlerin eine gefragte Continuo- Spielerin, u.A. beim Ringve Internationalen Sommerkurs in Norwegen. 

Auf der vorliegenden CD sind Stücke von Carl Philipp Emanuel Bach, Franz Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart und Ludwig von Beethoven zu hören, die Yuko Inoues auf dem Fortepiano mit großem Können vorträgt. 

Näheres zum Album können Sie dem Begleitheft entnehmen, welches ich allerdings an dieser Stelle nicht verkürzt wiedergeben möchte. 

Tolle Klang- und Tonqualität. 

Sehr empfehlenswert. 

Helga König

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Mozart- The Flute Quartets- Christopher Hyde-Smith. The Cummings String Trio- Naxos

Der britische Flötist #Christopher_Hyde_Smith hat zahlreiche Auslandsreisen unternommen, und trat als Solist in Frankreich, Deutschland, den Niederlanden, Italien, Portugal, Skandinavien, Spanien und der Schweiz sowie in Nord- und Südamerika auf. Auch Russland hat er besucht und zwar mit dem Ensemble von Benjamin Britten. 

Er spielte u.a. mit Pablo Casals, Francis Poulenc, Paul Tortelier und Igor Strawinsky, zudem spielte er das Cimarosa- Konzert für zwei Flöten mit James Galway in der Royal Festival Hall. Als Solist trat er häufig mit den London Mozart Players und dem London Symphony Orchestra, dem Royal Philharmonic Orchestra und der Royal Liverpool Philharmonic auf.

Was noch? Stephen Dodgson, Joseph Horowitz, William Mathias, John Metcalf und Alan Rawsthorne haben ihm Werke  gewidmet. 

Hyde-Smith war Professor für Flöte am Royal College of Music, wo er auch studierte. Er wurde 1985 Fellow des Royal College of Music und war der Gründungsvorsitzender der British Flute Society und spielt auf einer goldenen Flöte.

Auf dieser CD ist Christopher Hyde-Smith  gemeinsam mit dem Cummings String Trio zu hören. Sie spielen Mozarts Flötenquartette KV 285, 285a, 285b, 298, deren Klänge an einen beschwingten Sommertag erinnern und den Zuhörern viel Hörgenuss bereiten, auch wenn sie kein Musikstudium absolviert haben und  die  Kompositionen nicht notentechnisch analysieren können. Die Schönheit der Musik und die Leichtigkeit des Seins  beim Hören zu empfinden, darum geht es ja eigentlich und bei Mozart vielleicht ganz besonders.

Sehr empfehlenswert.

Helga König

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Reflejos - Al Aire- Preiser-Naxos

"#Reflejos" spiegelt die musikalischen Erfahrungen von vier MusikerInnen wider. Diese sind auf der Suche nach neuen Klängen und möchten immerfort weitere Musikszenen und -kulturen erforschen. 

Ihr erklärtes Ziel ist es, sich keinem Genre ganz zu verschreiben. 

Auf der CD vermischt sich Flamencogesang mit modernen Harmonien, verschiedensten Rhythmen, virtuosen Linien und jazzigen Improvisationen.

Auf diese Weise kreiert die Gruppe mit dem Programm "Al Aire" (in/an die Luft) einen neuen, spannenden Flamenco für die ZuhörerInnen, der weit in den Süden trägt. 

Empfehlenswert. 

Helga König

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Barock trifft Moderne- Johann Theile (1646)- Sebastian Theile (1969-2014) -THOROPHON

Diese CD enthält Kompositionen des Barockmusikers Johann Theile (1646-1724), gespielt von der Hamburger Ratsmusik und von Eberhard Klemmstein (*1941), gespielt vom Marteau Ensemble, Sebastian Theile (Klarinette) und von Sebastian Theile 1969-2014, gespielt von ihm selbst sowie von der Meininger Hofkapelle und Leitung von Chin Chao Lin.

Bei den zusammengestellten Werken handelt es sich um eine geistliche Kantate, eine Fantasie für Kammerensemble, ein Solowerk für Klarinette und eine Symphonie für großes Orchester. Dabei liegt die Intension in Begegnungen. Diese bestehen darin, dass sich zeitlich, drei Jahrhunderte voneinander getrennte Musiker mit gleichem Namen begegnen, nämlich (Johann Theile und Sebastian Theile), zudem zwei Komponisten  begegnen, deren Werke aus ihren eigenen Erfahrungen als Orchestermusiker herrühren. Diese sind: Sebastian Thiele und Eberhard Klemmstein. Ferner begegnen sich der Solo-Klarinettist Sebastian Theile als Komponist und "sein Orchester", die Meininger Hofkapelle posthum. 

