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Le jardin oubliè / My polish heart- Vladyslav Sendecki- Atom String Quartet.

Die vorliegende CD enthält 10 zauberhafte Jazz- Kompositionen für anspruchsvolle Ohren, gespielt von dem berühmten polnischen Jazz-Pianisten Vladyslav Sendecki und dem Atom String Quartet. Dieses auf Jazz spezialisiertes Streichquartett ist die erste Band dieser Art in Polen . 

2011 erhielt Vladyslav Sendecki den Hamburger Jazzpreis. Vier Jahre später wurde er mit der Gloria-Artis-Medaille, der höchsten künstlerischen Auszeichnung der Republik Polen ausgezeichnet und 2017 wurde der in Hamburg lebende Künstler Ehrenbürger der Stadt Gorlice. 

Für Vladyslav Sendecki ist Musik weit mehr als die Summe ihrer Klänge. Sie bedeutet für ihn Freiheit, einerseits, um die eigenen musikalischen Grenzen zu erkunden und andererseits  um Gedanken und Emotionen auszutauschen - mit den Instrumenten, wenn die Musiker mit ihren Hörern Tuchfühlung aufnehmen.

Mit Aufnahmen dieser CD möchte der begnadete Jazz- Pianist eine seiner musikalischen Herzensangelegenheiten  mit seinen Hörern teilen. All seine Kompositionen dieses Albums sind entweder durch sehr persönliche Erfahrungen und Vorkommnisse oder durch sehr persönliche Anregungen aus seiner unmittelbaren Umgebung geprägt, 

Mit dem polnischen Streichquartett empfindet er sich tonal am für ihn wohl zufriedenstellendsten verbunden. Die Art der Interpretation der Stücke ist mit dem Atom String Quartet für ihn eine aufregende und organische Mischung aus Kompositionen und Improvisation seines musikalischen Credos. 

Der  aufmerksame Hörer erhält eine Vorstellung von der Inspiration Vladyslav Sendeckys  mit seinen Mitmusikern, die er bei den Aufnahmen in den Bauer-Studios als auch auf der Bühne des Studio Konzert New erleben durfte. 

Neue Räume haben deren musikalischen Begegnungsraum voller energetischer Konzentration, klanglicher Komplexität und lyrischem Ausdruck offenbart. Dies sei ein Raum voller Freiheit, der ja  für Jazzmusiker von ganz besonderer Bedeutung ist. 

Bei aller Komplexität sei dies, was man zu hören bekommt, aber noch  immer  Musik für die Liebe zum Leben und zwar für alle von uns.  Genau das empfinde auch ich, wenn ich die Kompositionen höre.

Nicht unerwähnt soll bleiben, dass sich #Vladyslav_Sendecki mit einer der Kompositionen, sie nennt sich  "#My_Polish_Heart" und stammt von Prof. Wolf Kerschek, zutiefst verbunden fühlt. Deshalb sollte man sich in diese Klänge speziell vertiefen, wenn man mehr von diesem Klangspezialisten in  Erfahrung  bringen möchte.

Wer Jazz liebt und Freude an ganz besonderen Klängen hat, wird begeistert sein, wenn er sie bei einem  Glas Rotwein an Herbstabenden aufmerksam genießt.

Maximal empfehlenswert.

Helga König

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Rezension: Pink Floyd –Alle Songs- Philippe Margotin/Jean –Michel Guesdon- Edition Delius Klasing

Dieses 600 Seiten umfassende Werk enthält Analysen, Erklärungen, Hintergrundwissen und Textstudien zur vielschichtigen Musik von Pink Floyd, der Band, die vor mehr als 40 Jahren begonnen hat,  Geschichte zu schreiben und zwar mit der außergewöhnlichen Trilogie aus "Atom Heart Mother", "Meddle" und "The Dark Side oft he Moon". 

Das vorliegende reich bebilderte Buch mit dem Titel "Pink  Floyd –Alle Songs"- nimmt das Gesamtwerk in den Blick, um es in einem neuen, objektiveren Licht zu präsentieren. Die Reihenfolge der Musiker bei der technischen Präsentation der einzelnen Songs wurde entsprechend der Platzierung des Instruments innerhalb der Band festgelegt: Zunächst die Gitarren, anschließend die Tasteninstrumente, danach die Rhythmusgruppe mit Bassgitarre als auch dem Schlagzeug (oder den Percussions-Instrumenten). Was noch? Die Gastmusiker werden nach den Bandmitgliedern genannt.

Wie man erfährt, war es die intellektuell anregende Landidylle von Cambrige, die die Anfänge von Pink Floyd prägten. Zunächst lernt man in Kurzbiografien die Bandmitglieder und deren Entwicklung kennen und anschließend die Geschichte der ersten Single, deren Erscheinungsdatum der 11. 3. 1967 war. Es handelt sich um die Songs "Arnold Layne" und "Candy and Currant Bun".  Die Musiker, die Daten zur Aufnahme und das technische Team werden genannt und es wird Näheres über die Vorgeschichte und die Aufnahme berichtet. So wird mit allen weiteren Werken der Gruppe dann vorgegangen. 

Bei Pink Floyd gibt es Elemente aus dem Progressive Rock, Blues, Jazz jedoch auch aus klassischer und Neuer Musik. Dabei war ihre Mission stets  die kritische Auseinandersetzung mit sozialen und politischen Themen. 

"A Saucerful Of Secrets" aus dem Jahre 1968 liegen wie man liest und auf Youtube auch hören kann, recht klassische Strukturen zugrunde. Es handelt sich dabei um das erste lange, experimentelle Fresko von Pink Floyd. 

"Julia Dream" war der erste Song, der ohne Syd Barret aufgenommen wurde und es war der erste mit David Gilmour als Leadsänger, ein wunderbarer, psychedelischer Folksong.

"Cirrus Minor" ist der Name einer weißen, fedrigen Wolke, welche in einer Höhe von 6000 bis 12 000 auftritt und mit Engelshaar verglichen wird. Das Stück ist in e-Moll komponiert und eine schöne Einführung in Klangwelten, die von 1969 an zum musikalischen Ausdruck der Band gehören. 

Unmöglich,  alle Werke hier zu benennen, doch einige hervorheben, möchte ich schon. Sehr schön ist der Song "A Pillow of Winds", eine Akustikballade im typischen Stil David Gimours, wie man liest, mit Einflüssen von Folk, Country, Rock als auch West-Coast-Klängen. Das war 1971.

Das mehr als 23 Minuten andauernde "Echoes" gilt als eines der drei längsten Pink-Floyd-Fresken und entstand ebenfalls 1971. Auch dieses Werk sollte man sich anhören, nachdem man die Infos dazu gelesen hat. Gottlob gibt Youtube die Möglichkeit, in die Aufnahme von 1971 zu gehen und nicht nur zu hören, sondern auch zu sehen. 

"Live at Pompeii "ohne Publikum erfolgte im Oktober im Amphitheater der antiken Stadt Pompeji. Dort wurden drei Stücke von Echoes aufgenommen, 

1973 dann erschien das überragende Konzeptalbum "The Dark Side Of The Moon“, über das man ausführlich informiert wird und darf erstaunt sein, dass es immer weiter geht und 1975 das Album "Wish You Are Here" erscheint, zudem  das geniale Werk "Shine On You Crazy Diamond", über das man im Buch bestens aufgeklärt wird.  Ich liebe dieses Stück.  Man kann sich nicht satt daran hören.

"Is There Anybody Out There?", entstand 1979, im gleichen Jahr übrigens wie "Another Brick In The Wall" und "Comfortably Numb"

Und danach? Wurde das Niveau weiter gehalten. Immer wieder wurde Neues komponiert, getextet und produziert. Ab 1993 beteiligt sich die spätere Ehefrau David Gilmours Polly Samson am Schreiben der Texte. Ihr erster Text hieß "What Do You Want From Me?" Mit "Louder Than Words" beschließt das musikalische Abenteuer, das die Band 47 Jahre zuvor begonnen hat. Das Ende war im Jahre 2005 gekommen. 

Über all dies und vieles mehr kann man sich in diesem Buch schlau machen und ist wirklich überrascht von der Vielfalt und dem unglaublichen Können dieser Band.

Maximal empfehlenswert

Helga König

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Pink Floyd - Alle Songs: Die Geschichten hinter den Tracks

Rezension: Bruce Springsteen- Der Boss und die E Street Band- Gillian G. Gaar- DK Edition Delius

216 Seiten 126 Farbfotos, 35 s/w Fotos, Format 24,2 x 28,2 cm, gebunden, Delius Klasing Verlag "Edition Delius", Bielefeld. 

Dieses reich bebilderte Buch, bei dem nicht an einem breit angelegten, informativen Textanteil gespart wurde, befasst sich mit dem Leben und Werk des amerikanischen Rockstars Bruce Springsteen, der mit viel Fleiß und Können den "American Dream" für sich und seine Familie in die Tat umsetzte, dabei ein beachtliches soziales Engagement für Frieden und Freiheit an den Tag gelegt hat und dies auf beeindruckende Weise nach wie vor noch tut. Man freut sich deshalb gerne mit ihm, dass Barack Obama ihn mit der "Friedensmedaille" geehrt hat. 

