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Rezension:Musica: Die großen Komponisten und ihre Zeit (Gebundene Ausgabe)

Dieser Prachtband wird all jene erfreuen, die klassische Musik lieben und deshalb auch etwas über die Komponisten und ihre Zeit wissen möchten.

Nach einer mehrseitigen allgemeinen Einführung von Dr. Dorottya Fabian und vorangegangener Vorstellung der Mitwirkenden an dem Projekt "Musica" hat man Gelegenheit sich zunächst in nachstehende Kapitel zu vertiefen:

Komponisten des Vorbarock- Musik vor 1600
Barock um 1600-1750
Klassik um 1750-1820
Romantik um 1800-1890
Spätromantik um 1860-1920
Neue Musik- Nach 1900 geborene Komponisten

Jedes dieser Kapitel nimmt mit einer epochenbezogenen Einführung seinen Anfang. Man erfährt dabei zu allererst, dass im 12. Jahrhundert die Musik überwiegend für religiöse Zwecke komponiert wurde und die meisten Notenblätter aus Klöstern und anderen Bildungsinstituten stammten. Die erste Person im Buch, die wegen ihrer Kompositionen vorgestellt wird, ist übrigens eine Frau: Hildegard von Bingen (1098-1179). Ihr Leben und Werk wird vorgestellt, auch ihre Visionen und schließlich erfährt man darüber hinaus mehr über sie als Komponistin. Das von ihr stammende Musikdrama "Orda virtutem" ist das einzige mittelalterliche Musikdrama dessen Komponist bekannt ist. 18 Sängerinnen stellen in diesem Drama die Tugenden und deren Königin, die Demut dar.

Über Europa im 11. und 12. Jahrhundert wird man aufgeklärt, liest über Troubadoure und Kreuzzüge, um anschließend mehr über den berühmtesten Komponisten und Dichter im Frankreich des 14. Jahrhunderts, Gaullaume de Mauchaut, zu erfahren. Auf diese Weise setzt sich das Buch fort und stellt eine Vielzahl von Komponisten in ihre Zeit, lässt darüber nachdenken wie politische Stimmungen Komponisten beeinflussten und wie diese den Zeitgeist in die Musik einfließen ließen.

Zahlreiche der vorgestellten Komponisten des Vorbarock kannte ich bislang noch nicht und bin hocherfreut, dass man neuerdings die Chance hat, sich einige von deren Stücken im Internet spontan anzuhören.

Nicht nur die Komponisten und ihre Zeit werden thematisiert, auch Instrumente, die man heute kaum noch kennt, wie das Cembalo. Bei allen Beschreibungen faszinieren natürlich die Bilder dieses Nachschlagewerkes, die dem Leser die beschriebenen Zeitläufte ganz nahe bringen.

Ich vertiefe mich in die Informationen zu Corelli (1653-1713), dessen Kompositionen ich so sehr liebe und erfahre mehr über seine Sonaten, die sich in zwei Hauptarten untergliedern lassen. Auf den Seiten 86-87 lerne ich Barockinstrumente kennen. Außer der Gambe war mir bislang keines der vorgestellten Instrumente vom Namen her geläufig, wohl habe ich sie schon auf Gemälde gesehen, wusste sie jedoch nicht zu bezeichnen. Nun kann ich es und weiß genau wie sie funktionieren.

Sehr gut wird der von mir geliebte Tomaso Albioni (1671-1751) porträtiert. Er war einer der bedeutendsten Komponisten des italienischen Spätbarock. Natürlich erfährt man Näheres zu seinen Werken. Das Adagio in g-Moll gehört nicht dazu, denn dieses wurde von Remo Giazotto verfasst.

Ein Fülle von Daten und Fakten warten auf den Leser, auch was Johann Sebastian Bach anbelangt und  man kann sich später dann mit den Grundsätzen des Barock befassen. Es führt zu weit, im Rahmen der Rezension all die Komponisten zu nennen, die im Buch aufgeführt sind. Sehr gut ist Mozart porträtiert. Hier auch liest man, dass Mozart glaubte, die Klarinette ähnle der menschlichen Stimme. Das empfinde ich genau so, wenn ich sein Klarinettenkonzert in A, K vernehme. Habe das Stück zur Veranschaulichung auf Twitter verlinkt. Hören Sie bitte aufmerksam zu und achten darauf, was die Stimme Ihnen sagt.

Ich lese über Beethoven und denke an eine Zeit zurück als ich ihn Stunde um Stunde hörte und betete, dass die Zeit nicht weiter voranschreiten möge. Sie tat es dennoch und mit der fortschreitenden Zeit begann ich mich auch von meiner Affinität zu Chopin zu lösen, über den man hier im Buch sehr gut unterrichtet wird. Die Liebe zu Beethoven ist unvergänglich.  Neuerdings mag ich Satie, der zu Beginn seiner Karriere seine berühmtesten Stücke schrieb, kurze Klavierstücke, einfach wiederholend und modal. Dieser Vorläufer des Minimalismus wird übrigens sehr gut im Buch dargestellt.

Ihm folgt eine Vielzahl anderer Komponisten, auch Rachmaninow, dessen Sinfonie No.1 ich gerade neu erworben habe. Dazu zählt der von mir sehr geschätzte Joaquin Rodrigo, über den ich endlich mehr in Erfahrung bringen kann, denn bislang kannte ich nur seine Musik. Doch ich will Neues kennen lernen, darin liegt stets mein Bestreben und werde Seite um Seite bereichert, höre mir im Internet Stücke der vorgestellten Komponisten an und erfreue mich wie so oft der Vielfalt. Nichts ist schöner als die Vielfalt. Sie nämlich ist göttlich.

Aufmerksam lese ich mehr zu Samuel Barber und informiere mich über seinen Stil im Kontext der Zeit, finde dass die Seiten zu Leonard Bernstein gelungen sind. Das meine ich beurteilen zu können, da ich vor einigen Monaten erst eine Biographie über ihn gelesen habe. In Bernstein muss man sich verlieben. Es bleibt einfach nicht aus.

Sehr gut gefällt mir die Beschreibung der vielen Musikinstrumente, die Erläuterungen zum Aufbau eines Orchesters die visuelle Präsentation großer Konzerthäuser im letzten Teil des Buches, das ich als wirkliche Bereicherung meiner Bibliothek empfinde. Sehr empfehlenswert.

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