Über Johann Theile (1646 1724) und Sebastian Theile (1969-2014) wie auch über Eberhard Klemmstein erfährt man im Begleitheft Näheres. 

Besonders angetan bin ich von Sebastian Theiles symphonischer Auseinandersetzung in vier Sätzen für großes Orchester mit dem Titel: "…so fährt unsre Zeit von hinne." Dabei ist der 2. Satz- unschwer erkennbar-   eine Hommage an Dmitri Schostakowitschs Oevre. Auf der schönen, lyrisch gestalteten Melodie liegt ein Schleier von Sehnsucht und Traurigkeit. Fast hypnotisch wirkt, was man hört und  das sich im Nichts  zu verlieren scheint. Beeindruckend. 

Insgesamt sehr empfehlenswert. 

Helga König

Chopin: Concertos NOS 1&2- Charles Richard-Hamelin-Analekta

Der kanadische Pianist #Charles_Richard_Hamelin war Silbermedaillengewinner und Preisträger des Krystian-Zimerman-Preises beim Internationalen Chopin-Klavierwettbewerb 2015 in Warschau. Heute gilt er als einer der wichtigsten Musiker seiner Generation. 

Charles Richard-Hamelin ist Absolvent der McGill University, der Yale School of Music und des Conservatoire de Musique de Montréal und hat bei Paul Surdulescu, Sara Laimon, Boris Berman, André Laplante und Jean Saulnier studiert. 2014 gewann er zudem den zweiten Preis beim Internationalen Musikwettbewerb von Montreal und den dritten Preis beim Internationalen Musikwettbewerb von Seoul in Südkorea. 

Der  begnadete Pianist erhielt zudem den Order of Arts und Letters of Quebec und den prestigeträchtigen Career Development Award des Women's Musical Club of Toronto. 

Der Künstler hat an diversen, renommierten Festivals teilgenommen, so etwa an  La Roque d'Anthéron in Frankreich, dem Prager Frühlingsfestival, dem Festival "Chopin und sein Europa" in Warschau und dem Lanaudière-Festival in Kanada. Als Solist trat er mit mehr als fünfzig Ensembles auf . Zudem spielte er unter der Leitung renommierter Dirigenten wie Kent Nagano, Antoni Wit, Vasily Petrenko, Jacek Kaspszyk, Aziz Shokhakimov, Peter Oundjian, Jacques Lacombe, Fabien Gabel, Carlo Rizzi, Giorcarlo Guerrero, Christoph Campestrini, Lan Shui und Jean-Marie Zeitouni.

Seine erste Solo-Aufnahme mit Spätwerken von Chopin wurde im September 2015 unter dem Label Analekta veröffentlicht. Sie wurde von Kritikern auf der ganzen Welt (Diapason, BBC Music Magazine, Le Devoir) sowie einem Felix-Preis (ADISQ) allgemein anerkannt. 

Charles Richard-Hamelin  ist auf dieser CD gemeinsam mit dem Orchestre symphonique de Montréal (OSM; engl. Montreal Symphony Orchestra, MSO) zu hören. Das Orchestre symphonique de Montréal ist eines der weltweit führenden Sinfonieorchester. Es hat seinen Sitz in der kanadischen Stadt Montreal. Kent Nagano ist ein vielbeschäftigter und gefragter Star unter den internationalen Dirigenten. Er ist Amerikaner mit japanischen Wurzeln. Neben seinen jeweiligen Leitungsfunktionen dirigiert er auch die angesehensten Orchester der Welt. Für die zu hörende Sinfoniekonzerte Nr. 1 +2 von Chopin dirigiert er das Orchestre symphonique de Montréal.

Frederic Chopins: Klavierkonzerte Nr.1 & 2 werden von Charles Richard –Hamelin sehr einfühlsam, mit allergrößtem Können vorgetragen. Ein absoluter Hörgenuss.