Seit 50 Jahren bereits steht Bruce Springsteen auf der Bühne. Für sein Können hat er bisher 20 Grammys, und einen Oscar erhalten und 130 Millionen Alben weltweit verkauft. 

Der hochbegabte Musiker wurde in einfache Verhältnisse hineingeboren, allerdings hatte es bei Springsteens zuhause immer schon Musik gegeben. So war bei seiner Tante ein Spinett vorhanden, auf dem der kleine Bruce bereits herumklimpern konnte. Sehr früh bereits begeisterte sich Bruce für die Songs von Elvis Presley, etwas später auch für jene der Rolling Stones. Seine Mutter schließlich mietete für ihn eine akustische Gitarre in einem Musikgeschäft, wo er dann zunächst formellen Unterricht nahm, aber rasch das Interesse verlor. Trotz dieser Tatsache wurde Musik zu einer "alles verzehrenden Leidenschaft."

Auf die vielen Stationen seiner steilen Karriere und die Tourneegeschichten im Rahmen der Rezension hier einzugehen, führt zu weit. Soviel nur, 1964 kaufte er sich von hart verdientem Geld eine Akustikgitarre und lernte als Autodidakt Gitarre zu spielen. Er muss wie ein Besessener geübt haben, bis er mit der neu gegründeten Band "Earth" erste Versuche unternahm. Wie es dann weiterging und wie es schließlich zum 1. Album kam, wird ausführlich und sehr spannend erörtert. 

Sein Debütalbum nannte er übrigens nach einer Ansichtskarte, auf der "Greetings from Asbury Park, Nr. 1" stand. Damals war Springsteen 23 Jahre alt. Zu jener Zeit bereits gab es frühe Ausflüge in die Politik, so spielte er mit seiner Band auf einer Wahlkampfveranstaltung für den Senator George McGovern. 

Schaut man sich Clips oder auch die Fotos im Buch von Bruce Springsteen an, stellt man sofort sein unglaubliches Charisma fest. Man hört ihm voller Begeisterung zu, weil seine Musik, aber auch er als Person überzeugt. Er ist spürbar authentisch. 

Der Künstler musste lange Zeit mit seiner Band touren, um Geld zu verdienen, das sagte er 1974. Damals wurden die Aufnahmen für Alben zwischen den Liveauftritten gemacht. Seine Wertschätzung als Künstler war zu jener Zeit zwar schon vorhanden, aber das Geld floss noch nicht so recht. Er tourte mit seiner Band als Vorgruppe, wie andere, später bekannte Rockstars auch. 

"Born to Run" machte den Musikkritiker Landau auf ihn aufmerksam, der in Bruce Springsteen die Zukunft des Rock ´n´Roll sah. In diesem Jahr hieß die Begleitband von Bruce erstmals "E Street Band". "Born to Run" war nicht bloß musikalisch, sondern auch gestalterisch eine neue Ära, erfährt man. Als das Album "Born to Run" im August 1975 erschien, stellte sich der kommerzielle Erfolg ein. Eine halbe Million Schallplatten erbrachten ihm die 1. Goldene Schallplatte und den Platz 3 der Chartplatzierung in den USA. 

Man liest von Verträgen und unsäglichem Ärger, auch davon, wie man den Künstler in jenen Jahren über den Tisch gezogen hat. Wie in vielen Metiers von Kreativen ist auch in dieser Branche die skrupellose Ausbeutung noch unerfahrener Künstlern an der Tagesordnung. Springsteen schafft es, sich zu befreien.

Auch die nächsten Alben werden erfolgreich. Seine Songs werden düsterer und reflektieren die harten Zeiten, die er im ganzen Land beobachtet hat. Das Album "The River" erhält 1980 in den USA die Chartplatzierung 1. Über dieses und alle anderen Alben wird man stets sehr gut textlich aufgeklärt. 

Das Album "Born U.S.A.", erschienen im Juni 1984, brachte es in der Chartplatzierung sowohl in den USA als auch in UK auf Platz 1. Jetzt ist Bruce ein Superstar, jetzt werden seine Kommentare während der Konzerte pointierter. So kündigt er "Born to Run" beispielsweise mit den Worten an: "Lasst uns Freiheit erschallen- aber es ist nutzlos, wenn es nur für eine Person ist. Das muss für jedermann gelten." 

Der Künstler mit viel Herzensbildung engagiert sich sozial. Ihm ist der Erfolg nicht zu Kopf gestiegen. Mit dem Song "Sun City" macht er auf das Thema Apartheit aufmerksam. 

Er heiratet 1985 erstmals. Die Ehe mit Julianne Phillips dauert nur drei Jahre und kostet ihn 16-20 Millionen Dollar.

Er tourt erneut, wird immer berühmter, spielt auf Benefizveranstaltungen. Sein erstes Livealbum war schon ein mehrfacher Platinerfolg, bevor es überhaupt erschien und so ging es weiter. 

Im Album "Tunnel of Love“ verarbeitet er seine zerbrochene Ehe. Doch nun lernt er seine neue Frau kennen, mit der er heute bereits 27 Jahre verheiratet ist. Patti Scialfa, 4 Jahre jünger als er, war eine schon anerkannte Künstlerin als die beiden einander begegneten und sie sich ihm und schließlich der E Street Band anschloss.

Man staunt über den fortdauernden Erfolg des Künstlers, der die Bodenhaftung nie verloren hat, gesund lebt, einen enormen Fleiß an den Tag legt und durch Ausdauer beeindruckt. Bruce Springsteen glaubt an sich und seine Songs. Das spüren seine Fans. Er nimmt sie in seiner Begeisterung  mit. Das gelingt nicht vielen.

Im Juli 2002 dann erscheint das Album "The Rising". Einige Songs wurden direkt als Reaktion auf die Geschehnisse des 11. September 2001 verfasst, aber sie bezogen sich nicht direkt darauf, waren allgemeiner gehalten. 

Weiterhin machte Springsteen politische Aussagen in Konzerten und entschied sich öffentlich, den demokratischen Senator John Kerry zu unterstützen. Er trat damals auf Kundgebungen von Kerry auf. Es gab weitere Alben, über die man Wissenswertes lesen kann und schließlich sein tolles Engagement, den späteren Präsident Barack Obama im Wahlkampf zu unterstützen. 

Sein Erfolg setzte sich auch anschließend fort. 2014 erschien das Album "High Hopes", auch hier war die Chartplatzierung in den USA und UK Platz 1. 

Wer Bruce Springsteen je gehört und gesehen hat- ich empfehle Youtube als musikalische Begleitung zum Buch-, ist hingerissen. Dass der  Rockstar im kommenden Jahr 70 Jahre alt wird,  mag man nicht glauben. Er gehört eindeutig zu jenen, die für immer jung bleiben. Sein Geheimnis?  Ich vermute, eine unverbrüchliche Liebe zur Musik und die Bewahrung von Mitmenschlichkeit.

Ein gelungenes Buch. 

Maximal empfehlenswert.

Helga König

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Bruce Springsteen: Der Boss und die E Street Band

Rezension: Das Festival, das die Welt veränderte- WOODSTOCK- Three Days of Love an Peace- Julien Bitoun- Delius Klasing Verlag

240 Seiten, 127 Farbfotos 54 s/w Fotos, Format 21,5 x 28,5 cm, gebunden, ISBN 978-3-667-11411-2 

Dies ist nicht nur für Musikfans und Alt-Hippies ein bemerkenswert spannend zu lesendes Buch über das Gipfeltreffen der Rockgiganten der 1968er Jahre. Drei Tage im August 1969 wurden auf dem Musikfestival in WOODSTOCK 33 Konzerte vor 500 000 Zuschauern vor Ort gegeben, wobei noch weitere 250 000 Musikenthusiasten auf dem Weg zum Geschehen im Stau standen. 

Das aus dem Französischen von Ursula Bachhausen übersetzte Werk von Julien Bitoun beginnt mit einem informativen Prolog und wird fortgeführt mit der Präsentation der Musiker, die an den einzelnen Festivaltagen gespielt haben und zwar am: 

Freitag, den 15. August: Richie Havens, Sri Swami Satidananda, Sweetwater, Bert Sommer, Tim Hardin, Ravi Shankar, Melanie, Arlo Guthrie, Joan Baez 

Samstag, den 16. August 1969: Quill, Country Joe Mc Donald, Santana, John Sebastian, Keef Hartley, The Ineredible String Band, Canned Heat, Mountain, Grateful Dead, Creedence Clearwater Revival, Janis Joplin, Sly & The Family Stone, The Who, Jefferson Airplane 

Sonntag. 17. August 1969: Joe Cocker, Country Joe&amp The Fish, Ten Years After, The Band, Johnny Winter, Blood, Sweat & Tears, Crosby, Stills, Nash & Young, The Pau Butterfield Blues Band, Sha Na Na, Jimi Hendrix 

Das Buch endet mit einem bemerkenswerten Epilog. Doch dazu später mehr. 