Maximal empfehlenswert 

Helga König

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Rezension: Bach& Bach- Pieces for alto flute- Reza Najfar

#Reza_Najfar ist Flötensolist, Komponist und Professor für Flöte am Mozarteum Salzburg (Innsbrucker Zweig) sowie seit 1992 am Tiroler Landeskonservatorium Innsbruck und am Prayner Konservatorium in Wien. 

Der preisgekrönte Musiker kommt aus einer künstlerisch erfahrenen Familie in Teheran. Nach seinem Flöten- und Kompositionsstudium im Iran setzte er sein Flöten- und Kompositionsstudium in Utrecht / Holland bei Abbie de Quant und in Wien bei Barbara Gisler Haase und Dieter Flury fort.

Komposition studierte er im Iran bei Morteza Hannaneh, Mehran Rohani und Farid Omran und in Österreich an der Musikhochschule in Wien bei Thomas Christian David und Dieter Schermann (Wiener Musikakademie). Reza Najfar war schon während seines Studiums drei Jahre Soloflötist im Orchester der Vereinigten Bühnen Wiens. Sein umfangreiches Repertoire umfasst Werke von der Barockmusik bis zur zeitgenössischen Musik. Sie enthalten alle wichtigen Stücke des allgemeinen Flötenrepertoires. 

Najfars Oeuvre als Komponist reicht von Solostücken und Liedern für verschiedene Instrumente über Kammer- und Orchestermusik, Gedichtmusik von Sohrab Sepehri, Ahmad Shamlou und Haikus von Abbas Kiarostami bis zu Kiarostamis letztem Kurzfilm "up and down" sowie Musik für Dokumentarfilme. 

Seine Konzerte waren es, die den Musiker in verschiedene europäische Länder, nach Japan und Mexiko, in die USA, nach Südkorea und nach China und Mexiko führten. Er beteiligte sich an Festivals wie " Österreich heute", dem "Takayma Festival" (Japan) und "Musica e Magia" (Mexiko), dem Japan- Flötenfestival in Tokio und dem Flötenfestival in Kyoto, Japan. 

Zu seinen solistischen Arbeiten gehören zahlreiche CDs Reza Najfar leitet zudem mehrere internationale Flötenkurse im In- und Ausland. 

2008 wurde er mit dem "Persian Golden Lioness Award" der Londoner Akademie der Künste für Literatur, Kunst und Literatur ausgezeichnet. (Näheres dazu im Begleitheft der CD)

Die CD enthält Werke von Johann Sebastian Bach (1685-1750) und von Carl Philipp Emanuel Bach (1714-1788). 

Die beiden Komponisten haben Solowerke für Traversflöte, Geige und Cello geschaffen. Die Bearbeitung und Interpretation mit Altflöte, so liest man im Begleitheft, liegen insofern nahe, weil der warme, tiefe Klang der Altflöte im Vergleich zur modernen Querflöte dem Vorbild der barocken Traversflöte anzunähern vermag, sich damit für die Interpretation Alter Musik gut eigne. Bislang träte die Altflöte allerdings  solistisch kaum in Erscheinung. Von daher wünscht Reza Najfar, einen Beitrag dazu zu leisten, dass die Altflöte als Soloinstrument sich etabliert.  Das ist ihm ohne Frage bestens gelungen.

Näheres über die Stücke erfährt man im Begleitheft. Dessen Lektüre empfehle ich allen sehr, die sich in die einzelnen Stücke vertiefen wollen. 

Die CD ist von exzellenter Klangqualität.  

Sehr empfehlenswert 

Helga König

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Rezension: Musik!- Über ein Lebensgefühl- Roger Willemsen- S. Fischer

Der 1955 geborene Autor und Moderator #Roger_Willemsen galt als einer der führenden Intellektuellen in unserem Land. Er verstarb 2016 in Wentorf bei Hamburg. Im vorliegenden Buch, das im S. Fischer Verlag im Herbst 2018 erschienen ist, sind Roger Willemsens Texte über Musik enthalten. Der leidenschaftliche Musikhörer und –kenner hatte zwei Jahre im #ZDF eine eigene Musiksendung und machte im #NDR eine 15. minütige Radiosendung, die es auf 279 Folgen brachte. Zu diesen Sendungen gehörten 26 große Publikumsabende. Der Musikkenner gestaltete eine Weltmusik-Reihe mit Berliner Philharmonikern, ein Barockprogramm mit dem Geiger Daniel Hope und ein Klassik-Programm mit der NDR- Radiophilharmonie. Des Weiteren schrieb er für die Zeit eine eigene Musikkolumne und realisierte für #arte und das ZDF einen Film über den Jazzpianisten Michel Petrucciani und diverse weitere Musikerportraits. 

Um zu verstehen, wie sehr Roger Willemsen von Musik in den Bann gezogen wurde, sollte man das Eingangszitat der Textsammlung nicht überblättern: "Musik höre ich wehrlos, deshalb stört sie mich im öffentlichen Raum auch oft. Sie absorbiert mich. Ich kann neben ihr kaum einen Gedanken fassen. Für kaum etwas bin ich so dankbar wie für die Entdeckung neuer, unbekannter, sprechender Musik.“ (Roger Willemsen, 2015) 

Im Text "An die Musik" berichtet er von den Wegen, die ihn zum Jazz führten, der für ihn ein Lebensgefühl verkörpert, das sich in einem Klima der Wahrhaftigkeit, der Geradlinigkeit und der Evidenz entwickelt. Die Vitalität des Jazz bestimme alles, was er sage und wolle. 

Roger Willemsen war vom Lyrischen im Jazz besonders angezogen. Nach seiner Meinung vermag diese Musik, was Robert Musil der Literatur zuschrieb, den "inneren Menschen erfinden." 

Es ist unmöglich an dieser Stelle all seine Reflektionen zu bestimmten Stücken unterschiedlicher Jazz-Musiker verkürzt wiederzugeben, oder gar dazu Stellung zu nehmen. Sehr bemerkenswert ist der Text "Peace Piece Meditationen".  Der Jazz-Musiker Bill Evans war für Roger Willemsen der Lyriker schlechthin, der mit dem Stück "PeacePiece" den Frieden spielt. Der Musikkenner Willemsen  huldigt dem Stück, indem er einen überaus poetischen Text dazu schreibt, aber auch Sachwissen und Musikgeschichtliches einfließen lässt. 

Hochbeglückt bin ich, die Musik, die Roger Willemsen in seinem Buch vorstellt und beschreibt, auf Youtube jeweils hören und mich so auch akustisch in seine Musikwelt vertiefen zu können. Es sind Jazz-Stücke, die sich mit den Jahreszeiten befassen, auch mit dem Unglück der Liebe, süßen und schweren Träumen, so etwa im Stück "Something I Dreamed Last Night" von Miles Daves. 

Unmöglich, auf all das textlich im Rahmen einer Rezension näher einzugehen. Für jede Stimmung und Gelegenheit stellt er etwas Passendes im Rahmen seines Jazz-Kosmos vor, so auch für Tagträume und hier u.a. das wunderbare Stück "Dream Gypsy" von Bill Evans und Jim Hall. 

Sehnsucht und die Gedanken an jemand, der uns wichtig war, sind weitere Themen. Hier beeindruckt der Pianist Bary Harris mit "These Foolish Things". Roger Willemsen schreibt: "Erinnerungen so zu komponieren, das geht nur in einer freieren Form, aber gerade weil die Musik so suchend wirkt, geht sie hier eine ideale Verbindung zur Erinnerung ein und über allem liegt die Melancholie des Unvergessenen aber Verlorenen.“ 

Nach einer Fülle von Texten kann man dann im Kapitel III sich zu Klassik und Jazz näher informieren und wiederum Reflektionen zu wunderbaren Musikstücken lesen. Hier werden Musiker wie Dave Brubeck vorgestellt, der zu seinem "Koto Song" sagte, dieser sei ein Blues, der im Zusammenhang mit sehr feinsinniger Musik stehe, die er eines Abends von zwei Koto-Spielerinnen in Kyoto gehört habe. 

Musikerportraits. sehr, sehr vieler Jazz-Musiker in Verbindung mit berühmten Stücken zeichnet Roger Willemsen gleichbleibend euphorisch, mit einfühlsamer Feder für musikbegeisterte Leser und erweckt  bei diesen den Eindruck, dass er in seinen Zeilen zu neuem Leben erwacht. 

Man erfährt mehr über die Jazzsängerin Connie Evingson und dem von ihr gesungenen Titel "Anthropology"  sowie  von  Bud Powells Bachinterpretation in "Sure Thing". 