Im Prolog wird man zunächst über den gesellschaftlichen Kontext des Festivals aufgeklärt. 1969 waren bereits 30 000 amerikanische Soldaten in Vietnam gefallen. Dieser unsägliche Krieg zog sich noch Jahre hin,  trotz des Wahlversprechens von Präsident Nixon im Jahre 1968, ihn zu beenden. In jenen Tagen setzten sich unzählige Vereinigungen für Menschenwürde ein, erfährt man in diesem Zusammenhang. Nicht unerwähnt bleibt Martin Luther King jr.  und seine berühmte Rede "I have a dream". Künstler wie Joan Baez und Bob Dylan verfassten Songs, die die entwürdigenden Lebensumstände der Farbigen anprangerten. Schlagzeilen aus dem Jahr 1969 und die Erwähnung des Pop Festivals von Monterey im Jahre 1967 als Vorläufer von WOODSTOCK, sowie ein paar Einblicke hinter die Kulissen sind der  gelungene Einstieg in die Musiktage von WOODSTOCK im vorliegenden Buch. 

In der Folge werden allen Künstlern bzw. den einzelnen Bands jeweils einige Seite gewidmet. Man erfährt stets, was auf der Bühne geschah als die Musiker auftraten, erhält die Setlists (damit kann man sich auf Youtube sehr gut die einzelnen Clips zu Gemüte führen), erfährt Wissenswertes zu den Bands und die Uhrzeit, wann der jeweilige Auftritt begann und Konkretes zu dessen Dauer. Bilder der Künstler runden die Präsentation stets ab. 

Im Rahmen dieser Rezension ist es natürlich unmöglich, sich zu allen damals aufgetretenen Künstlern zu äußern. Joan Baez war 60 Minuten auf der Bühne. Dass sie heute knapp 50 Jahre später noch immer um den Globus tourt und sich ihre Stimme kaum verändert hat, bleibt nicht unerwähnt.

Santana war die Neuentdeckung in WOODSTOCK. Die Gruppe erlebte den unmittelbarsten und nachhaltigsten Erfolg. Carlos Santana, so schreibt Julien Bitoun zu Recht, ist ein Phänomen, ein einzigartiger Gitarrist, an den seither niemand herangekommen ist. Und weiter "Bei ihm ist die Energie jedes einzelnen Tons ganz unmittelbar spürbar." Diesem Urteil schließe ich mich an.

Man erfährt auch, was Paul McCartney, der nicht in Woodstock war, zu der Interpretation des Beatles Songs "With a little help from my friends" von Joe Cocker meinte:  "Ich war hin und weg. Er hat unseren Song zu einer Soul-Hymne gemacht."

Dann ist natürlich Janis Joplin, die Hohepriesterin des psychodelischen Blues hervorzuheben... Ihre Interpretation von Gershwins "Summertime" ist einfach genial. Man ahnt wie begeistert damals alle waren. Mehr als das waren gewiss auch alle Besucher von Jimi Hendrix, obschon erschöpft von all den Gruppen und Sängern, die die drei Tage zuvor aufgetreten waren... Er beendete den Reigen und setzte den Schlusspunkt mit "Hey Joe".

Nachdem man sich ausgiebig mit allen Gruppen und Sängern befasst hat, die auf dem Festival ihr Bestes gaben, liest man im Prolog, wer damals fehlte und auch weshalb, so etwa Bob Dylan oder auch Led Zeppelin, letztere gaben einem anderen Konzert den Vorzug. Die Beatles und die Rolling Stones fehlten ebenso wie Eric Clapton, dem die Trennung von Cream gerade zu schaffen machte. Ian Anderson von Jethro Tull konnte den Hippies nichts abgewinnen und Frank Zappa lehnte diese Bewegung ebenfalls ab.

Die Begründungen für Absagen nachzulesen,  ist ebenfalls hochspannend, wie auch zu erfahren wie die Menschenflut auf dem Festival verköstigt wurde. Bei allen Legenden scheint der Kern des Festes eine gigantisch große friedliche Gemeinschaft gewesen zu sein, die aus Liebe zur Musik zusammengekommen war. Allein dies schon macht das Festival zur Legende.

Was sonst noch? Die Gitarren von WOODSTOCK werden im Prolog thematisiert, auch der WOODSTOCK- Film, der als größter Musikfilm aller Zeit gilt, sowie die Alben und einiges andere mehr.

Alles in allem ist das Buch  ein wirklich gelungenes Werk, in dem man immer wieder gerne liest und vor allem auch stöbert, wenn man über Youtube nach damaligen Hörerlebnissen dieser Generation sucht, für die Love and Peace ein grandioses Lebensgefühl war, das sich wahrlich lohnt, ins Hier und Jetzt zu transportieren.

Maximal empfehlenswert.

Helga König

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Woodstock: Three Days of Love and Peace

Rezension: 100 Jahre JAZZ- Von der Klassik bis zur Moderne- Die größten Stars – Edition Delius

Dieses bebilderte Nachschlagwerk von Edition Delius ist gedacht als eine fantastische Reise mitten hinein in die Geschichte des jungen, dynamischen Amerika, ohne dabei die wenigen Europäer zu vergessen, denen es gelang, im Jazz Furore zu machen. 

Eingeteilt ist diese Reise in zwei Epochen und hier in verschiedene Rubriken. Dabei geht es in der ersten Epoche zunächst um berühmte Musiker aus New Orleans in der Zeit des Hot Jazz. Bei diesen Musikern handelt es sich um Persönlichkeiten wie Louis Armstrong, King Oliver oder auch Jack Teagarden. 

Über jeden dieser Musiker wie auch allen, die dann in den weiteren Rubriken folgen,  gibt es zunächst eine Kurzbiografie, ein Foto, einige Anekdoten aus dem jeweiligen Leben und Wissenswertes über das, was die Musik des einzelnen Künstlers ausmachte. So hat Satchmo beispielsweise den New Orleans-Jazz strukturiert und zudem den klassischen Jazz erfunden. 

Der Stil von Armstrong wird ebenso thematisiert wie jener des Klarinettisten Johnny Dodds und man liest auch über Sidney Bechet, der für die New Orleans-Tradition in ihrer heißesten Farbgebung steht. Über die Swingära und deren Protagonisten wird man ebenfalls im Einzelnen aufgeklärt. Dabei ist es immer wieder interessant,  die einzelnen Signaturen zu studieren. 

Duke Ellington war ein Meister der Farbe. Drei große Etappen charakterisieren seine Laufbahn. Genannt und näher erklärt werden Jungle-Stil, Swingjahre, Impressionismus und das, was man als Streben nach Synthese bezeichnen kann. 

Geniale Solisten wie Lional Hampton auch der französische Schwing eines Django Reinhardt kommen zur Sprache. Dann folgt die 2. Epoche unter anderem mit Bebop-Ikonen wie Dexter Gordon oder auch Cool-Jazz-Ikonen wie Chet Baker, dessen Musik seine komplexe Persönlichkeit widerspiegelt. Auch über die harmonischen Feinheiten am Klavier von Nat King Cole wird man aufgeklärt. Bezeichnend für ihn ist eine schöpferische Strukturierung der Melodie durch eine Überfülle an Akkorden. 

Auch neue Klangwelten werden thematisiert. Hier liest man von Jan Garbarek und seinem Ethno-Jazz auf dem Altsaxofon oder auch von dem wunderbaren Jazz Pianisten Abdullah Ibrahim. 

In Zeiten von Youtube-Clips ist es möglich, Musik von allen Protagonisten, über die man im Buch Näheres erfährt, mehr zu hören. Das dies das Lesevergnügen ungemein erhöht,  will ich nicht unerwähnt lassen.

Das Buch ist überall im Handel erhältlich
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Rezension: Bob Dylan – Die Geschichte hinter den Tracks- Alle Songs- Edition Delius

Bob Dylan, Literaturnobelpreisträger 2016

Autoren dieses reich bebilderten Buches sind der Schriftsteller Philippe Margotin sowie der Musiker und Produzent Jean-Michel Guesdon. 

Bob Dylan – Die Geschichte hinter den Tracks- Alle Songs aus dem Verlag Edition Delius offenbart den Weg des Schaffens des Literaturnobelpreisträgers 2016. 

Untersucht werden Album für Album, Single für Single, Outtake für Outtake. Wie Nichteingeweihte gleich  im Vorwort erfahren, sei Dylan seit Langem ein Mythos. Es gäbe den Poeten aber auch den Songwriter Dylan, dann den Sänger, den Schauspieler, den Mystiker… Man könne diesen Künstler nicht in eine Schublade stecken, 

Im vorliegenden Buch geht es um alle Studioaufnahmen des Songwriters. Insgesamt sind 528 Songs für das Werk in Augenschein genommen worden. Dabei wird die Entstehungsgeschichte der Alben, der Singles oder CD-Boxen, in denen sie enthalten sind (Aufnahme, technische Details, Plattencover, Instrumente) nachgezeichnet. 