Textstellen aus dem Werk "Momentum" und "Der Knacks" von Roger Willemsen kann man zu Beginn der einzelnen Kapitel lesen und sich seiner Intellektualität erfreuen. 

Im Kapitel V äußert #Roger_Willemsen sich dann zu Pink Floyd. Wie er schreibt, seien die Klanggebilde dieser Band auf nicht dagewesene Weise dreidimensional, die Musik sei architektonisch, selbst dort, wo sie die Hörerschaft in offene Räume, in Universen entlasse. Die Musik komme von weit her und strebe über Horizonte. Das hat sie vielleicht mit Roger Willemsens weltläufigen Gedanken zur Musik gemeinsam, die ihn als einen sehr sensiblen, leidenschaftlichen Menschen outen, den man nicht vergisst, selbst nach Jahren seines Ablebens nicht. 

Maximal empfehlenswert 

Helga König

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Musik!: Über ein Lebensgefühl


Le jardin oubliè / My polish heart- Vladyslav Sendecki- Atom String Quartet.

Die vorliegende CD enthält 10 zauberhafte Jazz- Kompositionen für anspruchsvolle Ohren, gespielt von dem berühmten polnischen Jazz-Pianisten Vladyslav Sendecki und dem Atom String Quartet. Dieses auf Jazz spezialisiertes Streichquartett ist die erste Band dieser Art in Polen . 

2011 erhielt Vladyslav Sendecki den Hamburger Jazzpreis. Vier Jahre später wurde er mit der Gloria-Artis-Medaille, der höchsten künstlerischen Auszeichnung der Republik Polen ausgezeichnet und 2017 wurde der in Hamburg lebende Künstler Ehrenbürger der Stadt Gorlice. 

Für Vladyslav Sendecki ist Musik weit mehr als die Summe ihrer Klänge. Sie bedeutet für ihn Freiheit, einerseits, um die eigenen musikalischen Grenzen zu erkunden und andererseits  um Gedanken und Emotionen auszutauschen - mit den Instrumenten, wenn die Musiker mit ihren Hörern Tuchfühlung aufnehmen.

Mit Aufnahmen dieser CD möchte der begnadete Jazz- Pianist eine seiner musikalischen Herzensangelegenheiten  mit seinen Hörern teilen. All seine Kompositionen dieses Albums sind entweder durch sehr persönliche Erfahrungen und Vorkommnisse oder durch sehr persönliche Anregungen aus seiner unmittelbaren Umgebung geprägt, 

Mit dem polnischen Streichquartett empfindet er sich tonal am für ihn wohl zufriedenstellendsten verbunden. Die Art der Interpretation der Stücke ist mit dem Atom String Quartet für ihn eine aufregende und organische Mischung aus Kompositionen und Improvisation seines musikalischen Credos. 

Der  aufmerksame Hörer erhält eine Vorstellung von der Inspiration Vladyslav Sendeckys  mit seinen Mitmusikern, die er bei den Aufnahmen in den Bauer-Studios als auch auf der Bühne des Studio Konzert New erleben durfte. 

Neue Räume haben deren musikalischen Begegnungsraum voller energetischer Konzentration, klanglicher Komplexität und lyrischem Ausdruck offenbart. Dies sei ein Raum voller Freiheit, der ja  für Jazzmusiker von ganz besonderer Bedeutung ist. 

Bei aller Komplexität sei dies, was man zu hören bekommt, aber noch  immer  Musik für die Liebe zum Leben und zwar für alle von uns.  Genau das empfinde auch ich, wenn ich die Kompositionen höre.

Nicht unerwähnt soll bleiben, dass sich #Vladyslav_Sendecki mit einer der Kompositionen, sie nennt sich  "#My_Polish_Heart" und stammt von Prof. Wolf Kerschek, zutiefst verbunden fühlt. Deshalb sollte man sich in diese Klänge speziell vertiefen, wenn man mehr von diesem Klangspezialisten in  Erfahrung  bringen möchte.

Wer Jazz liebt und Freude an ganz besonderen Klängen hat, wird begeistert sein, wenn er sie bei einem  Glas Rotwein an Herbstabenden aufmerksam genießt.

Maximal empfehlenswert.

Helga König

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Rezension: Pink Floyd –Alle Songs- Philippe Margotin/Jean –Michel Guesdon- Edition Delius Klasing

Dieses 600 Seiten umfassende Werk enthält Analysen, Erklärungen, Hintergrundwissen und Textstudien zur vielschichtigen Musik von Pink Floyd, der Band, die vor mehr als 40 Jahren begonnen hat,  Geschichte zu schreiben und zwar mit der außergewöhnlichen Trilogie aus "Atom Heart Mother", "Meddle" und "The Dark Side oft he Moon". 

Das vorliegende reich bebilderte Buch mit dem Titel "Pink  Floyd –Alle Songs"- nimmt das Gesamtwerk in den Blick, um es in einem neuen, objektiveren Licht zu präsentieren. Die Reihenfolge der Musiker bei der technischen Präsentation der einzelnen Songs wurde entsprechend der Platzierung des Instruments innerhalb der Band festgelegt: Zunächst die Gitarren, anschließend die Tasteninstrumente, danach die Rhythmusgruppe mit Bassgitarre als auch dem Schlagzeug (oder den Percussions-Instrumenten). Was noch? Die Gastmusiker werden nach den Bandmitgliedern genannt.

Wie man erfährt, war es die intellektuell anregende Landidylle von Cambrige, die die Anfänge von Pink Floyd prägten. Zunächst lernt man in Kurzbiografien die Bandmitglieder und deren Entwicklung kennen und anschließend die Geschichte der ersten Single, deren Erscheinungsdatum der 11. 3. 1967 war. Es handelt sich um die Songs "Arnold Layne" und "Candy and Currant Bun".  Die Musiker, die Daten zur Aufnahme und das technische Team werden genannt und es wird Näheres über die Vorgeschichte und die Aufnahme berichtet. So wird mit allen weiteren Werken der Gruppe dann vorgegangen. 

Bei Pink Floyd gibt es Elemente aus dem Progressive Rock, Blues, Jazz jedoch auch aus klassischer und Neuer Musik. Dabei war ihre Mission stets  die kritische Auseinandersetzung mit sozialen und politischen Themen. 

"A Saucerful Of Secrets" aus dem Jahre 1968 liegen wie man liest und auf Youtube auch hören kann, recht klassische Strukturen zugrunde. Es handelt sich dabei um das erste lange, experimentelle Fresko von Pink Floyd. 

"Julia Dream" war der erste Song, der ohne Syd Barret aufgenommen wurde und es war der erste mit David Gilmour als Leadsänger, ein wunderbarer, psychedelischer Folksong.

"Cirrus Minor" ist der Name einer weißen, fedrigen Wolke, welche in einer Höhe von 6000 bis 12 000 auftritt und mit Engelshaar verglichen wird. Das Stück ist in e-Moll komponiert und eine schöne Einführung in Klangwelten, die von 1969 an zum musikalischen Ausdruck der Band gehören. 

Unmöglich,  alle Werke hier zu benennen, doch einige hervorheben, möchte ich schon. Sehr schön ist der Song "A Pillow of Winds", eine Akustikballade im typischen Stil David Gimours, wie man liest, mit Einflüssen von Folk, Country, Rock als auch West-Coast-Klängen. Das war 1971.

Das mehr als 23 Minuten andauernde "Echoes" gilt als eines der drei längsten Pink-Floyd-Fresken und entstand ebenfalls 1971. Auch dieses Werk sollte man sich anhören, nachdem man die Infos dazu gelesen hat. Gottlob gibt Youtube die Möglichkeit, in die Aufnahme von 1971 zu gehen und nicht nur zu hören, sondern auch zu sehen. 

"Live at Pompeii "ohne Publikum erfolgte im Oktober im Amphitheater der antiken Stadt Pompeji. Dort wurden drei Stücke von Echoes aufgenommen, 

1973 dann erschien das überragende Konzeptalbum "The Dark Side Of The Moon“, über das man ausführlich informiert wird und darf erstaunt sein, dass es immer weiter geht und 1975 das Album "Wish You Are Here" erscheint, zudem  das geniale Werk "Shine On You Crazy Diamond", über das man im Buch bestens aufgeklärt wird.  Ich liebe dieses Stück.  Man kann sich nicht satt daran hören.