Jeder Song wurde unter zwei unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet: Vorgeschichte und Text (Inspiration und vorgetragene Botschaft) sowie Aufnahme (Dylans musikalische Vorgehensweise, Aufnahmetechniken, auch Beiträge der Musiker, Produzenten und Toningenieure) Interviews des Songwriters selbst und seiner vielen Mitarbeiter wie auch im Nahestehende und Freunde, Referenzwerke und Internetseiten sind zudem in diese großartige Hommage eingebunden und alle Quellen wurden mit einem Hinweis versehen, der in der Bibliographie im Anhang kenntlich gemacht worden ist. 

Man liest Spannendes zu solch berühmten Dylan-Songs wie "House of he Risin Sun" oder "Blowin´ in the wind". Bei der Hymne "Blowin´ in the wind" geht es um tiefe Spiritualität. Der Song wurde von einem Gospel inspiriert und zum Protestsong, den Weiße und Schwarze sangen, die daran glaubten, sie könnten auf eine gewaltlose Weise bewirken, dass Amerika großzügiger und mitfühlender wird. 

Es ist interessant, die musikalische Vita des Nobelpreisträgers in diesem Nachschlagwerk mitzuverfolgen und dabei immer wieder in einzelne Songs reinzuhören. Das Internet bietet hierzu beste Möglichkeiten.

Bob Dylan ist ein Meister der Poesie, insofern wundert es nicht, wenn Sara Danius, die permanente Sekretärin (und damit Sprecherin) der Literaturnobelpreis-Jury darauf hinweist, dass schon die antiken Griechen ihre Poesie oft zu Musik vorgetragen hätten und "Bob Dylan Poesie fürs Ohr", schreibe, wie sie betont, "aber man kann seine Werke auch wunderbar als Poesie lesen." Genauso ist es. 

Um mehr über die Songs zu erfahren, ist das Buch genau das Richtige. 

Sehr empfehlenswert

Helga König

Überall im Fachhandel erhältlich
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Rezension: Rimsky –Korsakov- Symphonies Nos. 1 and 3

Der russische Musiker Nikolai Andrejewitsch Rimsky-Korsakov (1844-1908) schuf fünf Opern, diverse Orchesterwerke, aber auch Chorwerke, Kammerwerke, Klaviermusik zu zwei und vier Händen, Lieder, Transkriptionen und Orchestrierungen. 

Auf der CD sind zu hören die Symphonie Nr.1 und 2. Diese Werke gehören zum Besten, was die russische Musik zu bieten hat. 

Dabei gilt Rimsky-Korsakovs 1. Sinfonie als die "erste russische Sinfonie". Im Andante verwendete er ein russisches Volkslied. Nicht unerwähnt soll bleiben, dass Peter Tschaikowsky "die Frische der rein russischen harmonischen Wendungen" lobte. 

Es spielt das Berlin Radio Symphony Orchester unter Leitung von Gerard Schwarz. Der US-Dirigenten mit den österreichischen Familienwurzeln verbindet seit vielen Jahren eine regelmäßige Gastdirigententätigkeit mit dem Rundfunk Sinfonieorchester Berlin. 

Bisher hatte Schwarz mit dem Rundfunk Sinfonieorchester vor allem Werke der US-amerikanischen Moderne eingespielt. Die neue Aufnahme ist die Neueinspielung zweier veritabler Repertoireklassiker, nämlich der Sinfonien Nr. 1 und 3 von Nikolai Rimsky-Korsakov. 

Es sind Klänge, die viel von der russischen Seele preisgeben. 69 Minuten romantischer Hörgenuss. 

Sehr empfehlenswert. 

Helga König 

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Rezension: Tschaikovsky Selections- Russian National Orchestra Mikhail Pletnev

Die vorliegende CD enthält nachstehende Werke des russischen Komponisten Peter Ilyich Tschaikovsky (1840-1893), gespielt vom Russischen Nationalorchester unter Leitung von Mikhail Pletnev 

Zu hören sind:
Krönungsmarsch (1883) 
Capriccio Italien, Op. 45 
Francesca da Rimini, op. 32 
Romeo und Julia, (1880) 
Slawischer Marsch, Op. 31 

Im Begleitheft erfährt man zu den Werken Näheres. "Capriccio Italien, op. 45" beispielsweise dokumentiert die heitere, gelöste, freudige Seite, die der melancholische Komponist durchaus auch hatte. Die Skizze zu diesem Werk entstand während eines Rom-Aufenthaltes 1879/80. 

"Capriccio Italien, op. 45" ist suitenartig angelegt. Dabei gehen die Sätze direkt ineinander über. Es beginnt mit Fanfaren, auf die eine Volksweise folgt. Holzbläser spielen dann ein eingängiges neapolitanisches Volkslied. In dieses stimmt der gesamte Chor ein. Das Capriccio nimmt im Wechsel mit einer alles mitreisenden Tarantella immer mehr Fahrt auf, die sich im vollen Orchesterglanz in das Finale steigert. Sehr beeindruckend.

Die CD ergänzt die Gesamtaufnahme der Sinfonien Tschaikowskys (PTC5186489) bestens. Die Aufnahme ist von bester Klangqualität und von daher empfehlenswert. 

Helga König 

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Rezension: Der Zigeunerbaron-NDR Radiophilharmonie & NDR Chor Lawrence Foster

Die  vorliegende bemerkenswerte Studioproduktion beeindruckt in der für Pentatone typischen hoch auflösenden Klangqualität auf zwei SACDs (in Stereo und Mehrkanalklang) in einer edlen Box mit sehr informativem Booklet, das neben deutschsprachigen Einführungstexten zudem das vollständige Libretto enthält.

Im Booklett liest man fett gedruckt als Überschrift  die Frage "Der Zigeunerbaron- erzkonservativer Schinken?" und wird neugierig. 

Man erfährt, dass der Literaturwissenschaftler Volker Klotz mit dem Inhalt der Operette nicht sehr freundlich umgegangen ist und es werden auch dessen Begründungen nicht verheimlicht. Krude Handlungsstränge, fragwürdig agierende männliche Hauptcharaktere und Patriotismus machen es offenbar leicht zu beckmessern. Doch es wird auch gezeigt, dass alles wie immer verschieden interpretierbar ist und Michael Rot beispielsweise zu einem gegensätzlichen Bild gelangt, nämlich dass die zumindest neu herausgegebene Version, auf der die beiden CDs beruhen, zu einer "Aufwertung der Zigeuner führe" und "scharfe Kritik an der Lächerlichkeit des Militärs" geübt werde.

Wie dem auch sei, die Handlung wird genau beschrieben und die Texte aus der Operette sind alle abgedruckt.  Jeder kann sich selbst ein Bild machen oder einfach nur  der Musik lauschen und  diese auf sich wirken lassen.

Wer Musik von Johann Strauss jr. liebt, kommt auf  jeden Fall  auf seine Kosten, denn die NDR Radiophilharmonie und Leitung von Lawrence Foster spielt  wundervoll. Hervorragende Gesangssolisten sprechen außerdem für diese Aufnahme, darunter Nikolai Schukoff, Claudia Barainsky, Markus Brück, Paul Kaufmann und in einem kleinen Cameo-Auftritt als “Herold” sogar Dirigent Lawrence Foster selbst. 

119 Minute Musikvergnügen 

Sehr empfehlenswert

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Rezension: Viola Sonatas - Paul Hindesmith

Die vorliegende CD wartet mit bemerkenswerten Violinensonaten von Paul Hindesmith auf. 

Bei bester Klangqualität sind zu hören: 
Sonate für Bratsche und Klavier op.11,4 
Sonate für Bratsche allein op.25,1 
Sonate für Bratsche allein op.11,5 
Sonate für Bratsche und Klavier op.25,4 

Die Einspielungen auf MDG werden in der natürlichen Akustik speziell ausgesuchter Konzerträume aufgezeichnet. Herbei wird auf jede klangverändernde Manipulation mit künstlichem Hall, Klangfiltern, Begrenzern etc. verzichtet. 

Ziel ist die unverfälschte Wiedergabe mit genauer Tiefenstraffierung, originaler Dynamik und natürlichen Klangfarben. 

Die Werke von Paul Hindesmith (1895-193) werden vorgetragen von Christian Euler an der Violine und Paul Rivinius am Klavier. 

Naxos schreibt: "…nur noch in Fällen dringender Not" wollte Paul Hindemith zu seinem eigentlichen Instrument, der Geige, zurückkehren – so sehr hatte es ihm die Bratsche angetan. Und da ist es nicht erstaunlich, dass der begabte Musiker das bis dahin schmale Repertoire für sein favorisiertes Instrument durch etliche Werke erweiterte.Christian Euler hat jetzt zwei Solo- und, gemeinsam mit Pianist Paul Rivinius, zwei Duosonaten neu eingespielt, die damit erstmals in 3D-Soundqualität auf Super Audio CD zu erleben sind."

Über Christian Euler und Paul Rivinius erfährt man im  beigefügten Informationsheft mehr. Hier auch liest man Wissenswertes zu Paul Hindesmith und den Sonaten.  