"Is There Anybody Out There?", entstand 1979, im gleichen Jahr übrigens wie "Another Brick In The Wall" und "Comfortably Numb"

Und danach? Wurde das Niveau weiter gehalten. Immer wieder wurde Neues komponiert, getextet und produziert. Ab 1993 beteiligt sich die spätere Ehefrau David Gilmours Polly Samson am Schreiben der Texte. Ihr erster Text hieß "What Do You Want From Me?" Mit "Louder Than Words" beschließt das musikalische Abenteuer, das die Band 47 Jahre zuvor begonnen hat. Das Ende war im Jahre 2005 gekommen. 

Über all dies und vieles mehr kann man sich in diesem Buch schlau machen und ist wirklich überrascht von der Vielfalt und dem unglaublichen Können dieser Band.

Maximal empfehlenswert

Helga König

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Pink Floyd - Alle Songs: Die Geschichten hinter den Tracks

Rezension: Bruce Springsteen- Der Boss und die E Street Band- Gillian G. Gaar- DK Edition Delius

216 Seiten 126 Farbfotos, 35 s/w Fotos, Format 24,2 x 28,2 cm, gebunden, Delius Klasing Verlag "Edition Delius", Bielefeld. 

Dieses reich bebilderte Buch, bei dem nicht an einem breit angelegten, informativen Textanteil gespart wurde, befasst sich mit dem Leben und Werk des amerikanischen Rockstars Bruce Springsteen, der mit viel Fleiß und Können den "American Dream" für sich und seine Familie in die Tat umsetzte, dabei ein beachtliches soziales Engagement für Frieden und Freiheit an den Tag gelegt hat und dies auf beeindruckende Weise nach wie vor noch tut. Man freut sich deshalb gerne mit ihm, dass Barack Obama ihn mit der "Friedensmedaille" geehrt hat. 

Seit 50 Jahren bereits steht Bruce Springsteen auf der Bühne. Für sein Können hat er bisher 20 Grammys, und einen Oscar erhalten und 130 Millionen Alben weltweit verkauft. 

Der hochbegabte Musiker wurde in einfache Verhältnisse hineingeboren, allerdings hatte es bei Springsteens zuhause immer schon Musik gegeben. So war bei seiner Tante ein Spinett vorhanden, auf dem der kleine Bruce bereits herumklimpern konnte. Sehr früh bereits begeisterte sich Bruce für die Songs von Elvis Presley, etwas später auch für jene der Rolling Stones. Seine Mutter schließlich mietete für ihn eine akustische Gitarre in einem Musikgeschäft, wo er dann zunächst formellen Unterricht nahm, aber rasch das Interesse verlor. Trotz dieser Tatsache wurde Musik zu einer "alles verzehrenden Leidenschaft."

Auf die vielen Stationen seiner steilen Karriere und die Tourneegeschichten im Rahmen der Rezension hier einzugehen, führt zu weit. Soviel nur, 1964 kaufte er sich von hart verdientem Geld eine Akustikgitarre und lernte als Autodidakt Gitarre zu spielen. Er muss wie ein Besessener geübt haben, bis er mit der neu gegründeten Band "Earth" erste Versuche unternahm. Wie es dann weiterging und wie es schließlich zum 1. Album kam, wird ausführlich und sehr spannend erörtert. 

Sein Debütalbum nannte er übrigens nach einer Ansichtskarte, auf der "Greetings from Asbury Park, Nr. 1" stand. Damals war Springsteen 23 Jahre alt. Zu jener Zeit bereits gab es frühe Ausflüge in die Politik, so spielte er mit seiner Band auf einer Wahlkampfveranstaltung für den Senator George McGovern. 

Schaut man sich Clips oder auch die Fotos im Buch von Bruce Springsteen an, stellt man sofort sein unglaubliches Charisma fest. Man hört ihm voller Begeisterung zu, weil seine Musik, aber auch er als Person überzeugt. Er ist spürbar authentisch. 

Der Künstler musste lange Zeit mit seiner Band touren, um Geld zu verdienen, das sagte er 1974. Damals wurden die Aufnahmen für Alben zwischen den Liveauftritten gemacht. Seine Wertschätzung als Künstler war zu jener Zeit zwar schon vorhanden, aber das Geld floss noch nicht so recht. Er tourte mit seiner Band als Vorgruppe, wie andere, später bekannte Rockstars auch. 

"Born to Run" machte den Musikkritiker Landau auf ihn aufmerksam, der in Bruce Springsteen die Zukunft des Rock ´n´Roll sah. In diesem Jahr hieß die Begleitband von Bruce erstmals "E Street Band". "Born to Run" war nicht bloß musikalisch, sondern auch gestalterisch eine neue Ära, erfährt man. Als das Album "Born to Run" im August 1975 erschien, stellte sich der kommerzielle Erfolg ein. Eine halbe Million Schallplatten erbrachten ihm die 1. Goldene Schallplatte und den Platz 3 der Chartplatzierung in den USA. 

Man liest von Verträgen und unsäglichem Ärger, auch davon, wie man den Künstler in jenen Jahren über den Tisch gezogen hat. Wie in vielen Metiers von Kreativen ist auch in dieser Branche die skrupellose Ausbeutung noch unerfahrener Künstlern an der Tagesordnung. Springsteen schafft es, sich zu befreien.

Auch die nächsten Alben werden erfolgreich. Seine Songs werden düsterer und reflektieren die harten Zeiten, die er im ganzen Land beobachtet hat. Das Album "The River" erhält 1980 in den USA die Chartplatzierung 1. Über dieses und alle anderen Alben wird man stets sehr gut textlich aufgeklärt. 

Das Album "Born U.S.A.", erschienen im Juni 1984, brachte es in der Chartplatzierung sowohl in den USA als auch in UK auf Platz 1. Jetzt ist Bruce ein Superstar, jetzt werden seine Kommentare während der Konzerte pointierter. So kündigt er "Born to Run" beispielsweise mit den Worten an: "Lasst uns Freiheit erschallen- aber es ist nutzlos, wenn es nur für eine Person ist. Das muss für jedermann gelten." 

Der Künstler mit viel Herzensbildung engagiert sich sozial. Ihm ist der Erfolg nicht zu Kopf gestiegen. Mit dem Song "Sun City" macht er auf das Thema Apartheit aufmerksam. 

Er heiratet 1985 erstmals. Die Ehe mit Julianne Phillips dauert nur drei Jahre und kostet ihn 16-20 Millionen Dollar.

Er tourt erneut, wird immer berühmter, spielt auf Benefizveranstaltungen. Sein erstes Livealbum war schon ein mehrfacher Platinerfolg, bevor es überhaupt erschien und so ging es weiter. 

Im Album "Tunnel of Love“ verarbeitet er seine zerbrochene Ehe. Doch nun lernt er seine neue Frau kennen, mit der er heute bereits 27 Jahre verheiratet ist. Patti Scialfa, 4 Jahre jünger als er, war eine schon anerkannte Künstlerin als die beiden einander begegneten und sie sich ihm und schließlich der E Street Band anschloss.

Man staunt über den fortdauernden Erfolg des Künstlers, der die Bodenhaftung nie verloren hat, gesund lebt, einen enormen Fleiß an den Tag legt und durch Ausdauer beeindruckt. Bruce Springsteen glaubt an sich und seine Songs. Das spüren seine Fans. Er nimmt sie in seiner Begeisterung  mit. Das gelingt nicht vielen.

Im Juli 2002 dann erscheint das Album "The Rising". Einige Songs wurden direkt als Reaktion auf die Geschehnisse des 11. September 2001 verfasst, aber sie bezogen sich nicht direkt darauf, waren allgemeiner gehalten. 

Weiterhin machte Springsteen politische Aussagen in Konzerten und entschied sich öffentlich, den demokratischen Senator John Kerry zu unterstützen. Er trat damals auf Kundgebungen von Kerry auf. Es gab weitere Alben, über die man Wissenswertes lesen kann und schließlich sein tolles Engagement, den späteren Präsident Barack Obama im Wahlkampf zu unterstützen. 

Sein Erfolg setzte sich auch anschließend fort. 2014 erschien das Album "High Hopes", auch hier war die Chartplatzierung in den USA und UK Platz 1. 

Wer Bruce Springsteen je gehört und gesehen hat- ich empfehle Youtube als musikalische Begleitung zum Buch-, ist hingerissen. Dass der  Rockstar im kommenden Jahr 70 Jahre alt wird,  mag man nicht glauben. Er gehört eindeutig zu jenen, die für immer jung bleiben. Sein Geheimnis?  Ich vermute, eine unverbrüchliche Liebe zur Musik und die Bewahrung von Mitmenschlichkeit.

Ein gelungenes Buch. 

Maximal empfehlenswert.

Helga König

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Bruce Springsteen: Der Boss und die E Street Band