Die zu seinen Lebzeiten unveröffentlichte Solosonate op. 25 Nr.1 mit ihren fünf Sätzen zählt übrigens zu den Hauptwerken der neuen Sachlichkeit. Dabei drücke sie mit ihrem Taumeln zwischen rasender Wildheit und verschlossen-grübelnder Melancholie eine von verheerender Inflation geprägte Nachkriegszeit aus, in der sich alle Ideen blamiert und alle Utopien zersetzt hätten 

Empfehlenswert 

Helga König

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Rezension: Tchaikovsky & Grieg- Piano Concertos- Denis Kozhukhin- PENTATONE

Auf der vorliegenden CD mit einer Spieldauer von 64.37 Minuten sind zu hören:

Peter Ilyich Tchaikovsky (1840-1893)
Piano Concerto No.1 in B –flat minor, Op.23
1.Allegro non e molto maestoso- Allegro con spirito
2. Adantino semplice –Pretissimo-Tempo I
3. Allegro con fuoco

Evard Grieg (1843-1907)
Piano Concerto in A minor, op. 16
4 Allegro molto moderato
5 Adagio
6 Allegro moderato e marcato

Der 1986 in Nowgorod geborene russische Pianist Denis Kozhukhin ist mehrfach ausgezeichnet worden.   Er war Schüler an der Escuela Superior de Música Reina Sofía in Madrid und studierte bei Dimitri Bashkirov und Claudio Martínez Mehner. Nach seinem Abschluss übergab ihm Königin Sofía von Spanien sein Diplom als bester Absolvent seines Jahrgangs.

Nach seinem Studium in Madrid, wurde er an die International Piano Academy am Comer See eingeladen und erhielt dort Unterricht von Dimitri Bashkirov , Fou Ts'ong , Stanislav Ioudenitch , Peter Frankl , William Grant Naboré, John Perry, Menahem Pressler, Boris Berman, Charles Rosen und Andreas Staier.

Denis Kozhukhin gilt als einer der erfolgreichsten jungen Pianisten. Selbst unter strengsten Klavierkritikern hat er viele begeisterte Fans. Nach einer Aufnahmepause von mehreren Jahren meldet sich Kozhukhin nun eindrucksvoll zurück mit seiner ersten Konzertaufnahme. Und diese beinhaltet sogleich zwei Schwergewichte der Klavierliteratur: Tschaikowskys erstes Klavierkonzert und Edvard Griegs einzigen Beitrag zur Gattung.

Mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin unter Vassily Sinaisky stehen Kozhukhin hierbei kongeniale Partner zur Seite, die diese auch klanglich perfekte Pentatone- Aufnahme zu einem spektakulären Hör- Erlebnis machen. Natürlich erneut  in hochauflösender SACD-Qualität in Stereo- und Mehrkanalklang.

Sehr empfehlenswert

Helga König

Überall im Fachhandel erhältlich
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Rezension: #Edvard_Grieg: #Peer_Gynt_Suites 1& 2 – Four Norwegian Dances- PENTATONE

Die vorliegende CD von PENTATONE  enthält:

Peer Gynt Suite No. 1, op.46
Peer Gynt Suite Nr. 2, op.55
Four Norwegian Dances, op.
35 Spieldauer: 50.05

Es spielt das "English Chamber Orchestra" unter der Leitung von #Raymond_Leppard. Dieser dirigiert aus der musikalischen Sichtweise Wagners.

PENTATONE präsentiert die Orginalaufnahmen von 1975 von Philipps Classics in der REMASTERED CLASSICS- Reihe auf Super Audio –CD.

Der Komponist Edvard Grieg erhielt 1874 seitens des norwegischen Dramatikers #Henrik_Ibsen den Auftrag, eine Bühnenmusik für dessen Drama Peer Gynt zu komponieren. Er bündelte jeweils vier Stücke in zwei Suiten. Diese begründeten einen Weltruhm.

Der Charme dieser Suiten liegt in erster Linie in ihrer Schlichtheit und in ihrem typisch norwegischen Tonfall begründet In "Solveigs Lied" erlebt man das "Grieg-Motiv". Es handelt sich dabei um eine Intervallfolge von abwärts geführter kleiner Sekund und großer Terz. Dies ist Griegs melancholisches Markenzeichen.

Die vier Norwegischen Tänze op.35 hat Eduard Grieg im Jahr 1880 und zwar im Original für Klavier zu vier Händen komponiert. Diese vier Stücke addieren sich als Ganzes zu einer Art Sonatenzyklus.

Die Klangqualität ist fantastisch.

Sehr empfehlenswert

Helga König

Überall im Fachhandel erhältlich

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Rezension: #Pablo_Sarasate Sämtliche Werke für Violine und Orch.- Naxos

Pablo de Sarasate (10.3 1844- 20.9. 1908) erlernte vom fünften Lebensjahr an bei seinem Vater,  einem Artilleriekapellmeister das Violinenspiel. Anschließend wurde er von ortsansässigen Lehrern unterrichtet. Schon im Alter von acht Jahren gab er sein erstes Konzert in La Coruña. Weil er in jungen Jahren bereits sehr erfolgreich war, wurde er von einem wohlhabenden Mäzen unterstützt. So konnte er in Madrid unter Manuel Rodriguez Saez studieren. 

Nicht lange nach seiner Ankunft in Hauptstadt Spaniens wurde aus dem jungen Violinisten ein erfolgreicher Künstler am Hofe von Königin Isabella II. von Spanien. Im Alter von zwölf Jahren dann studierte er unter Jean-Delphin Alard am Pariser Konservatorium. Sarasate war   zumeist als Solist auf Tournee und wurde als Virtuose berühmt. 

Viele Werke wurden für ihn komponiert. Diese werden auf den 4 CDs seitens der Violinenvirtuosin Tianwa Yang, dem Orquesta Sinfonica de Navarra und Ernest Martinez Izquierdo vorgetragen. 

Naxos schreibt: "Der Ruhm der inzwischen zweimal mit dem ECHO Klassik und einmal mit dem Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichneten deutsch¬-chinesischen Violinvirtuosin Tianwa Yang startete mit ihren sensationellen Aufnahmen der Musik von Pablo de Sarasate. Kaum je zuvor hatte es diese Musik in einer vollkommeneren Symbiose zwischen Virtuosität und emotionaler Ausdruckskraft zu hören gegeben. Selbst solche für Ihre kritische Zurückhaltung bekannte Kritikerinnen und Kritiker erklärten die Sarasate- Einspielungen Tianwa Yangs ohne jeden Zweifel zur Referenz."

Dieser Meinung schließe ich mich an.

Sarasates komplette Musik für Violine und Orchester wird in einer attraktiven Box angeboten. Die Klangqualität ist bestens. Jeder einzelnen CD sind Informationen über die Stücke und ihre Interpreten beigegeben.

Meine Lieblingsstücke  sind die Zigeunerweisen,  Air  espagnols und Viva Sevilla!  Ein Traum!

Sehr empfehlenswert 

Helga König

Tianwa Yangs SarasateEinspielungen wurde 2014 mit dem Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet

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Rezension: Chopin- Prelude- CD – Jean –Francois Antoniolo- Klanglogo

Diese CD enthält wundervolle Stücke des Komponisten Fréderic Chopin. Dabei handelt es sich um:

24 Préludes op. 45
Fantaisie op 49
Berceuse op 57
Bacarolle op 60

Die Werke des polnischen Komponisten Fréderic Chopin werden seitens des Pianisten Jean –Francois Antonioli vorgetragen. Dieser wurde in Lausanne geboren. Der Schüler des legendären Vincenzo Scaramuzza perfektionierte sein Können in Paris bei Pierre Sacan. Seine Auftritte als Pianist haben ihn in 20 Länder geführt und dies auf vier Kontinenten.

Antonioli wirkt nicht nur als Pianist, sondern auch als Dirigent und ist zudem häufig Jurymitglied für internationale Wettbewerbe. Zudem gibt er regelmäßig Meisterkurse für diverse akademische Institutionen und Sommerseminare.

Im der CD beigefügten Begleitheft wird man mit den einzelnen Stücken vertraut gemacht. Hier auch erfährt man, dass sich hinter dem Namen "Prélude" mehrere Stile verbergen und es wird zudem verdeutlicht, was dies für die Stücke von Chopin bedeutet.

Es ist erstaunlich, wie viel Hintergrundwissen zu den Werken in dem Begleitheft geliefert wird. Sich dieses Wissen anzueignen, sensiblisiert für das, was man auf der CD hört, erheblich.

Die Klangqualität der CD ist hervorragend.

Empfehlenswert

Helga König

Rezension: CD Box – 6 CDs Stücke von Franz Liszt- Boris Bloch- Gramola

Die wichtigsten Werke von Franz Liszt auf 6 CDs - Mitschnitte aus dem Konzertsaal des Liszt¬Zentrums Raiding im Burgenland 

Bevor ich Boris Bloch, den Pianisten, der auf den sechs CDs zu hören ist, vorstelle und etwas zu den Stücken anmerke, möchte ich zunächst einige Zeilen zu Franz Liszt schreiben.

Dieser Komponist wurde am 22.10. 1811 in Raiding, im deutschsprachigen Teil von Ungarn geboren. Aufgrund seiner Hochbegabung lernte er bereits als Kind Beethoven kennen. Er studierte bei Carl Czerny und lebte ab 1823 mit seinen Eltern in Paris, damit er dort weiter ausgebildet werden konnte. Zwar verweigerte man ihm aufgrund seiner Nationalität die Aufnahme am dortigen Konservatorium, aber er konnte dennoch Musiktheorie und Komposition studieren. Er schrieb schon damals Klaviermusik und 1825 feierte seine 1. Oper "Son Sanche" in Paris Premiere. 

Seine Begegnung mit dem Geigenvirtuosen Paganini im Jahre 1832 war die Motivation für ihn am Klavier eine ähnliche Virtuosität zu erlangen. Zwischen 1839 bis 1847 erwirkte er durch harte Arbeit den Ruf als bester Pianist Europas. 1848 ging er nach Weimar und machte die Stadt zu einem fortschrittlichen Musikzentrum. 1865 erhielt Liszt niedere religiöse Weihen und dokumentierte sein religiöses Interesse in Sakralmusik. Den Zugang zur Religion erlangte der einstige Frauenheld durch den Tod von zwei seiner Kinder. Er starb 1886 in Bayreuth.

2015 findet am Geburtsort Liszts zum zehnten Mal das Lisztfestival Raiding statt. Bislang wurden dort in über 120 Konzerten mehr als 300 Einzelwerke zur Aufführung gebracht. Dabei ist der Pianist Boris Bloch im Jubiläumsjahr schon das 6. Mal in ununterbrochener Reihenfolge Teil der Erfolgsgeschichte des Lisztfestivals. 

Der Pianist und Dirigent Bloch stammt aus dem ukrainischen Odessa und zählt zu den wichtigsten Interpreten der klassischen und romantischen Klaviermusik. Er studierte in Moskau am Tschaikowsky-Konservatorium und ging 1974 in den Westen, um sich dann in New York niederzulassen. Der Pianist ist Preisträger zahlreicher internationaler Klavierwettbewerbe. Er soll mit seinem Spiel die russische Seele verkörpern. 

In dem Begleitheft, das der Box beigefügt ist, erfährt man, was Bloch über Franz Liszt und seine Musik denkt. Zudem werden die einzelne Stücke, die auf den 6 CDs zu hören sind erläutert, unter diesen Années de pèlerinage, Opernparaphrasen, Polonaisen, Konzertetüden und andere. 

Unvergleichliche Sinneseindrücke in unnachahmlicher Authentizität von einem der größten Liszt-Interpreten unserer Zeit, schreibt Naxos. Diesem Urteil stimme ich ohne Einwände zu.

Die Klangqualität der CDs möchte ich speziell hervorheben.  Dieses wunderbare Hörerlebnis empfehle ich gerne weiter

Helga König

Rezension: 6 CDs – Frédéric Chopin- Simply The Best- Edition Günter Hänssler

2007 habe ich schon einmal eine Chopin-Box besprochen, allerdings besaß die damalige Box bei Weitem nicht die Qualität wie die 6 CDs, die mir heute vorliegen und die man seit dem 13. 4. 2015 bei http://www.naxos.de/ bestellen kann. 

414 Minuten wundervollste Stücke des  Musikers Frédéric Chopin bezaubern mich seit Stunden. 

Chopin wurde am 1. März 1810 in der Nähe von Warschau geboren, galt als Wunderkind und spielte im Alter von 11 Jahren für Zar Alexander. Schon damals komponierte er seine ersten Polonaisen (polnische Tänze). Im Alter von 16 Jahren dann studierte er am Konservatorium von Warschau, trat drei  Jahre später in Wien auf und festige dort seinen Ruf als Pianist. 1831 ließ er sich in Frankreichs Hauptstadt nieder und war ab 1836 mit der Schriftstellerin George Sand liiert, einer Frau, die als exzentrisch galt und mehrere Affären hatte, aus denen sie keinen Hehl machte. 

Nicht nur,  wer Bücher von George Sand gelesen hat, weiß um  die Monate des Jahres 1838, die das Paar gemeinsam auf Mallorca verbrachte und alle wissen, dass dies  der schwachen Gesundheit des Pianisten sehr abträglich war. Die Beziehung der beiden hielt bis 1847 an, endete somit  zwei Jahre vor seinem Tod. 

Von der Trennung an begann Chopin wieder zu reisen, vielleicht um sich von seinem Liebeskummer abzulenken. Reisen aber war Gift für seine Gesundheit. 

Der Pianist starb am 17. 10 1849 in Anwesenheit seiner Schwester Ludwika. 

Auf den CDs zu hören  sind  das 1 und 2. Klavierkonzert,  viele Sonaten, Etüden, Lieder u.a. mehr. 

Es spielen die Pianisten Arthur Rubinstein, Maurizio Pollini, Eugéne Mursky, nicht unerwähnt bleiben dürfen der Bariton Konrad Jarnot sowie das Philharmonie Orchester. Nähere Angaben zu den Interpreten sind dem Begleitblatt nicht zu entnehmen.

Jede einzelne CD ist ein Hochgenuss. Chopin wäre gewiss auch begeistert gewesen. 

Über ihn sagte Heinrich Heine: "Ja, dem Chopin muss man Genie zusprechen, in der vollen Bedeutung des Worts; er ist nicht bloß Virtuose, er ist auch Poet, er kann uns die Poesie, die in seiner Seele lebt, zur Anschauung bringen, er ist Tondichter, und nicht gleicht dem Genuss, den er uns verschafft, wenn er man Klavier sitzt und improvisiert. Er ist alsdann weder Pole, noch Franzose, noch Deutscher, er verrät dann einen weit höheren Ursprung, man merkt alsdann, er stammt aus dem Lande Mozarts, Raffaels, Goethes, sein wahres Vaterland ist das Traumland der Poesie. (Heinrich Heine "Über die französische Bühne", Zehnter Brief, 1837)

Henriette Voigt schreibt in ihrem Tagebuch am 13 September 1836  "Gestern war Chopin hier und spielte eine halbe Stunde auf meinem Flügel - Phantasie und neue Etüden von sich - interessanter Mensch, noch interessanteres Spiel - es griff mich seltsam an. Die Überreizung seiner phantastischen Art und Weise teilte sich dem Scharfhörenden mit: ich hielt ordentlich den Atem an mich. Bewundernswürdig ist die Leichtigkeit, mit der diese samtenen Finger über die Tasten gleiten, fliehen möcht' ich schon sagen. Es hat mich entzückt, ich kann es nicht leugnen, auf eine Weise, die mir bis jetzt noch fremd war. 


Ach ja und George Sand schließlich meint fast resümierend: "Er hat einen unendlich feinen und scharfen Geist, aber er kann weder die Malerei noch die Bildhauerei verstehen. Michelangelo jagt ihm Furcht ein, Rubens entsetzt ihn. Alles, was das Normale überschreitet, empört ihn. Er vergräbt sich ganz in das Konventionelle. Wie sonderbar! Er ist das originellste und eigenartigste Genie, das je da war; aber er will nicht, dass man es ihm sagt... (George Sand "Impressions et Souvenies", 1877)

Bleibt mir nur zu sagen, dass Chopins Klänge mir erneut sehr viel schenken, mehr als das, was über den reinen Hörgenuss hinausgeht. Es ist schon so wie Heinrich Heine sagt, Chopin ist ein Poet, der die Poesie, die in seiner Seele lebte,  uns zur Anschauung bringen kann. 

Die Pianisten, die man auf den CDs vernimmt, vermögen genau dies weiterzuvermitteln und deshalb auch sind Tränen, die beim Hören von  Chopin so gefährlich,  unvermeidbar. 

Sehr empfehlenswert.

Helga König

Rezension: #Beatles Total- Die Geschichte hinter den Songs- Jean- Michael Guesdon- Philippe Margotin- DK Edition_Delius

Dieses umfangreiche Werk wurde von dem Autor #Jean_Michel_Guesdon, dem Schriftsteller #Philippe_Margotin und der Sängerin und Autorin #Patti_Smith auf den Weg gebracht. Patti Smith ist die Verfasserin des Vorworts. Wie sie schreibt, hat sie die Beatles eher spät entdeckt und begann sich für diese zu interessieren, als sie sich musikalisch und konzeptionell weiterentwickelten. 

Die Beatles spielten am 6. Juni 1962 zum ersten Mal in den Studios der Abbey Road vor. Ihr letztes gemeinsames Album erschien am 8. Mai 1970. In diesen acht Jahren veränderten John Lennon, Paul McCartney, George Harrison und Ringo Star die musikalische Landschaft der 1960er Jahre. 

Das Buch thematisiert die original  englischen Singles und die Alben, wie die Beatles sie einst geplant und veröffentlicht haben. Es werden aber auch die amerikanischen Ausgaben und deren Stellung in den Charts aufgezeigt. Zudem haben sich die Autoren mit der damaligen Aufnahmetechnik im Tonstudio befasst und übermitteln kundigen Lesern zahlreiche nützliche Informationen. 

Die Präsentation geschieht in chronologischer Reihenfolge. Zu jedem der Stücke erfährt man, wer der Hauptautor und Hauptkomponist war. Auch werden die Musiker werden stets genannt sowie Infos über die Aufzeichnung, die Anzahl der Takes, die Abmischung und zum technischen Team vermittelt. 

Ausführliche Betrachtungen liest man dann stets zur Vorgeschichte eines jeden Titels, zur Aufzeichnung und zu den technischen Einzelheiten. Für "Beatlemaniacs" gibt es dann immer wieder auch Zusatzinfos, die stets in einem gelben Kästchen nachgelesen werden können. 

Viele alte Fotos illustrieren das Buch, das mich in eine Zeit zurückführt als ich ein Kind und später ein Teenager war. 1965 hat Paul McCartney "Yesterday" und „Michelle“ im gleichen Jahr komponiert und die Texte dazu geschrieben. An diese beiden Songs erinnere ich mich noch gut, denn sie liefen damals pausenlos im Radio und veränderten wie alle Beatle-Songs den Zeitgeist. 

Es stimmt "The Fool on the hill" ist eine der schönsten Balladen, die Paul geschrieben hat. Das war 1967. 

Unmöglich zu all den Songs etwas zu schreiben, die hier ausführlich abgehandelt werden.  Noch immer liebe ich "While my guitar gently weeps" von George Harrison und natürlich „Hey Jude“, komponiert von Paul. 

Es ist äußert spannend,  über jedes Stück so viel zu erfahren und so wunderbar, dass man über Youtube sich stets sofort einen musikalischen und visuellen Eindruck verschaffen kann, besonders wenn man nachfolgenden Generationen angehört und viele der Songs noch nie gehört hat. 

Immer wieder gehört und stets aufs Neue fasziniert bin ich von "Come together". Deshalb auch setze ich den Link zu Youtube https://www.youtube.com/watch?v=OEo9Bh679wM und einen weiteren zu „Let it be"  https://www.youtube.com/watch?v=WcBnJw-H2wQ einem der schönsten Songs der Beatles. 

Ein wunderbares Buch, das ich gerne empfehle.

Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie zum Delius Klasing Verlag  und können das Buch direkt bestellen. http://www.delius-klasing.de/buecher/edition-delius/Beatles+total.191774.html Sie können es aber auch bei Ihrem Buchhändler um die Ecke ordern

Albioni -Adagio

Wer war dieser Albinoni? 

Von den Komponisten des Barock war Tomaso Giovanni Albinoni vermutlich der unabhängigste, in persönlicher und musikalischer Hinsicht

Er zog es vor, nicht im Dienste der Kirche oder irgendeines Fürsten zu arbeiten, sondern blieb Zeit seines Lebens "dilettante", d.h. ein finanziell unabhängiger Künstler, der keinem Herren Rechenschaft ablegen musste. Außer Kammermusik für verschiedene Besetzungen komponierte er mindestens 80 Opern

Albinoni wurde am 14.6.1671 als Sohn eines wohlhabenden Papierhändlers und Großgrundbesitzers geboren. Wer ihm den ersten Musikunterricht gab, ist nicht bekannt. Eine gewisse Sorglosigkeit seiner frühen Kompositionen lässt aber vermuten , dass er sich sein musikalisches Wissen selbst aneignete.

Als er gerade 20 Jahre alt war wurden seine ersten Sonaten veröffentlicht und seine erste Oper in der Heimatstadt Venedig uraufgeführt. Schon bald nach 1700 begannen sich andere italienische Städte für seine Opern zu interessieren, von denen der Komponist inzwischen ein bis zwei pro Jahr schrieb. Er lebte eine Zeitlang in Florenz.

Als Albinoni nach dem Tod seines Vaters einen Teil seines beachtlichen Vermögens erbte, kehrte er nach Venedig zurück und wandte sich auch ganz und gar der Musik zu.  Gemeinsam mit seiner Frau, die den Unterricht leitete, eröffnete er eine Gesangsschule.

Zu dieser Zeit wurden Albinonis Opern und Konzerte auch außerhalb Italiens immer populärer.

Nachdem seine Gattin starb endete die enge Bindung an seine italienische Heimat. Nun setzte er seine Karriere im europäischen Ausland fort. Er leitete in verschiedenen Städten zahlreiche Aufführungen seiner Opern. Im Alter von 79 Jahren verstarb der Komponist, dessen Musik stets ausgewogen und durch lange Melodienbögen, pulsierende Rhythmen und einer Neigung zu Wiederholungen gekennzeichnet ist. Albinonis Stärken liegen, so liest man allerorts, in einer formalen und thematischen Klarheit, sowie in einem melodischen Erfindungsreichtum. 

Das Adagio in G minor für Streicher und Orgel hat eine geheimnisvolle, zeitlose Qualität. Es ist Musik für die Ewigkeit. Alle weiteren 18 Stücke berühren nach meinem Gefühl die Seele in ähnlicher Weise, wie das berühmte Adagio in G minor. Der zarte Klang im Adagio non troppo Op 9,5 ist besonders bewegend. Dieser erinnert mich an ein Gemälde von Turner mit dem Titel "La Dogana di Mare und S. Giorgio Maggiore in Venedig . 

Das Gemälde gibt visuell die Stimmung wieder, deren man sich im Adagio non troppo erfreuen kann. Man wird fortgetragen an einen Ort, wo Zeit ohne Bedeutung ist. Man bewegt sich in einem scheinbar endlosen Traum, wenn auch nur für kurze Weile. 

Empfehlenswert.

Rezension: Gregorian Chants- Gregorianische Gesänge des Kirchenjahres.

Die vorliegende CD-Kassette enthält 5 CDs mit Gregorianischen Gesängen des Kirchenjahres.

Vorgetragen werden sie von der Mönchsschola der Benediktiner-Erzabtei St. Ottilien. Die Mönchsschola besteht aus zwölf Sängern, die einer Mönchsgemeinschaft angehören. Diese sieht in der weltweiten missionarischen Verkündigung des christlichen Glaubens ihre besondere Aufgabe. Dabei zeigt sich die vornehmste Aufgabe der Schola in der musikalischen Gestaltung des täglichen Gottesdienstes der Mönchsgemeinschaft und hier in der Eucharistiefeier und Stundengebet.

Durch Konzerte im In- und Ausland möchten die Mönche die Schönheit des Gregorianischen Gesangs der Welt nahe bringen und zwar in Interpretationen, die auf dem neuesten Stand der Erkenntnisse der Gregorianikforschung sind.

Die 5 CDs ist unter der Leitung von P.J. Berchmans Göschl produziert worden Auf den CDs hört man: CD1 Gregorianische Gesänge- Kompositorische Höhepunkte im Kirchenjahr
CD2 Gregorianische Gesänge- Die ältesten Marienproprien, Neujahr, Mariä Verkündigung, Advent
CD 3 Gregorianische Gesänge-Erster Fastensonntag, Passionszeit
CD 4 Gregorianische Gesänge- Ostern- Christi Himmelfahrt.
CD 5 Gregorianische Gesänge- Advent, Weihnachten, Jahreskreis

Pater Johannes Berchmanns Göschl ist Kantor der Erzabtei St. Ottilien und hat den Lehrstuhl für Gregorianischen Choral am Richard –Strauss-Konservatorium in München und an der Musikhochschule des Saarlandes in Saarbrücken inne. Seine intensive wissenschaftliche Beschäftigung mit der Gregorianischen Seminologie zeigt sich in vielen Veröffentlichungen.

Die CDs sind ein absoluter Hörgenuss. Geeignet auch zum Meditieren.

Empfehlenswert.

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Rezension bezieht sich auf: L'après-Midi Des Flûtes (Audio CD)

"Es scheint, dass die Flöte von ihren Ausdrucksmöglichkeiten her offen ist für alles." (Bizet)

Diese CD enthält zauberhafte Klänge unterschiedlicher Komponisten, vorgetragen von den 14 Berliner Flötisten als da sind:
Andreas Blau- Soloflötist des Berliner Philharmonischen Orchesters
Thomas Meyer: Solo-Flötist der Staatskapelle Berlin
Kornelia Brandkamp: Soloflötistin des Deutschen Sinfonieorchesters Berlin
Wolfgang Dasbach: Soloflötist des Orchesters der Deutschen Oper Berlin
Rudolf Döbler: stellvertretender Soloflötist beim Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (RSB)
Wolfgang Dünschede- von 1976 bis 2001 Piccoloflötist des Berliner Philharmonischen Orchesters , Kammermusiker und Solist
Egor Egorkin: Piccoloflötist bei den Berliner Philharmonikern
Jochen Hoffmann: Stellvertretender Solo-Flötist im Orchester der Deutschen Oper Berlin.
Christiane Hupka, Flötistin der Staatskapelle Berlin
Hiko Lizuka: freischaffender Kammermusiker
Robert Lerch: Solofötisch im Orchester der Deutschen Oper und Mitglied des Orchesters der Bayreuther Festspiele
Frauke Leopold: Flötistin im Deutschen-Symphonie-Orchester Ulf-Dieter
Schaaf: Solo-Flötist im Rundfunk-Sinfonieorchester
Beate –Gabriela –Schmitt: Freischaffende Flötistin
Linda Zanetti: stellvertretende Soloflötistin an der Staatskapelle Berlin

1996 fand das erste Konzert mit den "14 Berliner Flötisten" im Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie statt. Damals lud Andreas Blau einige seiner Kollegen aus verschiedenen Berliner Orchestern zu den ersten Proben ein. Bei diesen Proben kommt jeder Flötist zu Wort. Die Musiker entwickeln die Interpretationen der Stücke gemeinsam. Von den Gründungsmitgliedern sind übrigens heute noch acht Flötisten dabei. Das Team ist also sehr eingespielt und entsprechend perfekt das Klangergebnis.

Zu hören sind Stücke von Rimski-Korsakow, Debussy, Richard Strauss, Dvorak und die Ouvertüre aus der Oper Donna Diana von Emil Nikolaus Reznicek, die es mir besonders angetan hat. Heute hört man dieses Stück, aus der Oper, die auf eine barocke spanische Komödie zurückgeht, sehr selten. Die Atmosphäre der quirligen Handlung, in der nächtliche Ständchen und Romanzen eine zentrale Rolle spielen, lebt in der Ouvertüre fort. Wundervoll.

Die CD hat eine sehr gute Klangqualität. Ich empfehle sie gerne weiter.
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Rezension: Maria Solozobova- Niccolò Paganini

"Die Tüchtigen werden beneidet, den Talentierten wird geschadet und die Genies werden gehaßt." (Niccolo Paganini)

Diese CD enthält traumhafte Klänge von Niccoló Paganini (1782-1840). Das in Genua geborene Musik-Genie gilt als der größte Komponist seiner Zeit. 1813 debütierte er erfolgreich an der Mailänder Scala und gab 1818 sein erstes Konzert im Ausland, konkret in Wien. Nahezu alles, was Paganini spielte, komponierte er selbst.

Dieser Violinvirtuose revolutionierte die Kunst des Geigenspiels, entwickelte fantastische Spieltechniken und Fähigkeiten, die man damals noch nicht für möglich hielt. Eingeführt hat er die Springbogentechniken und die linkshändig gespielten Pizzicati.-- Paganini vermochte nicht nur Geige zu spielen, sondern beherrschte nahezu alle anderen Saiteninstrumente, doch es war ein geradezu übermenschliches geigerisches Talent, das ihn weltberühmt machte.

Bewunderer Paganinis waren u.a. die Musik-Genies Chopin und Liszt aber auch Berlioz.

Auf der CD zu hören ist u.a. Paganinis Violinenkonzert Nr. 1 op.6. Hier zeigt er seine technische Meisterschaft. Geschrieben hat er das Konzert in Es-Dur. Die Orchesterpartien hielt er in Es-Dur und die Solostimme in D-Dur. Dabei gab er die Anweisung, die Geige einen Halbton heraufzustimmen, so dass sie in ES-Du erklingt.

Neben dem Violinenkonzert sind auf der CD die Caprices für Violine Solo Op. 1 und "Nei cor piu non mi Sento" zu hören. Das zuletzt genannte Werk beinhaltet sämtliche in den Capricce vorgeführten Spieltechniken. Zudem sind ausgiebig linkshändig gesetzte Pizzicati eingesetzt worden.

Zu hören ist die Soloviolinistin Maria Solozobova mit dem Philharmonischen Orchester Kapstadt unter Leitung von Nicholas Cleobury.

Die Russin Maria Solozabova hat bereits in den besten Konzertsälen der Welt gespielt und sie gastierte als Solistin und Kammermusikinterpretin bei den bedeutendsten Festivals der Welt. Die überaus talentierte Geigerin besuchte das Moskauer Musikgymnasium "Gnessin" für hochbegabte Kinder und studierte später am berühmten Moskauer Tschaikowsky-Konservatorium und an der Hochschule für Musik in Zürich bei Prof. Z. Brom. Ihr Spiel wird seitens Ursula Kloyer –Heß als mitreißendes Zusammenwirken von kraftvoller Virtuosität und spontaner Gestaltungsfreude mit warmer Klangschönheit, Eleganz und großem interpretatorischen Tiefgang skizziert. Dieser Charakterisierung stimme ich gerne zu.

Sehr gute Klangqualität. Empfehlenswert.

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Rezension: Antonio, Juan and Hernando de Cabezón- Glosas- Glen Wison

Antonio de Cabezón (1510 - 1566) war ein spanischer Komponist und Organist. Er gilt als der bedeutendste spanische Komponist von Musik für Tasteninstrumente zu seinen Lebzeiten. 

Der seit Kinderzeiten erblindete Künstler wurde in Palencia von dem Organisten García de Baeza ausgebildet. Als Hoforganist Karls V. sowie Philipps II. reiste er quer durch Europa (von 1548 bis 1551 und von 1554 bis 1556) und lernte namhafte Musiker anderer Höfe kennen. Dabei gab es offensichtlich gegenseitige Befruchtungen, so dass Cabezón einen wesentlichen Beitrag Spaniens zur Entwicklung der Musik für Tasteninstrumente leisten konnte. 

Nach seiner Eheschließung war er lange Zeit in Ávila, der Geburtsstadt seiner Frau ansässig. Seine fünf Kinder erhielten in späteren Jahren renommierte Stellungen am spanischen Königshof unter Philipp II. Als Madrid Sitz des Königshofs und spanische Hauptstadt wurde, zog Cabezón dorthin um und lebte bis zu seinem Tode in dieser Metropole.

Seine gesammelten Werke wurden 1578 von seinem Sohn Hernando herausgegeben, so dass diese den folgenden Organistengenerationen zum Vorbild dienen konnten. 

Gespielt werden die Stücke auf der CD von Glen Wilson. Beeindruckend sind sie in ihrer Vielfalt.

Ein Leckerbissen für Liebhaber von Renaissance-Musik.

Rezension: Villa Lobos- The Guitar Manuscrips

Mit dieser CD hat NAXOS eine neue dreiteilige Serie mit seltenen oder lange verschollenen und erst kürzlich wiederentdeckten Werken des bekanntesten brasilianischen Komponisten Heitor Villa-Lobos. begonnen.

Naxos lässt die Leser wissen, dass der Musiker ein Oeuvre von ca. 1000 Kompositionen aller Genres hinterließ, in denen auch immer wieder die wichtigsten äußeren Einflüsse in seinem Schaffen deutlich werden: die traditionelle brasilianische Volksmusik, seine Begegnung mit den Ballets Russes und seine Liebe zur Musik von J.S. Bach.

In seinen weniger bekannten Werken sind auch Einflüsse wahrnehmbar, so Naxos, die stärker in der europäischen Tradition stehen und in denen musikalische Vorbilder aus Romantik, Neoklassizismus und Impressionismus anklingen. 

Die hier zu hörenden Aufnahmen von Werken wie "Valsa" oder die "Motivos Gregos", die für immer verloren geglaubt waren, sind nun wieder zu vernehmen und vervollständigen das Bild des Schaffens von Heitor Villa-Lobos, wunderbar vorgetragen von Andrea Bissoli. 

Ich habe die CD mittlerweile mehrfach gehört und bin fasziniert von dieser Musik, die aufgrund der genannten Einflüsse zu äußerst interessanten Ergebnissen führt, die Verstand und Herz zugleich berühren. 

Empfehlenswert.

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Rezension: Johann Strauss- Die Fledermaus

Diese Doppel-CD enthält die Klänge der Operette "Die Fledermaus" von Johann Strauss, gespielt vom WDR Rundfunkorchester Köln. Es dirigiert Friedrich Haider und es singen Paul Armin Edelmann, Aga Mikolaj, Chen Reiss, Rainer Trost, Sebastian Holecek, Miljenko Turk, Jürgen Sacher, Natascha Petrinsky und Sabine Kallhammer sowie der WDR Rundfunkchor Köln. 

Über die Beteiligten wird man ausführlich im Begleitheft informiert. 

Strauß begann Operetten zu komponieren, nachdem er sich bereits einen Namen als Komponist und Dirigent wienerischer Tanzmusik gemacht hatte. Mit der Fledermaus (1874) hatte er ein Werk komponiert, das nahezu überall gespielt wurde. 

Um die Operette zu komponieren benötigte Strauß zweiundvierzig Nächte. Dabei sind Walzer- und Polkaklänge nicht um ihrer selbst Willen da, sondern schildern die zwielichtigen Charaktere der heuchelnden Kleinbürger, so Marcel Prawdy. 

Die Ouvertüre zählt zu den beliebtesten, die jemals komponiert wurden. Hier wechseln fünf der schönsten Melodien mit dem großen Fledermauswalzer ab. 

Die Handlung der Operette kann man im Begleitheft nachlesen. Sie wird sehr gut beschrieben, so dass selbst Nichtkenner sich eine Vorstellung davon machen können, was sich auf der Bühne abspielt, während man die Musik und den Gesang wahrnimmt.

Das Libretto von Richard Genée und Carl Haffner in Verbindung mit der wundervollen Musik machte das Werk zu einem glänzenden Erfolg und zu einem Hauptwerk des Operettengenres. 

Eine wunderbare Klangqualität. Sehr empfehlenswert.

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